Test: Für 500 Euro gibt es kein besseres Gaming-Handy als das Redmagic 11 Air

Das Redmagic 11 Air beweist sich im Test als bezahlbarer Kraftprotz für Gaming-Fans. Allerdings kommt das Smartphone mit Kompromissen.

Das Redmagic 11 Air beweist sich im Test als starkes Leistungspaket. Allerdings hat es abseits dessen auch klare Abstriche. (Bildquelle: GameStar Tech) Das Redmagic 11 Air beweist sich im Test als starkes Leistungspaket. Allerdings hat es abseits dessen auch klare Abstriche. (Bildquelle: GameStar Tech)

Mit dem Redmagic 11 Pro hat Nubia das erste Gaming-Smartphone mit Flüssigkühlung auf den Markt gebracht – ein echtes Technik-Statement. Das neue Redmagic 11 Air verzichtet auf diesen Overkill, soll aber denselben Gaming-Fokus in einem schlankeren und günstigeren Gerät liefern.

Ob der Sparkurs sinnvoll ist oder sich der Aufpreis fürs Pro-Modell am Ende doch lohnt, zeigt mein Test.

Transparenzhinweis: Redmagic hat mir das 11 Air für den Test kostenfrei zur Verfügung gestellt. Der Hersteller hatte keinen Einfluss auf den Inhalt des Artikels und bekam keine Einsicht vor Veröffentlichung. Es bestand keine Verpflichtung zu einem Testbericht.

Redmagic 11 Air
Redmagic 11 Air
Das Redmagic 11 Air ist ein Gaming-Smartphone mit viel Leistung zu einem fairen Preis. Wer vor allem zockt, bekommt ein ausgezeichnetes 144-Hertz-Display und nützliche Gaming-Features wie Schultertasten oder den Game Space mit diversen Einstellungsmöglichkeiten sowie Plugins. Für 500 Euro werdet ihr kaum etwas Besseres finden.

Trotz großem Akku ist die Laufzeit allerdings recht kurz, das Kamerasystem mittelmäßig und vor allem der Android-Support mit nur zwei großen Updates mager. Der Fokus liegt hier also klar auf mobilem Gaming.
  • Starke Performance
  • Hervorragendes 144-Hertz-AMOLED-Display
  • Viele Gaming-Features wie Schultertasten und Bypass Charging
  • Netzteil im Lieferumfang
  • Relativ kurze Akkulaufzeit
  • Mittelmäßige Haupt- und schlechte Frontkamera
  • Nur zwei Android-Updates
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Lieferumfang

Typisch Redmagic fällt der Lieferumfang des 11 Air relativ üppig aus.

Neben dem Handy selbst bekommt ihr:

  • Eine Schutzhülle
  • Ein SIM-Eject-Tool
  • Ein USB-C-Kabel
  • Ein Netzteil
  • Eine Schnellstartanleitung

Vor allem das Netzteil ist längst kein Standard mehr. Eine Schutzfolie ist ab Werk hingegen nicht aufgebracht. Hier solltet ihr am besten eine passende mitbestellen, um das Display zu schützen.


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Inhaltsverzeichnis
So habe ich getestet

Ich habe das Redmagic 11 Air über einen Zeitraum von fünf Tagen so vielseitig wie möglich im Alltag verwendet. Ganz ersetzen konnte ich mein Hauptgerät (iPhone) nicht, da meine Kommunikation größtenteils über iMessage läuft und ich zudem verschiedene Geräte über Apple HomeKit steuere.

Spezifikationen
Redmagic 11 Air
Display6,85 Zoll AMOLED, 2.688 × 1.216 Pixel, 144 Hertz, bis 1.800 Nits Peak-Helligkeit, Gorilla Glass 7i
Abmessungen163,8 × 76,5 × 7,85 Millimeter
Gewicht207 Gramm
ProzessorQualcomm Snapdragon 8 Elite
RAM12 oder 16 Gigabyte (LPDDR5X)
Speicher256 oder 512 GB (UFS 4.1)
Hauptkamera50 Megapixel, f/1,9, OIS, 1/1,55 Zoll
Ultraweitwinkel8 Megapixel, f/2,2, 1/4 Zoll
Frontkamera16 Megapixel (unter dem Display)
Akku7.000 mAh, 80 Watt Laden (Global), kein Wireless Charging
BetriebssystemRedMagic OS 11 auf Basis von Android 16
Updates2 große Android-Updates, 5 Jahre Sicherheits-Patches (in Europa)
WasserschutzIP54
Besonderheiten520-Hz-Schultertasten, aktiver Lüfter, Game Space, Magic-Taste
Preis und Verfügbarkeit

Das Redmagic 11 Air ist in zwei Ausstattungsvarianten verfügbar:

  • 12 GB + 256 GB: 499 Euro
  • 16 GB + 512 GB: 599 Euro

Erhältlich ist das Gaming-Handy in den Farben Phantom (schwarz), Prism (weiß) und Trace (grau).


