In Spanien sorgt derzeit ein Fall für Aufsehen, bei dem es um versehentlich per Handynummer versendetes Geld geht.
Die Summe beträgt nur 20 Euro, dennoch wollte der unbeabsichtigte Empfänger das Geld anscheinend behalten.
So hat zumindest ein Gericht entschieden, das über den Fall urteilte (via La Opinión):
- Der Angeklagte wurde für ein geringfügiges Veruntreuungsdelikt belangt und muss eine Geldstrafe von 180 Euro zahlen.
- Außerdem muss er die irrtümlich erhaltenen 20 Euro als zivilrechtliche Haftung an den Versender zurückzahlen und die Gerichtskosten tragen.
- Der Angeklagte hat dagegen Berufung eingelegt, allerdings ohne Erfolg. Er sagt, er habe dem Sender angeboten, das Geld zurückzuzahlen. Das Gericht beurteilt den Fall aufgrund der Beweislage aber weiterhin anders und das Urteil hat Bestand.
Zu dem irrtümlichen Versenden des Geldes kam es über den Dienst Bizum, der Paypal ähnelt.
Was ist Bizum?
Bizum ist ein mobiler Bezahldienst, der in Spanien weit verbreitet ist.
- Ins Leben gerufen wurde der Dienst vor etwa neun Jahren von einem Konsortium spanischer Banken.
- Bizum bietet die Möglichkeit, Geld direkt über die Angabe der Handynummer zu versenden, wenn alle Beteiligten ihr Bankkonto damit verknüpft haben.
- So spart man sich nicht nur die Eingabe einer langen IBAN, sondern das Geld ist in der Regel auch in Sekunden auf dem Konto der anderen Person, die darüber per SMS benachrichtigt wird.
- Mittlerweile ist es in Spanien oftmals auch möglich, in Online-Shops und Geschäften mit Bizum zu bezahlen und Geld zu spenden.
- Bizum wird von etwa 27 Millionen Menschen in Spanien genutzt, das insgesamt etwa 48 Millionen Einwohner hat. Paypal kommt in Deutschland auf circa 35 Millionen aktive Konten bei über 80 Millionen Einwohnern. Bizum ist bei uns nicht verfügbar.
Bei dem hier beschriebenen Vorfall, der letztlich vor Gericht gelandet ist, kam es bei der Nutzung von Bizum offenbar zu einem Zahlendreher beziehungsweise die Handynummer wurde aus Versehen falsch eingegeben.
Habt ihr vor dem Lesen dieses Artikels schon mal von Bizum gehört? Und würdet ihr euch wünschen, dass sich auch in Deutschland ein vergleichbarer Dienst auf breiter Front durchsetzt? Glaubt ihr dem Angeklagten außerdem, dass er angeboten hat, das Geld wieder zurückzuüberweisen oder empfindet ihr das Urteil als gerechtfertigt? Schreibt es gerne in die Kommentare!
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