Grafikkarten per Lufttransport - Miner mieten Boeing 747 für schnelle Lieferung

Um Grafikkarten in großen Mengen so schnell wie möglich zu erhalten, mieten Krypto-Miner ganze Boeing 747 als Frachtmaschinen, um nicht den langsamen Seeweg nutzen zu müssen.

von Georg Wieselsberger,
28.07.2017 11:43 Uhr

AMD-Grafikkarten der RX-500-Serie sind bei Minern besonders beliebt.AMD-Grafikkarten der RX-500-Serie sind bei Minern besonders beliebt.

Auch wenn der Preis für die Krypto-Währung Ethereum in den letzten Wochen gesunken ist, für viele Krypto-Miner ist sie auch für rund 200 US-Dollar pro Coin noch immer eine sehr einträgliche Einnahmequelle. AMD hat davon besonders profitiert, da deren Radeon-Grafikkarten wie die Radeon RX 580 besser als Geforce-Modelle für die notwendigen Berechnungen geeignet sind. Allerdings waren und sind dadurch viele Radeon-Modelle immer noch ausverkauft und auch Geforce-Modelle betroffen und deutlich im Preis gestiegen.

Auch bei der Bekanntgabe der Geschäftszahlen bestätigte AMD-Chefin Lisa Su, dass es eine erhöhte Nachfrage durch Krypto-Miner in den letzten Monaten gegeben habe.

Wer sich fragt, was eine Kryptowährung überhaupt ist und was es mit dem aktuellen Mining-Hype auf sich hat, dem empfehlen wir unseren Übersichtsartikel: Krypto-Mining: Was ist das und wie funktioniert es?

AMD plant nicht mit langfristigen Verkäufen an Miner

Für Analysten steht auch fest, dass das gute Ergebnis der Grafiksparte von AMD an dieser Nachfrage lag, auch wenn sich AMD dazu nicht genauer äußerte. AMD werde Krypto-Mining auch nicht als langfristigen Faktor für Wachstum berücksichtigen, sondern sich weiter auf Gaming konzentrieren. Bei den aktuellen Schürf-Berechnungen können laut einem Bericht von Quartz rund 36.000 neue Ethereum-Einheiten pro Tag entstehen.

Bei dem aktuellen Preis von rund 200 US-Dollar sind das also 7,2 Millionen US-Dollar oder rund 6,16 Millionen Euro. Der Ethereum-Preis lag allerdings sogar schon bei über 400 US-Dollar. Da die Konkurrenz hoch ist, versuchen die Miner also, die Rechenleistung ihres Datenzentrums so schnell und so umfangreich wie möglich zu erhöhen, um von diesem täglichen Ethereum-Kuchen ein möglichst großes Stück zu erhalten.

Lieferung der Grafikkarten per Boeing 747

Gegenüber Quartz erklärte Marco Streng, der CEO von Genesis Mining, dass Zeit dabei eine sehr wichtige Rolle spiele. Um neue Grafikkarten rechtzeitig zu erhalten, miete sein Unternehmen sogar ganze Boeing 747 nur für die Lieferung aus Asien an. Alles andere, beispielsweise die sonst übliche Lieferung per Seefracht, verschwende zu viele der aktuellen Möglichkeiten bei Ethereum.

Wenn die Grafikkarten 10 Tage später ankämen, hätte man auch 10 Tage an Mining-Zeit verloren. Das seien hohe Kosten. Noch Anfang des Jahres stand Ethereum bei einem Preis von 10 US-Dollar - und selbst damals war das Mining schon profitabel. Kein Wunder also, dass große Miner die aktuell hohen Preise nutzen wollen - koste es, was es wolle.

Quelle: Quartz

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