Design und Verarbeitung

Optisch bleibt sich Redmagic treu: Das 11 Air sieht wie ein Gaming-Handy aus und ist den anderen Modellen des Herstellers sehr ähnlich – kantiges Gehäuse, transparente Rückseite mit industrieller Platinen-Optik und RGB-Beleuchtung bei Lüfter und Herstellerlogo. Wer auf den »Gaming-PC-im-Hosentaschenformat-Look« steht, bekommt hier genau das. Typisch Redmagic!

Mit knapp 8 Millimetern Dicke und 207 Gramm ist das 11 Air etwas schlanker und leichter als das Redmagic 11 Pro. Durch das große 6,83-Zoll-Display und insgesamt kantige Design macht es beim Handgefühl allerdings keinen wirklichen Unterschied. Eine Zweihandbedienung ist auch beim Air Pflicht.

Das Gehäuse besteht aus einem Aluminiumrahmen mit Gorilla Glass 7i vorn und Gorilla Glass 5 auf der Rückseite. Dazu gibt es IP54-Schutz gegen Staub und Spritzwasser – ein kleines Downgrade gegenüber dem IPX8-zertifizierten 11 Pro.

Ein kleines Detail, das auffällt: Beim 11 Pro und seinen Vorgängern gibt es seit Jahren den Magic-Schiebeschalter an der Seite, der aus dem klassischen Android-System direkt in den Game Space führt.

Beim 11 Air hat Redmagic diesen nun durch einen Druckknopf ersetzt. Einen wirklichen Unterschied macht das meiner Meinung nach im Alltag aber nicht.

Ansonsten haben wir weiterhin die Sensor-Schultertasten für Spiele sowie den klassischen Lüfterschlitz, da auch das Redmagic 11 Air aktiv gekühlt wird.

Die Verarbeitung ist makellos, das Smartphone macht einen hochwertigen Eindruck. Auch die physischen Knöpfe sitzen stramm im Gehäuse und bieten einen guten Druckpunkt.


Display

Das 6,85-Zoll-AMOLED-Panel ist eine der größten Stärken des Redmagic 11 Air. Mit 2.688 × 1.216 Pixeln wirkt das Bild sehr scharf, dazu kommen bis zu 144 Hertz Bildwiederholrate für flüssige Animationen und Spiele.

Die Spitzenhelligkeit von rund 1.800 Nits sorgt dafür, dass das Display auch draußen in der Sonne gut ablesbar bleibt. Farben, Kontraste und Schwarzwerte sind OLED-typisch ausgezeichnet.


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Die Unter-Display-Kamera ermöglicht ein komplett ununterbrochenes Panel ohne Notch oder Punch-Hole. Für Spiele und Videos ist das toll, für Selfies allerdings eher weniger – dazu später mehr.

Der optische Fingerabdrucksensor unter dem Display reagiert zügig, wenn auch nicht ganz so blitzschnell wie der Ultraschallsensor im 11 Pro. Aber auch mit leicht feuchten Fingern entsperrt er zuverlässig.

Prozessor und Speicher

Im Inneren des Redmagic 11 Air arbeitet Qualcomms Snapdragon 8 Elite der vierten Generation, der Flaggschiff-Chipsatz aus dem vergangenen Jahr. Ein wichtiger Unterschied zum 11 Pro, das den neueren Snapdragon 8 Elite Gen 5 verbaut.

Das bedeutet jedoch nicht, dass das Air in irgendeiner Form langsam wäre. Der Chip-Generationsunterschied schlägt sich in erster Linie in den Benchmarks nieder.

Hier erreicht das Redmagic 11 Air sehr gute 3.063 Punkte im Single-Core- und 10.117 Punkte im Multi-Core-Test von Geekbench 6 sowie 3.298.400 Punkte im AnTuTu-Benchmark.

Zum Vergleich: Das 11 Pro kommt in meinen Tests auf 3.704 / 11.770 Punkte im Geekbench und 3.987.368 AnTuTu-Punkte. In der Theorie liegt das Pro-Modell also vorne.

