Vor 26 Jahren hat eines der heute mächtigsten Unternehmen der Welt einen neuen Begriff für Grafikkarten erfunden – viele von uns nutzen ihn tagtäglich

GPU oder »Graphics Processing Unit« gehört zum Standard-Wortschatz eines jeden Spielers. Dabei ist es eigentlich ein Marketingbegriff.

Grafikkarten nennen wir heute meist nur GPUs. Der Begriff wurde aber erst 1999 populär. (Bild: VGA Museum) Grafikkarten nennen wir heute meist nur GPUs. Der Begriff wurde aber erst 1999 populär. (Bild: VGA Museum)

Wahrscheinlich denkt ihr euch nichts dabei, wenn ihr eure Grafikkarte GPU nennt. Heute verwenden wir die Begriffe synonym zueinander. Es ergibt ja eigentlich auch Sinn, denn immerhin ist das Bauteil eine »Graphics Processing Unit«, also ein Gerät, das die Grafik verarbeitet.

Aber wusstet ihr, dass GPU ursprünglich mal reines Marketingsprech war?

Entlehnt ist die GPU der CPU, also der »Central Processing Unit« oder zentralen Verarbeitungseinheit – dem Gehirn eines Computers.

Wer glaubt ihr, hat’s erfunden? Nein, nicht die Schweizer, sondern ein heute milliardenschweres Unternehmen.

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Die GPU stammt von Nvidia

In erster Linie ging es Nvidia darum, ihre Grafikkarte von denen anderer Hersteller zu separieren, schreibt How to Geek. Deshalb spickte ein kluger Kopf beim Hardware-Hersteller kurzerhand bei der CPU.

»Die erste GPU der Welt« – so nannte Nvidia seine GeForce 256, die am 31. August 1999 erschien. Der Begriff hat sich natürlich nicht sofort durchgesetzt, auch weiterhin nannten Konsumenten ihre Grafikeinheit:

  • Grafikkarte
  • Grafikadapter
  • 3D-Beschleuniger

Nvidias erste Grafikkarte sah im Vergleich zu heutigen Iterationen relativ zahm aus (Bild: Hyins, Wikicommons) Nvidias erste Grafikkarte sah im Vergleich zu heutigen Iterationen relativ zahm aus (Bild: Hyins, Wikicommons)

Die NVIDIA-eigenen Detonator-Treiber waren ein wichtiges Merkmal des GeForce 256. Diese verbesserten die Leistung, Stabilität und Kompatibilität der Karte, sodass sie vor allem mit den 32 MB DDR-Speicher (Voodoo-Karten besaßen gerade einmal 4 MB) fast schon zu einem Must-have für Spielerinnen und Spieler wurde.

Technische Daten
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  • Fertigungstechnologie: 220 nm
  • Transistoren: ca. 23 Millionen
  • Taktfrequenz (GPU Core): ca. 120 MHz 
  • Speichertyp: SDR SDRAM oder DDR SDRAM
  • Speichergröße: 32 MB
  • Speichertakt: SDR: 166 MHz; DDR: 150 MHz (effektiv 300 MHz)
  • Speicherinterface: 128 Bit
  • Speicherbandbreite: SDR: ca. 2,7 GB/s, DDR: ca. 4,8 GB/s

Nvidia hatte sogar eine eigene Definition von GPU:

Ein Ein-Chip-Prozessor mit integrierter Transformations-, Beleuchtungs-, Dreieckseinrichtungs-/Beschneidungs- und Rendering-Engine, der mindestens 10 Millionen Polygone pro Sekunde verarbeiten kann.

Heute hat Nvidia kaum noch Nebenbuhler; die Konkurrenz besteht weitestgehend aus AMD, Intel und Qualcomm. Im Laufe der Zeit hatte das Unternehmen weniger konkurrenzfähige Mitbewerber einfach aufgekauft. Das sah vor über 25 noch anders aus, als die GeForce 256 erschien.

Natürlich ist rückwirkend betrachtet ein riesiger Coup von Nvidia, dass wir Grafikkarten heute auch als GPUs bezeichnen. Es passiert nicht alle Tage, dass ein als Marketingwort gedachter Begriff sich im Alltag einprägt. »Googlen« ist ein solches Wort, das eine beliebte Vampir-Serie erstmals im TV nutzte.

Witzigerweise werden Grafikchips, die vor dem GeForce 256 entwickelt wurden (etwa alte Konsolen-Grafikchips), heutzutage auch als GPUs bezeichnet – noch bevor Nvidia die Idee hatte.

Könnt ihr euch noch an eure erste Grafikkarte erinnern? Nennt ihr sie auch GPUs? Wusstet ihr von diesem Fakt? Schreibt eure Meinung gerne in die Kommentare.

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