Mini-PC statt MacBook: In einem Punkt schlägt der Winzling meinen Laptop eindeutig

Können Mini-PCs euren Laptop auf dem Schreibtisch ersetzen? Ich habe es selbst ausprobiert – mein Fazit nach 30 Tagen.

Der Geekom A7 Max ist ein Mini-PC mit starkem AMD-Prozessor – und einer kleinen Schwäche, die sich nach dem Öffnen offenbart. (Bildquelle: Duy Linh DinhGameStar Tech) Der Geekom A7 Max ist ein Mini-PC mit starkem AMD-Prozessor – und einer kleinen Schwäche, die sich nach dem Öffnen offenbart. (Bildquelle: Duy Linh Dinh/GameStar Tech)

Auf meinem Schreibtisch steht seit Jahren ein MacBook Air M2, angeschlossen an einen Monitor und eine USB-Docking-Station, weil die verbauten Anschlüsse nie ausreichen. 

Als mir die Gelegenheit geboten wurde, einen Mini-PC auszuprobieren, wollte ich wissen: Brauche ich für die Arbeit am Schreibtisch überhaupt einen Laptop oder ist so ein kompakter PC die bessere Lösung?

Geekom A7 Max im Detail
Technische Daten

Abmessungen und Hardware

  • Abmessungen: 135 × 133 × 45,9 mm
  • CPU: AMD Ryzen 9 7940HS (8 Kerne, 16 Threads, bis zu 5,2 GHz, 16 MB L3-Cache)
  • GPU: AMD Radeon 780M
  • Arbeitsspeicher: 16 GByte DDR5-RAM, erweiterbar bis zu 64 GB
  • Datenspeicher: M.2-2280-SSD (PCIe 4.0 ×4), bis zu 2 TB

Anschlüsse (außen)

  • 1 × USB 3.2 Gen 2 Type-A (Rückseite)
  • 1 × USB 2.0 Type-A (Rückseite)
  • 3 × USB 3.2 Gen 2 Type-A (Vorderseite)
  • 1 × USB 3.2 Gen 2 Type-A (Vorderseite, Always-On)
  • 1 × USB 4.0 Type-C (Rückseite, mit Power Delivery / PD-Eingang)
  • 1 × USB 4.0 Type-C (Rückseite, mit Power Delivery)
  • 1 × 3,5-mm-Kopfhöreranschluss
  • 2 × RJ45 (2,5-Gigabit-LAN, Rückseite)
  • 2 × HDMI 2.0 (Rückseite)
  • 1 × DC-Eingang (Rückseite)
  • 1 × Power-Button
  • 1 × Kensington-Schloss
  • 1 × SD-Kartenleser

Netzwerk & Funk

  • Ethernet: 2 × RJ45, 10/100/1000/2500 Mbit/s
  • WLAN: Wi-Fi 6E
  • Bluetooth: Bluetooth 5.2

Sicherheit

  • Kensington Lock: ja
  • DTPM 2.0: unterstützt

Stromversorgung

  • Netzteil: 19 V, 120 W mit länderspezifischem Netzkabel (IEC C5)

Zertifizierungen

  • CE, FCC, CB, CCC, SRRC, RoHS

Betriebssystem

  • Microsoft Windows 11 23H2 (64 Bit), unterstützt Modern Standby
Preis und Verfügbarkeit
  • Preis: ab 750 Euro
  • Verfügbar über Geekom oder Amazon
  • Rabattcode für acht Prozent: GSA7MAX8

Wichtig: Dies ist kein Test des Geekom A7 Max, des hier verwendeten Mini-PCs, sondern ein Erfahrungsbericht aus meinem Arbeitsalltag als jemand, der jeden Tag mit dutzenden Browser-Tabs, mehreren Bildschirmen, Bildbearbeitungsprogrammen und Tabellen jongliert.

