Für die einen ist Grillen eine Sommeraktivität, für andere eine Lebenseinstellung. Doch egal wie man es dreht und wendet: Erfahrung gehört dazu.
Die richtige Temperatur fürs richtige Grillgut zu finden, ist nicht einfach - manchmal sogar für Profis. An der Stelle kommt Grill Control von Grillfürst ins Spiel: Das Gadget macht euren Gasgrill smart und regelt die Temperatur von selbst. Alle Infos werden via App voreingestellt.
Wie Grill Control sich schlägt, erfahrt ihr in unserem Test.
Auspacken und Anbringen
Das Grill Control gibt ist es für folgende Marken, mehr sollen folgen:
- Weber
- Napoleon
- Broil King
- Grillfürst bzw. Rösle Videro
Wir haben von Grillfürst zwei Exemplare für den Test zur Verfügung gestellt bekommen. Dabei war einer der Aufsätze ein Companion-Gerät, das zusammen mit dem Hauptgerät via App gekoppelt und gesteuert wird. Laut Hersteller kann man bis zu vier Stück gleichzeitig laufen haben.
Im Lieferumfang war enthalten:
- 1 Grill Control für Weber Genesis II
- 1 Grill Control Companion Device für Weber Genesis II
- 1 Grill-Thermometer (Garraumfühler)
- 2 USB-Ladekabel
- 2 Magnethalterungen
Die technischen Daten des Grill Control lesen sich wie folgt:
| Temperaturbereich | 80°C - 350 °C |
| Anzahl Fühler anschließbar am Gerät | 2 (für Garraumfühler und optionalen Kerntemperaturfühler) |
| Verbindung | Bluetooth |
| Ladeanschluss | USB-A |
| Akkulaufzeit | bis zu 20 Stunden |
| Ladezeit | ca. 3 Stunden |
Die Funktionsweise des Geräts ist simpel. Das Device selbst ist ein Aufsatz für jeweils einen Brenner respektive dessen Drehreglers. Mittels des Garraumfühlers oder Grillgutthermometers ruft das Gerät die Temperatur ab. Ist diese zu hoch oder zu niedrig, justiert das Grill Control nach, indem es über einen Motor den Knauf dreht.
Ebenso simpel ist die Einrichtung. Zunächst braucht ihr die Grill Control-App, die gibt es für Android und iOS zum Download im jeweiligen Store.
Nachdem ihr es geladen habt, bringt ihr das Grill Control über einem der Schaltknäufe an. In meinem Fall musste ich den mitgelieferten Magneten unterhalb des Griffs ankleben, dann hielt Grill Control allerdings bombenfest.
Wichtig: Das Anbringen des Geräts erfolgt nachdem ihr euren Grill eingeschaltet und den Brenner, den ihr smart machen wollt, auf die niedrigste Stufe gestellt habt. Das dient gleichzeitig als Eichung für Grill Control.
Den Garraumfühler steckt ihr am smarten Griff an und befestigt ihn ebenfalls mittels Magnet wahlweise am Deckel oder, wie ich, am Metallrost.
Ich war zunächst etwas irritiert, weil das Grill Control relativ viel Spiel hatte und nicht komplett über dem Regler steckt. Das hat der Funktion allerdings keinen Abbruch getan.
Zu guter Letzt verbindet ihr das Gerät mittels Bluetooth mit dem Handy und schon könnt ihr von dort alles steuern.
Grill Control im Einsatz
Sobald der Aufsatz sitzt und das Grillgut liegt, läuft der Rest per Handy. Beim Einrichten müsst ihr nur noch auswählen, welchen Gasgrill ihr mit vielen Brennern besitzt, und schon kann’s losgehen.
Über die App nehmt ihr diverse Einstellungen vor:
- Presets: Diverse voreingestellte Gerichte wie Krustenbraten oder ein ganzes Hähnchen
- Timer: Welche Temperatur im Grill über welchen Zeitraum erreicht werden soll
- Kerntemperatur: Welche Kerntemperatur im Fleischstück bei welcher Außentemperatur herrschen soll
- Vorheizen: Vorheizen für 15 Minuten auf höchster Stufe
Hier bin ich gleich gegen eine Wand gelaufen. Alle Presets sind an den Einsatz des Einstichthermometers gekoppelt. Wenn man das nicht mit dazu kauft, erhält man folgende Nachricht:
Dabei sind gerade die Presets verdammt hilfreich - zumal man selbst welche anlegen kann: Gewicht und Größe des Fleischstücks, erwünschte Kern- oder Außentemperatur und ein Timer lassen sich spielend eingeben und speichern.
