Seit Jahren ist Künstliche Intelligenz in allen Lebensbereichen auf dem Vormarsch – ungeachtet der Akzeptanz. Genau die sinkt aber gerade bei der als technikaffin geltenden Generation Z (Geburtsjahr 1997 bis 2002) aber kontinuerlich, wie eine Umfrage des Analyseunternehmens Gallup (via The Verge) belegt.
- Nur 18 Prozent bezeichnen sich demnach noch als hoffnungsvoll gegenüber KI-Tools – vor einem Jahr waren es noch 27 Prozent.
- Die Zahl derer, laut denen die Risiken die Vorteile überwiegen, stieg Gallup zufolge im selben Zeitraum um 11 Punkte auf fast 50 Prozent.
- In einer weiteren Umfrage im Verbund mit der Harvard-Universität gaben 74 Prozent der jungen Erwachsenen in den USA an, mindestens einmal im Monat einen Chatbot zu nutzen.
Ein darauf basierender The-Verge-Bericht sieht hier gewissermaßen ein Paradox entstehen: Je mehr junge Leute Künstliche Intelligenz nutzen, desto mehr hassen selbige die KI-Tools. Zumindest die vom Bericht eingefangenen Stimmen geben dieser These Recht.
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Nutzung aus Zwang, Ablehnung aus Überzeugung
»Der erschreckendste Teil ist für mich die menschliche Auswirkung – wie das die Fähigkeit der Menschen beeinflusst, Beziehungen zu führen oder einfach grundlegend zu kommunizieren«, meint etwa Meg Aubuchon, eine 27 Jahre alte Kunstlehrerin aus Los Angeles, gegenüber The Verge.
Auch weitere Gen-Z-Zugehörige rechnen kritisch ab. Emma Gottlieb, die im technischen Vertrieb für ein Unternehmen der Filmausrüstungsbranche arbeitet und KI-Tools zur Sichtung technischer Dokumente einsetzt, geht in diesem Hinblick etwas angriffslustiger mit KI ins Gericht:
Ich habe viel über dieses Thema nachgedacht und bin persönlich zu dem Schluss gekommen, dass das alles ein Haufen Bullshit ist, um Jobs auszulagern.
»Nur die eigene Auflösung beschleunigen«
Die weiteren Daten, die aus der Harvard-Gallup-Umfrage und im Kontext des Verge-Berichts folgen, zeichnen ebenfalls ein miserables Stimmungsbild.
- 79 Prozent der von Gallup befragten jungen Erwachsenen machen sich Sorgen, dass KI Menschen fauler mache.
- Und 56 Prozent geben tatsächlich an, dass die Tools ihnen dabei helfen, schneller fertig zu werden – allerdings räumen auch 80 Prozent ein, dass KI-Nutzung das tatsächliche Lernen langfristig erschwere.
Die Forschungsdirektorin am Distributed AI Research Institute Alex Hanna sieht angesichts dieser Werte Unternehmen und Hochschulen in einer verfehlten Strategie gefangen.
Gegenüber The Verge erklärt Hanna, dass Universitäten von Arbeitgebern gesagt bekommen, dass Studenten diese Tools beherrschen sollen – aber »nicht, weil die Tools tatsächlich viel Mehrwert liefern, sondern weil die Universität investiert oder Geldgeber auf der Anbieterseite hat«.
So regt sich auch den Hochschulen Widerstand, wie aus der University of Pennsylvania hervorgeht. Hier wird eine »unkritische KI-Integration durch die Hochschulleitung« moniert: Wer die Technologie ohne klare Regeln übernehme, beschleunige damit nur die eigene Auflösung.
»Kulturell toxisch«: Der soziale Preis der KI-Nutzung
Neben strukturellem Druck spielt laut The Verge auch sozialer Scham eine Rolle:
- KI-Nutzung gilt demnach unter vielen jungen Menschen als uncool; dieser Eindruck greife besonders dann, wenn sie kreative Prozesse ersetzt.
- Laut einer im Bericht zitierten Studie der University of Pittsburgh betrachten Studenten den KI-Einsatz von Kommilitonen als Warnsignal und denken dadurch schlechter von ihnen.
Die Stimmen in dem Verge-Bericht sorgen sich bei diesem Anblick weniger um ihre eigene Generation als um die nachfolgende Generation Alpha: Diese wachse auf, ohne ein Gespür für die kritische Hinterfragung von Technologie zu haben – »und ohne zu merken, dass sie von ihr beeinflusst werden«.
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