Ich teste seit über 16 Jahren Grafikkarten. Welches Modell würde ich mir heute kaufen?

Eine Frage, die ich mir privat ehrlich gesagt länger nicht mehr gestellt habe – was sie in meinen Augen um so interessanter macht.

Wie entscheidet sich Nils von GameStar Tech aktuell bei der Qual der Wahl einer neuen Grafikkarte? Wie entscheidet sich Nils von GameStar Tech aktuell bei der Qual der Wahl einer neuen Grafikkarte?

Einerseits hängt die Entscheidung für eine bestimmte Grafikkarte stark von individuellen Faktoren ab. Welche Titel spiele ich bevorzugt? Was für einen Monitor besitze ich? Wie genau sieht meine restliche PC-Hardware aus (Stichwort Performance-Flaschenhals)?

Andererseits gibt es Faktoren, die allgemein zu berücksichtigen sind. Etwa eine ungefähre Einordnung vom Preis-Leistungs-Verhältnis, die durch Hersteller und Treiber gebotenen Features und die Vor- und Nachteile beim Kauf einer gebrauchten Grafikkarte.

Damit sind wir auch schon bei einem entscheidenden Punkt in diesem persönlichen Blick auf den aktuellen Grafikkartenmarkt. Doch bevor ich euch sage, inwiefern das der Fall ist, kurz noch ein paar Worte zu mir:

Nils Raettig
Nils Raettig

Ich bin mit meinem Einstieg im Jahr 2013 der dienstälteste Mitarbeiter im GameStar-Tech-Team, begonnen hat meine Arbeit als Tech-Redakteur aber nochmal drei Jahre früher bei der altehrwürdigen PC Praxis. Grafikkarten gehören dabei zu der Hardware, die ich mit Abstand am häufigsten getestet habe – kein Wunder, schließlich sind sie für Spieler immer noch das Wichtigste Stück Technik. Privat habe ich sowohl GPUs von AMD (oder früher ATI) als auch Nvidia genutzt, denn für mich zählt nicht der Hersteller, sondern das Preis-Leistungs-Verhältnis im Gesamtpaket.

Teile meiner Antwort könnten euch verunsichern

Ja, mit der obigen Andeutung ist gemeint, dass ich mir eine gebrauchte Grafikkarte kaufen würde.

Doch eines ist dabei besonders wichtig: Für welches Modell ich mich entscheide, hängt nicht von der Frage Neu oder gebraucht? ab.

Das ist lediglich eine Möglichkeit, Geld zu sparen und der Hardware einer anderen Person eine neue Heimat zu geben. Denn die Risiken dabei schätze ich als gering ein, wenn man bei der Entscheidung für einen passenden Verkäufer wählerisch ist.

Wie wichtig ist das genaue Modell? In diesem Artikel geht es vor allem um die Wahl der GPU, doch Grafikkarten mit passendem Chip werden von vielen verschiedenen Herstellern wie Asus, MSI und Gigabyte angeboten. Wie trifft man hier am besten eine Wahl?

Meinem Eindruck nach sind die Unterschiede zwischen Custom-Designs bei der Lüftung, der Übertaktung und anderen Faktoren dieser Art mittlerweile gering genug, um sich einfach für das aktuell günstigste Modell entscheiden zu können.

Dennoch empfehle ich euch einen kurzen Online-Check vorab nach Tests zu dem konkreten Modell, um auf Nummer sicher zu gehen. Die Wahrscheinlichkeit einer unangenehmen Überraschung ist gleichzeitig meiner Einschätzung nach sehr gering.

Hardware hält meiner Erfahrung nach sehr viel aus, auch im langen Dauerbetrieb beim Zocken. Gleichzeitig schützt sich moderne Technik längst sehr gut selbst davor, (zu) schlecht behandelt zu werden.

Dennoch kann ich völlig nachvollziehen, wenn man sich lieber eine ganz neue Grafikkarte kaufen möchte. Aber welches Modell soll es denn nun sein?


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Die Grafikkarte meiner Wahl

Ich würde mir eine Radeon RX 9070 kaufen, die neu etwa 550 Euro kostet. Gebraucht kann man mit etwas Glück ungefähr 100 Euro sparen.

  • Warum keine Grafikkarte von Nvidia? Vor allem, weil das Preis-Leistungs-Verhältnis meist schlechter ist als bei AMD-Grafikkarten. Aber auch wegen der 16 GB VRAM der RX 9070, die ich bei Nvidia nur mit der klar langsameren RTX 5060 Ti zu einem ähnlichen Preis bekomme.
  • Warum nicht die RX 9070 XT, die neu nur 90 Euro mehr kostet? Weil der Aufpreis in Anbetracht des Leistungsplus für meinen Geschmack etwas zu hoch ausfällt. Und weil ich meine Grenze von 500 Euro für eine neue GPU nicht überschreiten will, was gebraucht erst mit der RX 9070 gut möglich ist.
  • Warum überhaupt die RX 9070? Weil sie ein deutliches Leistungsplus gegenüber meiner aktuellen RTX 3080 bietet, ausreichend effizient zu Werke geht und mir auch für die Zukunft genug Performance-Puffer mitbringt.
  • Willst du wirklich auf DLSS & Co. verzichten? Nvidia ist AMD zwar bei GPU-Techniken gerne mal einen Schritt voraus. Doch die für mich zentralen Funktionen wie das Upsacling gibt es alle auch bei AMD, ohne dass ich bei der Qualität zu große Abstriche machen müsste.

Ebenfalls erfreulich: AMD hat Nvidia mit der Treiber-Software in meinen Augen inzwischen sogar überholt. Auch wenn ich zugegebenermaßen nur selten in den entsprechenden Einstellungen unterwegs bin.

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Für wen sich die RX 9070 generell eignet

Ob die Radeon RX 9070 auch für euch eine gute Wahl ist, hängt vor allem davon ab, ob ihr so viel Leistung wirklich benötigt.

Ungefähr 500 Euro sind viel Geld für eine Grafikkarte. Diese Investition lohnt sich daher in meinen Augen nur, wenn ihr mindestens in WQHD spielt und nicht nur technisch wenig fordernde Titel wie League of Legends, Counter-Strike 2 oder Indie-Spiele.

Geht es um das andere Ende des Leistungsspektrums in Form von der 4K-Auflösung und Spielen, die Hardware an ihre Grenzen bringen, sind mit der RX 9070 teilweise gewisse Abstriche nötig (Grafikdetails reduzieren, Upscaling aggressiver einstellen, mit 60 FPS oder weniger leben und so weiter).

Das Gesamtpaket der GPU überzeugt mich aber, daher wäre sie aktuell auch das Modell meiner Wahl. Neue Grafikkarten sind außerdem momentan sowohl bei AMD als auch bei Nvidia nicht in Sicht und frühestens 2027 zu erwarten, wenn nicht sogar erst 2028.

Lasst mich gerne in den Kommentaren wissen, für welche GPU ihr euch entscheiden würdet und aus was für Gründen!

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