Millionen Deutsche wechseln nicht zu Glasfaser, obwohl sie es könnten: Eine Studie nennt die Gründe und eine Lösung

Auch wenn immer mehr Deutsche auf Glasfaser wechseln können, machen es viele weiterhin nicht.

Der Ausbau von Glasfaser schreitet auch in Deutschland voran. (Bildquelle: Telekom) Der Ausbau von Glasfaser schreitet auch in Deutschland voran. (Bildquelle: Telekom)

Immer mehr Haushalte in Deutschland erhalten die Möglichkeit, Glasfaser zu nutzen. Bis zum Jahr 2030 soll der Ausbau alle deutschen Haushalte ans Netz angeschlossen haben.

Das ist passiert: Eine aktuelle Umfrage des Beratungsunternehmens BearingPoint hat ergeben, dass Glasfaser weiterhin weniger nachgefragt wird als in anderen europäischen Ländern.

Im Detail:

  • Für das Jahr 2025 soll die Zahl der Haushalte, die Glasfaser buchen können, bei rund 25 Millionen liegen.
  • Von diesen sollen sich allerdings nur ungefähr ein Viertel für den Umstieg entschieden haben.
  • Die restlichen Haushalte bleiben bei DSL, Kabel und anderen Möglichkeiten.

Die Deutsche Telekom bestätigte den Trend diesen Monat. Sie gab an, dass momentan über 80 Prozent der gelegten Glasfaser-Kabel nicht genützt würden.

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Diese Gründe sprechen gegen einen Wechsel

Laut BearingPoint gibt es mehrere Hauptgründe, die gegen Glasfaser sprechen:

  1. Zufriedenheit mit dem aktuellen Tarif.
  2. Die Wechselkosten.
  3. Glasfaser soll keinen erkennbaren Vorteil bieten.

Aber auch das Preis- und Leistungsverhältnis, die zu lange Wartezeit und der Baulärm wurden von Teilnehmern der Studie genannt.

Die Handlungsempfehlung

Im europäischen Vergleich liegt Deutschland sowohl beim Ausbau als auch der der Nutzung von Glasfaser laut BearingPoint im unteren Mittelfeld.

So lag die Verfügbarkeit in Schweden, Dänemark und den Niederlanden zwischen 87 Prozent und 93 Prozent. Auch die Nutzung lag teilweise deutlich über der in Deutschland.

Selbst in Ländern mit vergleichbarer Infrastruktur, wie der Schweiz, lag die Nutzung fast doppelt so hoch wie in Deutschland.

Für BearingPoint ist vor allem die Fragmentierung ein Problem. Deutschland sei ein technisch geprägter Markt mit exklusiven Einzelvereinbarungen und fehlenden Standards.

Wie Schweden, Dänemark und die Niederlande sollte Deutschland daher mehr auf offene Netze setzen, die allen Dienstanbietern diskriminierungsfrei zur Verfügung gestellt werden. Die Trennung von Netz und Dienstleitung sei entscheidend.

Fünf Punkte schlägt BearingPoint daraus ableitend als Handlungsempfehlung vor:

  • Einführung verbindlicher technischer Standards für Open Access
  • Förderung zentraler Plattformen zur Netzintegration
  • Klare regulatorische Leitplanken für diskriminierungsfreien Zugang
  • Stärkung kommunaler Netzbetreiber durch gezielte Investitionsanreize
  • Trennung von Infrastruktur und Dienstleistung zur Vermeidung von Interessenkonflikten

Jetzt seid ihr gefragt. Seid ihr schon auf Glasfaser umgestiegen oder plant einen Wechsel? Ist Glasfaser bei euch verfügbar? Schreibt uns dazu gerne einen Kommentar.

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