Aus reiner Neugier habe ich vor ungefähr fünf Wochen einen kleinen Versuch gestartet:
Was passiert, wenn ich vier Portemonnaies mit jeweils einer Visitenkarte, etwas Geld und einem Anhänger mit Herzchen darauf in Form eines Bluetooth-Trackers darin gut sichtbar an verschiedenen Orten liegen lasse? Zwei der vier Geldbeutel haben zusätzlich noch einen Schlüssel enthalten.
Die Auflösung dieses Versuchs folgt jetzt, auch in Bezug auf eure Einschätzung dazu, die ihr vorab per Umfrage abgegeben habt (danke dafür!).
Bedenkt dabei bitte, dass es nur um vier Fälle geht und dass ein solches Experiment stets völlig anders ausgehen kann.
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Hinweis: Ich habe die Position der Tracker nur punktuell in großen zeitlichen Abständen getrackt. Dabei konnte ich die Geräte nie einer bestimmten Person zuordnen. Zudem wurde ihre Position häufig nur sehr ungenau in einem vergleichsweise großen Bereich angezeigt.
Der erste Tracker: Ein Hoffnungsschimmer
Den ersten Tracker habe ich in einem Restaurant in direkter Nähe des Hauptbahnhofs von Mannheim liegen lassen. Von dieser Position hat er sich quasi nie weg bewegt, wie auf den folgenden Bildern zu sehen ist:
Gemeldet hat sich das Restaurant zwar nie per Mail (meine berufliche E-Mail-Adresse war auf der Visitenkarte angegeben). Als ich aber selbst nach vier Wochen dort angerufen habe, wusste die Mitarbeiterin am anderen Ende der Leitung sofort Bescheid.
Sie klärt aktuell noch mit der Geschäftsleitung, ob sie mir den Geldbeutel an die Büroadresse von der Visitenkarte zurückschicken, wenn ich die Versandkosten übernehme. Aber ich gehe davon aus, dass das passieren wird.
Etwas schade: Die Dame am Telefon meinte, dass nur noch ein Cent in dem Portemonnaie ist statt der circa sechs Euro, die ursprünglich darin enthalten waren.
Der zweite Tracker gibt mir Rätsel auf
Den zweiten Tracker habe ich in einem Bus in Essen liegen lassen. Nachdem er zunächst dort auf Reisen war und letztlich in der Busgarage gelandet ist, hat es ihn irgendwie zu einem großen Kreisverkehr gegenüber von einem Einkaufzentrum in Essen verschlagen (siehe die Bilder oben).
Da ich in Essen wohne und die Position ziemlich genau ermittelt wurde, habe ich versucht, den Tracker dort wiederzufinden. Aber egal, wo ich vor Ort auch hingegangen bin, mein Handy konnte keine Verbindung zu dem Gerät aufbauen.
Laut der Mein Gerät finden
-App von Google müsste er sich genau hier auf der Straße befinden:
Aber dort ist er nicht. Ich habe schon überlegt, ob er in einem der Gullys um den Platz herum gelandet ist. Sehen konnte ich ihn dort aber nicht, soweit das von Außen überhaupt möglich ist.
Er wird übrigens immer noch an der Position gefunden.
Update: Vielen Dank an unseren Leser The-Q, der den entscheidenden Hinweis geliefert hat! Unter dem Berliner Platz in Essen ist ein Fundbüro – worauf ich ehrlich gesagt selbst hätte kommen sollen. Das zweite Portemonnaie werde ich also wohl auch noch zurück erhalten.
Bei den letzten zwei Trackern gibt es wohl keine Hoffnung mehr
Den dritten Tracker habe ich in der U-Bahn in München verloren. Er wurde zunächst am Ende der Gleise ab und an noch gefunden. Mittlerweile hat sein Signal aber seit über einer Woche kein Android-Gerät in der Nähe mehr aufgeschnappt.
Der vierte Tracker lag gut sichtbar in einem Park in der Essener Innenstadt. Dort hat das Portemonnaie einige Tage lang niemand aufgehoben, bis der Tracker darin irgendwann an anderer Stelle in Essen wieder aufgetaucht ist:
Dort wird er sporadisch immer wieder mal gefunden, aber in so einem groben Tracking-Bereich, dass eine Suche aussichtslos ist.
Eure Einschätzung vorab im Vergleich mit dem Ergebnis
Ihr wart vorab eher skeptisch, wenn es darum geht, wie viele Portemonnaies ich zurückbekomme, wie die folgende Umfrage zeigt:
Zwei Drittel sind davon ausgegangen, dass ich maximal zwei Portemonnaies zurückbekomme. Die von den meisten gewählte Antwort von zwei (31 Prozent) dürfte es am Ende werden, auch wenn ich dafür selbst aktiv werden musste.
Wenn andere Personen die Portemonnaies gefunden hätten, wäre allerdings auch ein anderes Ergebnis wie drei, alle vier oder kein Geldbeutel möglich gewesen.
Interessant fand ich es dennoch, diesen kleinen Versuch durchzuführen. Und ich hoffe, euch geht es da genau so.
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