Gefühlt ein ganz normaler PC – und das ist gut so

Wenn ich an meinen allerersten PC zurückdenke, kann ich gar nicht anders, als auf den Formfaktor des Mini-PCs auf meinem Schreibtisch zu blicken. Damals stand unter meinem Schreibtisch ein etwa ein Meter hoher grauer Kasten mit Windows 95 – meine eigene Moorhuhn-Maschine.

Nun steht also ein PC auf meinem Schreibtisch, der nicht nur um ein Vielfaches schneller, sondern auch nur noch so groß ist wie ein kleiner CD-Stapel ist.

Der Geekom A7 Max ist so hoch wie etwa fünf CD-Hüllen. (Bildquelle: Duy Linh DinhGameStar Tech) Der Geekom A7 Max ist so hoch wie etwa fünf CD-Hüllen. (Bildquelle: Duy Linh Dinh/GameStar Tech)

Im Kern ist der Geekom A7 Max ein ganz normaler PC und Windows 11 Pro ist vorinstalliert. In der Praxis verhält sich der Mini-PC also ganz genau wie jeder andere Windows-PC. 

Es gibt hier also nichts besonderes zu beachten: Wenn ihr wisst, wie man einen Windows-Laptop oder -PC bedient, werdet ihr euch mit so einem Mini-PC sofort wie zu Hause fühlen. 

Er ist nur eben kleiner.

Leistung im Arbeitsalltag: Im Inneren steckt ein schneller AMD Ryzen 9 7940HS mit Radeon 780M iGPU. Dazu gesellen sich 16 GByte RAM. 

Im Alltag habe ich dutzende Browser-Tabs offen, dazu Bildbearbeitungssoftware und noch ein paar Tools im Hintergrund. Der Mini-PC kommt damit locker klar. Es gibt keine spürbaren Hänger oder Leistungsbremsen, durch die ich mich nach meinem MacBook zurücksehnen würde.

Ganz im Gegenteil: Mein MacBook hat nur 8 GByte RAM und das ist echt grenzwertig.

Positiv überrascht war ich ebenso von der Lautstärke des Mini-PCs: Der Lüfter ist im Normalbetrieb angenehm leise und verschwindet akustisch ziemlich schnell im Hintergrundrauschen des Zimmers. Das lüfterlose MacBook Air ist dennoch leiser. 

Luft wird über die seitlichen Öffnungen ins Gehäuse gezogen und auf der Rückseite wieder ausgegeben. (Bildquelle: Duy Linh DinhGameStar Tech) Luft wird über die seitlichen Öffnungen ins Gehäuse gezogen und auf der Rückseite wieder ausgegeben. (Bildquelle: Duy Linh Dinh/GameStar Tech)

Endlich genug Ports

Der größte Vorteil gegenüber meinem MacBook Air M2 ist eindeutig die große Fülle an Ports. 

An meinem Laptop sind gerade einmal zwei USB-C-Anschlüsse verbaut, die auch noch viel zu nah aneinander platziert sind. Nicht selten wird deswegen der zweite Anschluss durch ein etwas breiteres Accessoire verdeckt. Eine USB-Docking-Station oder zumindest ein USB-Hub sind daher Muss.

Beim Geekom A7 Max ist keine Docking-Station notwendig:

  • Zweimal HDMI-2.0-Anschlüsse (bis 4K mit 60 Hz)
  • Zweimal USB 4.0 Typ-C
  • Sechsmal USB-A (5 x USB 3.2 Gen2 und 1 x USB 2.0)
  • Zwei 2,5-Gbit-Ethernet-Anschlüsse (RJ45)
  • SD-Kartenleser
  • 3,5mm-Kopfhöreranschluss
  • Kensington-Schloss

Ich habe an den Mini-PC zwei Monitore per HDMI angeschlossen und theoretisch wären sogar vier möglich, wenn ihr die zwei USB-4-Anschlüsse zusätzlich verwendet. 