Geekbench CPU Single Core
Redmagic 11 Air

  • Bewertung
Redmagic 11 Pro
3704
realme GT8 Pro
3669
Honor Magic 8 Pro
3666
Samsung Galaxy S26 Ultra
3474
Samsung Galaxy S25
3248
Samsung Galaxy S25 Ultra
3201
Honor Magic7 Pro
3186
Redmagic 10S Pro
3154
Samsung Galaxy Z Fold 7
3136
Nubia Z70 Ultra
3135
Samsung Galaxy S26
3064
Redmagic 11 Air
3063
Sony Xperia 1 VII
3007
Poco F8 Pro
2931
Xiaomi 15T Pro
2537
Samsung Galaxy Z Flip 7
2457
Google Pixel Pro XL
2341
Poco F7 Pro
2216
Nothing Phone 3
2201
Poco F7
2078
Samsung Galaxy A56
1359
Motorola Edge 70
1351
Nothing Phone 4a Pro
1312
Nothing Phone 4a
1238
Nothing Phone 3a Pro
1167
Samsung Galaxy A36
1080
Sony Xperia 10 VII
1029
Samsung Galaxy A26
1012
CMF Phone 2 Pro
1003
Poco M7 Pro
945
HMD Fusion
922
Xiaomi Redmi Note 15
731
  • 0
  • 760
  • 1520
  • 2280
  • 3040
  • 3800

Geekbench CPU Multi Core
Redmagic 11 Air

  • Bewertung
Redmagic 11 Pro
11770
Samsung Galaxy S26 Ultra
11054
realme GT8 Pro
10997
Honor Magic 8 Pro
10902
Samsung Galaxy S26
10698
Samsung Galaxy S25
10188
Samsung Galaxy S25 Ultra
10137
Redmagic 11 Air
10117
Redmagic 10S Pro
9912
Honor Magic7 Pro
9863
Samsung Galaxy Z Fold 7
9759
Nubia Z70 Ultra
9602
Poco F8 Pro
9085
Sony Xperia 1 VII
8912
Samsung Galaxy Z Flip 7
8056
Xiaomi 15T Pro
7728
Nothing Phone 3
7020
Poco F7 Pro
6700
Google Pixel 10 Pro XL
6441
Poco F7
6434
Nothing Phone 4a Pro
4163
Motorola Edge 70
4158
Samsung Galaxy A56
3884
Nothing Phone 4a
3294
Nothing Phone 3a Pro
3273
Sony Xperia 10 VII
2945
Samsung Galaxy A36
2945
Samsung Galaxy A26
2858
CMF Phone 2 Pro
2783
Poco M7 Pro
2315
HMD Fusion
2226
Xiaomi Redmi Note 15
1949
  • 0
  • 2400
  • 4800
  • 7200
  • 9600
  • 12000

AnTuTu Benchmark
Redmagic 11 Air

  • Bewertung
Redmagic 11 Pro
3987368
realme GT8 Pro
3963180
Samsung Galaxy S26 Ultra
3703886
Honor Magic 8 Pro
3675432
Redmagic 11 Air
3298400
Poco F8 Pro
3119124
Samsung Galaxy S26
2914892
Redmagic 10S Pro
2859587
Honor Magic7 Pro
2765339
Samsung Galaxy S25 Ultra
2721019
Xiaomi 15T Pro
2677645
Samsung Galaxy S25
2676028
Nubia Z70 Ultra
2461787
Samsung Galaxy Z Fold 7
2292255
Sony Xperia 1 VII
2192908
Nothing Phone 3
2012758
Poco F7 Pro
2007206
Poco F7
1943634
Samsung Galaxy Z Flip 7
1780698
Google Pixel 10 Pro XL
1522927
Nothing Phone 4a Pro
1451274
Motorola Edge 70
1421254
Samsung Galaxy A56
906542
Sony Xperia 10 VII
867875
Nothing Phone 4a
853769
Nothing Phone 3a Pro
820500
CMF Phone 2 Pro
688504
Samsung Galaxy A36
614277
Samsung Galaxy A26
583689
Poco M7 Pro
463683
HMD Fusion
444558
Xiaomi Redmi Note 15
389541
  • 0
  • 800000
  • 1600000
  • 2400000
  • 3200000
  • 4000000

Im Alltag merkt man dem Air den Leistungsunterschied aber nicht an, denn die Leistung ist ebenfalls enorm. Alles läuft flüssig und ohne Ruckler, Multitasking und Co. funktionieren reibungslos.

Anspruchsvolle Titel wie »Genshin Impact« laufen mit hohen Grafikeinstellungen flüssig und starten zügig. Die programmierbaren Schultertasten bieten bei Spielen übrigens einen echten Mehrwert und sorgen fast für ein Handheld-Feeling.

Performanceseitig seid ihr also auch mit dem Air sehr gut bedient. Wer aber aus Spielen das absolute Maximum herauskitzeln will, greift zum 11 Pro.

