Wenn es um Navigations-Apps geht, werden viele von euch sicherlich auf Google Maps zurückgreifen. Die Software ist kostenlos, umfangreich und auf vielen Handys bereits vorinstalliert. Ich nutze Google Maps ebenfalls häufig, um Öffnungszeiten zu checken, Geschäfte zu suchen oder zum Navigieren auf kurzen Strecken.
Für längere Fahrten mit dem Auto habe ich allerdings eine für mich bessere Lösung gefunden, nachdem ich verschiedene Navi-Apps wie Here WeGo, Sygic oder Waze ausprobiert habe: TomTom Go Navigation.
Der Hersteller physischer Navigationsgeräte bietet seit Jahren eine App für iPhone und Android-Geräte an. Was TomTom Go für mich auf längeren Fahrten zur besseren Wahl macht, sind einige spezifische Funktionen, die Google Maps in der Form nicht bietet.
Routenübersicht
Was mir sehr gut gefällt, ist die Routenübersicht bei TomTom. Am rechten Bildschirmrand gibt es die Routenleiste – ein schmaler Balken – der die gesamte Strecke vom Start bis zum Ziel abbildet.
Hier sehe ich auf einen Blick, wo mich auf meiner Fahrt Baustellen, Unfälle, Staus und Co. erwarten. Auch Tankstellen werden hier eingeblendet, was ebenfalls praktisch ist, wenn man mehrere Hundert Kilometer unterwegs ist.
Droht ein Stau, so sehe ich einerseits, wo sich dieser ungefähr befindet. Zudem blendet TomTom die voraussichtliche Verzögerung der Fahrtdauer (aktualisiert sich laufend) und optionale Alternativrouten ein, sofern es welche gibt.
Alternativrouten
Die Alternativrouten sind für mich ein weiteres Feature, das ich an TomTom schätze. Sobald eine schnellere Route verfügbar ist, schlägt mir die Navi-App diese vor. Sie wird in einer anderen Farbe auf dem Display eingeblendet, samt der Information, wie viel Zeit ich spare.
Während mich andere Navi-Apps unter Umständen nicht einmal fragen, ob ich eine Alternativroute fahren möchte, habe ich bei TomTom die Wahl. Das gefällt mir, denn teilweise spare ich bei bestimmten Umwegen gerade einmal zwei oder fünf Minuten.
Im Zweifel bleibe ich dann einfach auf meiner Hauptroute, bevor ich über verschiedene Abfahrten, Landstraßen und Co. ausweiche, um am Ende wenige Minuten zu sparen.
3D-Fahrspurassistent
Was ich bereits bei klassischen Navis geschätzt habe, ist ein 3D-Spurassistent, der mir visuell klar signalisiert, welche Spur ich nehmen muss. Gerade an komplexeren Autobahnkreuzen oder Abfahrten ist das für mich ein echter Vorteil – vor allem, wenn ich irgendwo unterwegs bin, wo ich mich überhaupt nicht auskenne.
Viele andere Navi-Apps und auch Google Maps haben Spurassistenten. Allerdings sind das oft einfache Pfeile, die mir gerade in stressigen Situationen weniger gut helfen als die animierte Fly-over-3D-Sicht mit der markierten Spur.
Offline-Navigation
Beim Kartenmaterial setzt der Hersteller auf eine einfache Lösung, die man ebenfalls von klassischen Navigationsgeräten kennt. Man lädt einfach alle benötigten Karten herunter und braucht sich um die Mobilfunkverbindung keine Gedanken zu machen.
Das kann nützlich sein, wenn man in Gebieten mit Funklöchern unterwegs ist oder einen Handyvertrag mit wenig Datenvolumen nutzt. Gerade aber außerhalb der EU ist es eine gute Lösung, um hohe Roaming-Gebühren zu sparen – so ist die Schweiz beispielsweise nicht bei allen Providern im EU-Roaming enthalten.
Nichtsdestotrotz verbraucht auch TomTom mobile Daten, wenn auch sehr wenig. Sie werden unter anderem für Echtzeit-Verkehrsinformationen, Radarkamera-Updates oder andere Dienste benötigt. Alternativ lässt sich die App aber auch ohne Echtzeit-Updates im Flugmodus nutzen.
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Blitzerwarner
In Deutschland verboten, in anderen Ländern mitunter nicht: TomTom warnt vor auch vor Radarkameras. Standardmäßig ist die Funktion in Deutschland deaktiviert.
Natürlich lässt sich das Feature auf eigene Gefahr einschalten oder eben in Ländern nutzen, wo es erlaubt ist. Laut Hersteller ist das etwa in Frankreich der Fall. Hier sind die Blitzerwarnungen Teil der Gefahrenmeldungen.
Die Kostenfrage
TomTom setzt auf ein kostenpflichtiges Abonnement, das mit monatlich 3,99 Euro beziehungsweise 19,99 Euro im Jahr zu Buche schlägt – häufig gibt es Rabattaktionen oder auch kostenlose Testzeiträume.
Gerade, weil es so viele gute und kostenlose Alternativlösungen gibt, stellt sich natürlich die Frage, ob die App ihr Geld wert ist. Ich muss sagen, für mich ist sie das. Ich fahre etwa zwei- bis dreimal im Jahr Strecken von rund 1.000 Kilometern (hin und zurück). In dem Fall buche ich mir dann ein Monats-Abo.
Wichtig
Das Abonnement muss man selbstständig kündigen. Es verlängert sich sonst automatisch kostenpflichtig. Das gilt auch für das Probe-Abonnement bei Neukunden.
Wo TomTom an seine Grenzen stößt
Aus meiner Sicht ist TomTom Go nur zum Autofahren (auch eine LKW-Variante ist verfügbar) sinnvoll, denn alternative Navigationsmöglichkeiten für Fahrrad, zu Fuß oder ÖPNV gibt es nicht.
Auch zusätzliche Informationen zu Supermärkten, Restaurants und Co. wie bei Google Maps sind nicht vorhanden. Features wie Satellitenansicht oder gar Street View sucht man bei TomTom ebenfalls vergebens.
Fazit
TomTom Go Navigation konzentriert sich auf den Kern: die reine Navigation auf vier Rädern. Damit ist die App also kein Ersatz für Google Maps, Apple Karten und Co., allerdings eine praktische Ergänzung.
Ob man dafür bereit ist, Geld zu bezahlen, das muss am Ende jeder für sich entscheiden, zumal die Konkurrenz in diesem Bereich sehr groß ist.
Für mich sprechen die oben genannten Features für TomTom Go. Und für mich ist es in Ordnung, dafür im Jahr rund acht bis zwölf Euro zu investieren.
Solltet ihr die App nicht kennen, probiert sie doch einmal aus. Für Neukunden gibt es ein kostenloses Probe-Abo. Denkt aber an die Kündigung, falls ihr euch der Dienst nicht gefällt oder aber ihr kein Geld dafür ausgeben wollt.
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