Praktisch finde ich auch die zwei Netzwerkanschlüsse: Ich nutze im Alltag nur einen davon ganz normal für das Internet. Wer aber etwa später mal ein NAS, einen kleinen Heimserver oder den Mini-PC als Router einsetzen möchte, hat mit dem zweiten Anschluss noch etwas Luft nach oben, was bei vielen Laptops doch eher unüblich ist. 

Der SD-Kartenleser ist für mich als jemand, der gerne fotografiert, das Tüpfelchen auf dem i. 

Kleinerer PC, mehr Freiraum – zumindest theoretisch

So ein Mini-PC spart nur dann Platz auf dem Tisch, wenn ihr auch eine kompakte Tastatur verwendet – nicht so wie ich. (Bildquelle: Duy Linh DinhGameStar Tech) So ein Mini-PC spart nur dann Platz auf dem Tisch, wenn ihr auch eine kompakte Tastatur verwendet – nicht so wie ich. (Bildquelle: Duy Linh Dinh/GameStar Tech)

Bei einem so kleinen PC geht man natürlich von einer gewissen Platzeinsparung aus. Das stimmt auch, wenn vorher ein großer Desktop-PC auf eurem Tisch stand. Im Vergleich zu einem Laptop relativiert sich der Größenvorteil etwas.

Im Gegensatz zu meinem MacBook muss ich den Geekom A7 Max mit zusätzlicher Peripherie verbinden, wie etwa einer Maus und einer Tastatur; beides ist bei einem Laptop nicht zwingend notwendig.

Weil ich für die Arbeit eine große Full-Size-Tastatur mit ergonomischem Layout verwende, habe ich durch mein neues Mini-PC-Setup sogar etwas weniger Platz auf meinem Tisch. Wer also wirklich Platz sparen möchte, verwendet am besten kleinere Tastatur-Formate.

Immerhin lässt sich der Geekom A7 Max bei Bedarf auch an die Vesa-Halterung auf die Rückseite vieler Monitore montieren. So spart ihr zusätzlich etwas Platz. Meine Bildschirme sind jedoch an Monitor-Armen befestigt, insofern war das in meinem Fall keine Option.

Upgrades sind etwas schwierig

Im Gegensatz zu meinem MacBook Air ist es beim Geekom A7 Max und vielen anderen Mini-PCs möglich, einige Komponenten nach- oder aufzurüsten. 

Bei meinem Mini-PC ist das sogar fast eine Notwendigkeit und Geekom macht es einem nicht gerade leicht. 

Der Auseinanderbau

Zuerst müssen die Gummifüße entfernt werden, da sich die vier Schrauben für die Unterseite darunter verstecken. Das war nicht schwer, aber sie sind verklebt. Für die Neuinstallation sind kleine Gummiclips vorhanden. Anschließend konnte ich sie mit einem Plektrum vom Gehäuse trennen.

Dann kam die erste Überraschung: anstatt direkten Zugriff auf SSD und Speicher zu haben, begrüßte mich ein Heatshield, der durch weitere vier Schrauben befestigt war. 

Die nächste Überraschung ließ auch nicht lange auf sich warten: Am Heatshield sind zwei Antennenkabel angebracht. So ist es äußerst schwierig, den Heatshield anzuheben, ohne die zwei Kabel von der Wi-Fi-Karte zu trennen. Bei mir lösten sie sich, als ich die dünne Metallplatte seitlich weg vom PC klappte. 

»Alles gut. Ich stöpsel die Kabel nachher einfach wieder an.«, dachte ich mir ganz blauäugig – doch dazu gleich mehr.

Denn zuerst erwartete mich die letzte Überraschung.

Mögliche Upgrades

Im Inneren sitzt nur ein einziger Slot für eine 2280-SSD. Wer den Speicherplatz intern erweitern will, muss also die bestehende SSD klonen oder komplett ersetzen – das ist machbar, aber nicht gerade komfortabel. Ich habe mich daher für eine externe SSD entschieden, um meinen Datenspeicher zu vergrößern.