Kühlsystem: Das Air setzt auf Vapor-Chamber-Kühlung kombiniert mit einem aktiven Lüfter. Damit verzichtet es auf das aufwändigere Flüssigkühlsystem des 11 Pro. In der Praxis wird das Air unter Belastung spürbar wärmer, sorgt dank des Lüfters aber für eine zuverlässige Abführung der Wärme.

So teste ich die Performance
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Ich teste die Leistungsfähigkeit von Smartphones einerseits mit Apps und Spielen im Alltag. Gleichzeitig messe ich die CPU- sowie Gesamtperformance mit den Benchmark-Apps »Geekbench 6« sowie »AnTuTu Benchmark«, um eine objektive Vergleichbarkeit zwischen Smartphones herzustellen. Geekbench prüft die Single- und Multi-Core-Performance des Gerätes, AnTuTu die Gesamtleistung. Beide Programme geben am Ende eine Punktzahl aus und bieten auf ihrer Webseite zudem ein Ranking mit vielen anderen Geräten an.

Der Lüfter ist wie beim 11 Pro und auch den Vorgängermodellen deutlich hörbar, sobald er läuft. Da klingt das Handy schon fast wie ein ausgewachsener Laptop und kann nerven. Den Lüfter könnt ihr aber über die Schnelleinstellungen abschalten, wenn ihr gerade nicht auf lange Höchstleistung angewiesen seid.

Beim Speicher habt ihr die Wahl zwischen 12/256 und 16/512 Gigabyte. Erweitern lässt sich der Gerätespeicher nicht.


Akkulaufzeit

Der große 7.000-Milliamperestunden-Akku klingt in der Theorie sehr gut. Allerdings gehört eine lange Akkulaufzeit nicht zu den Stärken der Redmagic-Smartphones. Das war bei den Vorgängermodellen so und ist auch beim Redmagic 11 Air nicht anders.

Das Handy arbeitet nicht wirklich energieeffizient, sondern ist auf maximale Leistung ausgelegt. Das merkt man dann auch im Akku-Benchmark von PCMark. Hier erreicht das Gaming-Handy magere 12 Stunden und 11 Minuten – sehr ähnlich wie das 11 Pro mit seinen 12:45 Stunden.

PCMark Akku-Benchmark
Redmagic 11 Air

  • Bewertung
Sony Xperia 1 VII
26,18
HMD Fusion
26,15
Samsung Galaxy S26 Ultra
25,41
Sony Xperia 10 VII
21,05
realme GT8 Pro
20,52
Poco F8 Pro
20,10
Xiaomi 15T Pro
20,08
Nothing Phone 3a Pro
18,55
Nothing Phone 4a
18,55
CMF Phone 2 Pro
18,40
Google Pixel 10 Pro XL
18,34
Nothing Phone 4a Pro
18,20
Poco F7 Pro
18,09
Poco F7
18,09
Samsung Galaxy S25 Ultra
18,02
Poco M7 Pro
17,57
Samsung Galaxy S25
17,37
Nothing Phone 3
17,18
Honor Magic 8 Pro
16,46
Samsung Galaxy S26
16,21
Samsung Galaxy A36
16,16
Samsung Galaxy A56
15,49
Xiaomi Redmi Note 15
14,50
Honor Magic7 Pro
14,38
Motorola Edge 70
13,49
Redmagic 11 Pro
12,57
Redmagic 10S Pro
12,57
Redmagic 11 Air
12,11
Nubia Z70 Ultra
9,47
  • 0,00
  • 6,00
  • 12,00
  • 18,00
  • 24,00
  • 30,00

Im Vergleich zu Nicht-Gaming-Smartphones ist das wirklich wenig. Zum Vergleich: Sonys Xperia-Flaggschiff schafft mit seinem 5.000-Milliamperestunden-Akku mal eben über 26 Stunden im Benchmark.

Was bedeutet das im Alltag? Bei gemischter Nutzung mit Gaming, Social Media, Streaming und Surfen solltet ihr einen vollen Tag hinkommen – viel länger allerdings nicht.

So teste ich die Akkulaufzeit
Zum Ausklappen tippen / klicken

Ich verwende die Android-Software »PCMark«, um einen Akkubenchmark durchzuführen und eine Vergleichbarkeit mit anderen Smartphones zu schaffen. Die App erledigt dabei Alltagsaufgaben wie Web-Browsing, Video-Wiedergabe, Textverarbeitung und Bildbearbeitung, bis der vollständig aufgeladene Akku unter 20 Prozent fällt. Am Ende gibt das Programm eine Zeitdauer als Gesamtergebnis aus.

