Bereits Anfang März hatte sich abgezeichnet, dass Sony seine aktuelle PC-Strategie grundlegend ändern will. Bisher landeten die PlayStation-Exklusivtitel nach rund einem Jahr Wartezeit auch als Port-Version auf den heimischen Rechnern. Konsolenhits wie Ghost of Tsushima und God War: Ragnarök fanden so ihren Weg auf den PC.
Doch damit ist nun Schluss. Sony sieht sich durch die zunehmende Verschmelzung von Xbox und PC sowie Valves Schritt auf den Konsolenmarkt – Stichwort Steam Machine – unter Druck und sucht nach Wegen, die eigene Marke wieder zu stärken.
Der Schlüssel dazu ist altbekannt: Sony will erneut auf Exklusivtitel setzen, die dann aber auch exklusiv bleiben. Um die Singleplayer-Spiele von Sonys hauseigenen Studios genießen zu können, müsst ihr euch in Zukunft also eine PlayStation kaufen. Sony-Spiele wie Ghost of Yotei, Saros und Marvel's Wolverine kommen nicht mehr auf den PC.
26:39
Saros ist der beste Shooter des Jahres - Test/Review
Während der Strategiewechsel im März noch vor allem auf Basis von Gerüchten und den Infos gut vernetzter Insider vermutet wurde, gibt es jetzt traurige Gewissheit: PC-Spieler schauen bei Sonys Singleplayer-Titeln künftig in die Röhre. Wer bis zuletzt noch auf eine PC-Version von Saros und Yotei gehofft hatte, wird enttäuscht.
Wie der Bloomberg-Journalist Jason Schreier berichtet, teilte PlayStation Studios CEO Hermen Hulst der Belegschaft die Änderung am Montag bei einer Vollversammlung mit. Der PC-Ausflug von Sonys-Singleplayer-Titeln bleibt damit ein kurzes Kapitel; erst 2020 hatte der japanische Hersteller nach Jahren des Konsolenkriegs
begonnen, seine Exklusivtitel auch auf dem PC auszurollen.
Im Multiplayer weiter wie gehabt
In dem Bloomberg-Bericht heißt es jedoch auch, dass sich im Hinblick auf Sonys Multiplayer- und Live-Service-Spiele nichts ändern soll. Titel wie Marathon oder Marvel Tokon: Fighting Souls bleiben und kommen auch weiterhin auf den PC, weil Sony das zahlungskräftige Publikum abfischen will.
Gegenüber Bloomberg wollte sich Sony nicht öffentlich zu dem Kurswechsel äußern; intern begründet der japanische Konzern den PC-Abgang aber mit enttäuschenden Verkaufszahlen seiner jüngsten Rechner-Versionen.
Unser Kolumnist Jesko Buchs vermutet jedoch, dass es Sony darum gehen dürfte, die Verkaufszahlen der PlayStation 5 und vor allem der künftigen PlayStation 6 zu stärken. Außerdem sind Sony die hohen Provisionen auf Steam und in anderen PC-Shops wohl ein finanzieller Dorn im Auge. Mehr dazu lest ihr in der folgenden Linkbox:
Das Leid tragen am Ende die Kunden: Denn die aktuelle PlayStation-Generation kostet dank der aktuellen Chip-Krise und mehrerer Preisanpassungen nun 600 (Slim-Version) und 850 Euro (Pro-Version). Der Vorteil des früher häufig angeführten Preisunterschieds zwischen Konsole und PC schwindet zunehmend.
Die hohe Inflation schwächt zudem die Kaufkraft der Kunden. Viele werden sich künftig wohl zwischen PC und Konsole entscheiden müssen. Gaming wird zunehmend zum Luxusgut. Mit GTA 6 hat Sony allerdings diesen Herbst bereits ein gutes Argument für die Konsolen auf seiner Seite.
Nur angemeldete Benutzer können kommentieren und bewerten.
Dein Kommentar wurde nicht gespeichert. Dies kann folgende Ursachen haben:
1. Der Kommentar ist länger als 4000 Zeichen.
2. Du hast versucht, einen Kommentar innerhalb der 10-Sekunden-Schreibsperre zu senden.
3. Dein Kommentar wurde als Spam identifiziert. Bitte beachte unsere Richtlinien zum Erstellen von Kommentaren.
4. Du verfügst nicht über die nötigen Schreibrechte bzw. wurdest gebannt.
Bei Fragen oder Problemen nutze bitte das Kontakt-Formular.
Nur angemeldete Benutzer können kommentieren und bewerten.
Nur angemeldete Plus-Mitglieder können Plus-Inhalte kommentieren und bewerten.