Ausgerechnet Google hat mich überzeugt: KI ist schon bald mehr als ein Spielzeug

Meinung: Google legt seinen Fokus jetzt auf KI. Die neu präsentierten Tools sind dabei für sich genommen nicht sehr aufregend. Ich glaube trotzdem, dass sie in der Summe bedeutsam sind.

Google motzt die Suchmaschine mit KI auf - und noch einige weitere Produkte. Google motzt die Suchmaschine mit KI auf - und noch einige weitere Produkte.

Auf der Google I/O wurden vergangene Woche mehr neue KI-Features vorgestellt, als ich Finger zum Zählen habe:

Aber keines der neu vorgestellten KI-Tools war wirklich revolutionär. Von der Konkurrenz hat man das alles in der ein oder anderen Form schon gesehen: Bing AI von Microsoft, ChatGPT mit GPT-4, DocGPT als KI-Helferlein beim Schreiben von Dokumenten.

Trotzdem konnte ich mich während der Google I/O kaum auf dem Stuhl halten. Denn für mich steht fest: Spätestens mit dieser Präsentation hat eine neue Phase für KI begonnen.

Video starten 9:37 Alle wichtigen Ankündigungen der Google I/O 2023 jetzt in unter 10 Minuten

Googles KI-Offensive ist gestartet

Wie bereits erwähnt: Für sich genommen, ist keines der vorgestellten Tools der große Wurf - zumindest nicht für mich als Endanwenderin.

Trotzdem schafft es Google mit seinen Features, eine der bisher größten Hürden für Bild- und Text-KIs zu beseitigen. Denn was den Funktionen bisher oft fehlt, ist eine fließende Integration in all das, was wir im Alltag verwenden: Suchmaschinen, Dokumente, E-Mails.

Google hat klargemacht: Wenn ihr eine unserer Software mit KI nutzen wollt, dann findet ihr die KI auch direkt in dieser Software.

Der Transparenz wegen sei erwähnt, dass Google auch wieder nicht der Erste ist. Denn Microsoft kündigt bereits seit einiger Zeit immer neue KI-Funktionen für die hauseigene Software an - egal, ob das die Suchmaschine Bing, Office-Produkte wie der Microsoft 365 Copilot oder die Sprach-KI VALL-E sind.

Warum also jetzt dieser Text, und nicht schon vor ein paar Wochen?

Alana Friedrichs
Alana Friedrichs

Alana ist immer noch fasziniert davon, was ChatGPT, Bing, Midjourney und Konsorten schon jetzt leisten. Bei all der Faszination muss sie aber auch eingestehen: Wirklich praktisch kamen ihr die Tools bisher meist nicht vor. Im Berufsalltag machen sie ihr oft mehr Arbeit, als sie abnehmen. Aber sie ist zuversichtlich und glaubt, dass Google mit der I/O einen wichtigen Schritt nach vorne gemacht hat, um das zu ändern.

Google und Microsoft: ein KI-Rennen der Giganten

Vermutlich kommt der Impuls für diesen Artikel auch daher, dass mir Google auf der I/O einfach so viel KI in so kurzer Zeit um die Ohren geworfen hat, dass ich nicht anders kann, als es für bedeutsam zu halten.

Ich maße mir dennoch an, dass es noch einen zweiten, rationaleren Grund gibt: Uns steht jetzt ein Duell bevor.

Bisher stand Microsoft mit seiner KI in allen Produkten-Politik doch eher alleine dar, wenn man sich die großen Office-Riesen anschaut. Dass Google jetzt mit einer so großen KI-Palette nachzieht, setzt dem ein Ende.

Künstliche Intelligenz ist spätestens jetzt in der Arbeitswelt angekommen.

In den nächsten Monaten werden all die Softwares, die wir schon jetzt nutzen, immer stärker mit KI verzahnt werden. So stark vermutlich, dass wir in absehbarer Zeit nicht mehr aktiv denken: Bei dieser E-Mail könnte mir KI helfen, sondern einfach auf den Für mich weiterschreiben-Button drücken.

Warum das wichtig ist

Wenn ich meine Gefühle rund um die neuen KI-Tools beschreiben müsste, dann kämen mir Worte in den Sinn wie: faszinierend, erschreckend, aufgeregt.

Kein Teil dieser Aufzählung war bisher das Adjektiv nützlich. Im Alltag stellte sich für mich fast immer heraus, dass der Einsatz von KI zu umständlich war und die Ergebnisse oft nur mit viel Zuarbeit überzeugen konnten.

Letzteres ändert die Zeit - OpenAI, Google und Co. optimieren ihre KI-Tools ständig weiter.

Aber damit KI nicht nur faszinierend, sondern auch nützlich ist, muss sie ohne große Umwege einsetzbar sein. Solange es aufwendige Plug-ins und Drittanbieter-Webseiten braucht, bleibt KI vor allem ein Spielzeug.

Microsoft und Google haben das erkannt und gehen das Problem an, indem sie die KI in der Software integrieren, wo sie uns wirklich helfen kann. Sie beseitigen damit eine der größten Hürden, die ChatGPT und Co. bisher hatten. Und erst dieses reibungslose Ineinandergreifen ist es, was aus der Künstlichen Intelligenz ein Werkzeug statt eines Spielzeugs machen kann.

Was meint ihr? Ist die Integration in Office-Programme der nächste große Schritt für KI? Oder befinde ich mich auf dem Holzweg mit meiner These? Ist Künstliche Intelligenz schon seit Längerem viel weiter, als mir bewusst ist? Oder werden ChatGPT und Co. als Modeerscheinung maßlos überschätzt? Schreibt mir eure Meinung dazu gerne in die Kommentare!


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