Drei Wanderer, dichter Wald und der Blick aufs Tal, um das nächste Rätsel unserer Geocaching-Tour zu lösen. So lief die letzte Wanderung von mir und zwei Freunden durchs Höllental ab.
Dort waren wir vor kurzem auf Geoaching-Wanderung, um herauszufinden, wie sich moderne GPS-Tracker im Vergleich zum Smartphone schlagen – das Ergebnis könnt ihr hier nachlesen.
Als App-Fan konnte ich es nicht lassen, eine zusätzliche Anwendung auszuprobieren, die der Schatzsuche einen eigenen, extra Rätsel-Twist verpasst. In dem Fall die kostenlose App: »Adventure Lab«.
Warum uns die Anwendung besonders viel Spaß gemacht hat und trotz kleiner Schwachstellen sogar die herkömmliche Geocaching-App schlägt, erfahrt ihr im Folgenden.
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Da möchte man ja fast wandern gehen: Im Nationalpark-Simulator werdet ihr eins mit der Wildnis
So läuft die Schatzsuche mit Adventure Lab
Einmal installiert, müsst ihr euch nach dem Start von Adventure Lab zunächst einen Account anlegen. Der ist kostenfrei und dient vor allem dazu, um eure bereits erledigten Wanderungen zu speichern und das Tool möglichst vor Bot-Angriffen zu schützen.
In der App selbst findet ihr dann direkt eine große Karte, die euch die nächsten Wandermöglichkeiten in eurer Umgebung anzeigt. Solltet ihr schon einen bestimmten Cache im Kopf haben, könnt ihr die Suchfunktion verwenden.
Diese kommt mit zahlreichen Filtern und erlaubt es euch so, nach besonders gut bewerteten, neu angelegten oder etwa kinderfreundlichen Strecken zu suchen. Inwiefern eine Strecke für Kinder geeignet ist, hängt dabei von dem benötigten Konditionslevel des Weges sowie dem Rätselthema ab.
Die Rätselthemen können sich nämlich stark unterscheiden und von Fantasy-Erkundungen bis Horror-Abenteuern alles beinhalten. Unsere Strecke durchs Höllental war dagegen etwas unspektakulärer. Wir waren nämlich auf einem Geologiepfad unterwegs mit Fragen rund um die Entstehung des Tals und seiner Gesteinsarten.
Um die Wanderung zum Blauen Löw, einem alten, begehbaren Stollen, zu starten, mussten wir nicht mehr machen, als die App zu öffnen, die entsprechende Route auszuwählen und auf »Start« zu tippen. Schon ging die Navigation los – genau wie bei einem GPS-Gerät.
Wie beim Geocaching üblich, mussten wir unsere Route selbst finden und haben auf der Karte nur den nächsten Rätselpunkt angezeigt bekommen. Sollten wir alle Rätsel erledigen, bekommen wir ein digitales Abzeichen in der App und die Info, wo sich der finale Cache befindet.
Im Gegensatz zu vielen klassischen Geocaching-Touren mussten wir also noch unser Köpfchen benutzen. Wobei das eigentlich nicht ganz stimmt, denn unsere Route hatte ein Problem, das auch die größte Schwäche der App darstellt.
Die Qualität der Rätsel unterscheidet sich stark
Statt ausgefallener Rätsel haben wir nur Lückentexte als Aufgaben bekommen, deren Antworten starr vorgegeben waren.
So musste in unserem Fall nur der exakte Begriff von den Infotafeln des Wanderwegs verwendet werden, um die abgeschriebenen Texte zu beantworten. Rätsel war also weniger und spätestens bei der vierten Tafel hat es sich eher wie ein Abarbeiten von Aufgaben angefühlt.
Sollte eine Tafel fehlen, wird das Rätsel also so gut wie unlösbar und der Cache lässt sich nicht abschließen. Hier fehlt der Anwendung eine Ausweichmöglichkeit, falls eine Strecke nicht mehr lösbar ist – etwa Hinweise oder das Einblenden der Lösung.
Dennoch hatten wir viel Spaß beim »Rätsellösen«. Denn auch wenn wir unsere grauen Zellen nicht sonderlich anstrengen mussten, haben wir so immer wieder einen Anreiz gehabt, die Tafeln zu lesen und etwas über die Region zu lernen.
Und ganz ehrlich: Wenn das nicht Teil der Aufgabe gewesen wäre, wären wir wahrscheinlich schnurrstracks vorbeigewandert oder hätten die Schilder nur überflogen.
Die Krux mit den Inhalten der Community
Neue Routen für ein Geocaching-Abenteuer zu finden, ist leicht. Sucht ihr aber eine wirklich gute Strecke, gibt es Hürden.
Schließlich kann jeder mit Account eine eigene Strecke anlegen. Und je nach Aufwand, der in die Rätselrouten gesteckt wird, unterscheiden sich eben auch die Qualität und der Spaß der Aufgaben.
Während meiner Suche nach einer Wanderstrecke habe ich zum Beispiel einige vielversprechende Touren gefunden, die leider zu weit weg waren. Manche Mini-Routen in meiner Heimatregion hingegen sahen sehr lieblos gestaltet aus und die ein oder andere Strecke wurde komplett von KI erstellt.
Wie spannend eine Tour wird, hängt also davon ab, wie viel Mühe sich der Ersteller gemacht hat. Wobei mir unsere Strecke gezeigt hat, dass auch ein unkreativer Lückentext seine Vorteile haben kann.
Genau hier liegt für mich die große Stärke der App: Selbst wenn die Rätsel mal unkreativer ausfallen, motiviert sie dazu, die Umgebung genauer wahrzunehmen. Vor allem, weil viele Strecken mit Umgebungsrätseln zusammenhängen.
Wer sich darauf einlässt, bekommt einen unterhaltsamen Zusatzanreiz für den nächsten Ausflug, den ich euch trotz Schwächen definitiv empfehlen kann.





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