Es sind zwei RAM-Slots vorhanden, aber nur ein Stick. (Bildquelle: Duy Linh DinhGameStar Tech) Es sind zwei RAM-Slots vorhanden, aber nur ein Stick. (Bildquelle: Duy Linh Dinh/GameStar Tech)

Ähnlich beim Arbeitsspeicher: Die 16 GB RAM stecken in einem einzigen Riegel statt in zwei. Das bedeutet: kein Dual-Channel-Betrieb, obwohl da spürbar mehr Performance drinstecken würde. Ein Upgrade wäre möglich, aber mit jetzigen RAM-Preisen eben auch teuer.

Im Alltag hatte ich zwar keine konkreten Probleme, aber mit Blick auf die Zukunft hätte ich mir hier mehr Flexibilität gewünscht.

Der Zusammenbau

Zuerst wollte ich die Antennenkabel wieder verbinden, allerdings stellte sich schnell heraus, dass sie mit der Wi-Fi-Karte direkt unter der 2280-SSD verbunden werden müssen. 

Also musste die zuerst raus und ich drückte die kleinen Kabel wieder auf die etwa zwei Millimeter breiten Verbindungsstücke. Das war richtig schwierig, weil ich dabei ja zusätzlich noch den Heatshield mit der anderen Hand heben musste. Die Kabel sind immer wieder herausgesprungen. Nach etwa einer halben Stunde habe ich es hinbekommen.

Speziell mit diesem Mini-PC sind Upgrades zwar möglich, aber nicht unkompliziert.

Unterwegs arbeiten? Da bleibt das Notebook im Vorteil

Offensichtlich ist so ein Mini-PC deutlich mobiler als ein großer Desktop-PC. Er ist klein, passt in nahezu jede Tasche und ist sehr leicht. Zum mobilen Arbeiten eignet er sich dennoch schlecht.

Denn immerhin brauche ich zusätzlich noch mindestens einen USB-C-Monitor, eine Tastatur, eine Maus oder ein Trackpad und natürlich einen Stromanschluss. Im Vergleich zu einem Laptop ist das viel zu umständlich.

Mein MacBook klappe ich unterwegs einfach auf und lege los – unkomplizierter geht es nicht.

Meine Empfehlung 

Nach diesen 30 Tagen kann ich euch so einen Mini-PC vor allem dann empfehlen, wenn ihr eine kompakte Workstation für zu Hause sucht, die euch viele Anschlüsse bietet und wenig Platz auf dem Tisch einnimmt. 

Solltet ihr aber auch oft von unterwegs arbeiten, empfehle ich, lieber zu einem Laptop zu greifen, der sowohl daheim am Schreibtisch als auch im Zug unkompliziert eingesetzt werden kann. 

Der hier vorgestellte Mini-PC hat mich beeindruckt und gezeigt, welches Potenzial in solchen Geräten steckt – nur schade, dass Geekom das nicht ganz ausschöpft. 

Es gibt zahlreiche Alternativen auf dem Markt. Wenn ihr zum Beispiel im Apple-Kosmos unterwegs seid, könnte der Mac Mini M4 (2024) gut zu euch passen. Obendrein ist er sogar günstiger als der Geekom A7 Max.

Eine weitere fantastische Alternative bietet euch der ASUS NUC 15 Pro mit Intel Core 7 240H. Dieser Mini-PC ist technisch ähnlich ausgestattet, kommt aber mit Dual-Channel-RAM und einem kleineren Preisschild.

Ein Gedanke zum Schluss: Weil der Geekom A7 Max mit einer AMD-APU ausgestattet ist und ich die Gaming-Leistung vom AMD Radeon 780M von vielen Handhelds kenne, böte es sich an, das Gerät in eine kleine Steam Machine zu verwandeln. Wie findet ihr die Idee? Schreibt es mir gerne in die Kommentare! 

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