Ist alles vorbereitet, macht Grill Control alles von allein. Steigt die Innentemperatur, dreht der Motor den Regler zurück und umgekehrt.
Besonders lohnend ist das smarte Gadget für Leute, die gerne große Stücke lang grillen, wie Pulled Pork oder Brisket. Der Akku hält immerhin bis zu 20 Stunden.
Nichtsdestotrotz lässt sich mit einem Einstichthermometer auch ein Nackensteak, Roastbeef oder die Hühnerbrust grillen, so man denn möchte.
Hat sich das Gadget auch ohne Einstichthermometer gelohnt? Ja, denn ich habe für ein Gefühl dafür bekommen, wie App und Gadget funktionieren. Ich konnte zwar nur
die Außentemperatur messen, aber die ließ sich spielend einstellen. In gleicher Manier wird das mit der Kerntemperatur des Fleischs funktionieren.
Die App und Grill Control lohnen sich ohne Kerntemperaturmesser daher vor allem für Gasgrill-Einsteigerinnen und -Einsteiger.
Nettes Feature: Sobald ich den Temperaturfühler abgezogen habe, bekomme ich eine Warnung auf die Apple Watch. Man ist bei seinem Grillgut also stets im Bilde.
Die volle Bandbreite ist dann für Profis gedacht, die die Kerntemperatur ihres Grillguts stets im Auge behalten wollen. Dann braucht es aber auch ein oder mehrere Companion-Geräte für die anderen Brenner - und das wird teuer. Das Hauptgerät kostet im Shop von Grillfürst 225 Euro, jedes weitere schlägt mit über 200 Euro zu Buche, plus das Einstichthermometer für knapp 55 Euro pro Stück.
Und dann ist da noch die Sache mit der Bluetooth-Verbindung. Koppeln und halten ist ganz leicht, solange man mit dem Handy innerhalb der Reichweite bleibt. Zwar merkt sich das Gerät die Einstellung aus der App 5 Minuten lang, aber wenn man den Grill 20 Stunden laufen hat, ist die Einschränkung groß.
Fazit
Den (Gas-)Grill smart machen, das ist 2023 keine Hexerei mehr. Mit dem Grill Control von Grillfürst geht das sogar ziemlich easy, selbst wenn man sich nicht mit Technik und Apps auseinandersetzen möchte.
Installation und Inbetriebnahme sind ein Kinderspiel. Das läuft fast schon intuitiv. Die App selbst ist übersichtlich und klar verständlich. Kein Schnickschnack, nur die wichtigsten Funktionen.
Den vollen Funktionsumfang erreicht Grill Control allerdings erst mit dem Einstichthermometer, das mir im Test gefehlt hat. Nicht ärgerlich, aber suboptimal, weil ich dieses so nicht auf seine Genauigkeit testen konnte.
Durch die lange Akkulaufzeit lohnt sich das Gadget vor allem für fortgeschrittene Grillpiloten, die gerne große Fleischstücke, anstatt das schnelle Nackensteak auf den Rost legen. Dann wird’s aber auch recht schnell teuer. In der Variante, in der ich es getestet habe, ist Grill Control eher etwas für Gasgrill-Einsteiger.
Unterm Strich hat das Grillen mit Grill Control wunderbar funktioniert. Lediglich das Einsatzgebiet muss jeder für sich selbst abwägen.
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Grillen ist Sommeraktivität, ein Weg der Essenszubereitung und Sport zugleich. Das heißt auch: Für den heimischen Outdoor-Ofen gibt’s Gadget en masse. Gehört ihr zu den klassischen Grillen, die keinen Schnickschnack brauchen? Oder darfs doch mal das neuartige Gadget sein, welches das Grillen vereinfacht? Schreibt eure Meinung gern in die Kommentare.


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