Immerhin lässt sich das Handy aber zügig laden. Kabelgebunden sind bis zu 80 Watt drin, damit ist das Handy in etwa einer Stunde voll.

Bei der Stromversorgung bietet Redmagic noch eine Besonderheit: Das 11 Air unterstützt Bypass Charging. Wenn ihr das Feature aktiviert, zieht das Handy den Strom aus der Steckdose, ohne den Akku zwischenzuschalten, was Wärme reduziert und den Akku schont.

Wireless Charging fehlt wiederum gegenüber dem Pro-Modell. Fairerweise muss man aber sagen, dass kabelloses Laden in dieser Preisklasse ohnehin noch kein Standard ist.


Kamera

Das rückseitige Kamerasystem besteht aus einer 50-Megapixel-Hauptkamera und einem 8-Megapixel-Ultraweitwinkel. Auf der Front sitzt eine 16-Megapixel-Kamera unter dem Display.

Die Hauptkamera macht bei Tageslicht ordentliche Fotos: Sie sind detailreich, bunt, aber auch leicht übersättigt. Sie sind eher auf »Instagram-fertig« abgestimmt als auf Natürlichkeit.

Beim Ultraweitwinkel hinkt das Air dem 11 Pro hinterher: Das 11 Pro setzt auf eine 50-Megapixel-Ultraweitwinkelkamera, das Air nur 8 Megapixel. Ihr habt also weniger Spielraum, um ins Bild reinzuzoomen, bevor es pixelig wird.

Das Gaming-Smartphone ist definitiv kein Handy, das man für seine Kamera kauft. Es bietet nur zwei optische Zoomstufen und ist damit wenig flexibel. Die Qualität ist solide - wenn das Licht stimmt.

Dann entstehen durchaus schöne Fotos, die für Schnappschüsse, Urlaubsbilder oder Social Media völlig ausreichen.

Beispielaufnahmen des Kamerasystems:

Die Selfie-Kamera unter dem Display ist weiterhin der größte Schwachpunkt: Selbst bei gutem Licht wirken Gesichter weichgezeichnet, bei wenig Licht extrem.

Bei Sonnenlicht Bei wenig Licht im Innenraum Bei Sonnenlicht Bei wenig Licht im Innenraum

Die Unter-Display-Kamera hat ihren Preis: Selbst bei gutem Licht werden Fotos recht stark weichgezeichnet. (Bildquelle: GameStar Tech)

Für gelegentliche Videocalls mit ausreichend Licht reicht es, für schöne Selfies eher nicht. Das ist eben der Preis für das unterbrechungsfreie Display.


Lautsprecher

Die Stereo-Lautsprecher können ordentlich laut werden, klingen aber eher mittenbetont und recht dünn. Für Games, YouTube, TikTok und Co. reicht es.

Einen 3,5-Millimeter-Kopfhöreranschluss bietet das Air gegenüber dem Pro-Modell nicht. Das ist aus meiner Sicht vor allem für Gamer mit Anspruch auf geringste Latenz ein kleiner Nachteil.


Konnektivität

Bei der Konnektivität ist das Redmagic 11 Air bis auf zwei Ausnahmen gut aufgestellt:

  • 5G
  • Wi-Fi 7
  • Bluetooth 5.4
  • NFC
  • Infrarot-Blaster – damit kann das Handy als Fernbedienung für TV und Co. verwendet werden.
  • Ortung: GPS (L1+L5), GLONASS, BeiDou, Galileo
  • Dual-SIM (Nano-SIM), kein eSIM
  • USB-C 2.0

Positiv hervorzuheben ist Wi-Fi 7. Damit ist das Redmagic 11 Air mit dem schnellsten aktuellen WLAN-Standard ausgestattet. Auch der Infrarot-Blaster ist ein nettes Gimmick, das viele Smartphones längst gestrichen haben.

Schade hingegen: USB-C 2.0 ist für ein Gaming-Smartphone dünn. Das Redmagic 11 Pro bietet USB-C 3.2 Gen 2 mit DisplayPort-Ausgabe. Zudem fehlt auch diesem Redmagic-Modell die eSIM-Kompatibilität.


Betriebssystem und Updates

Das RedMagic OS 11 des Herstellers basiert auf Android 16 und ist vor allem für Gaming optimiert.

Das Game Space ist das Highlight bei den Redmagic-Modellen: Hier finden sich die Features, die das Redmagic 11 Air als Gaming-Smartphone auszeichnen. Im Game Space könnt ihr sämtliche spielrelevanten Einstellungen verwalten – ob Leistungsprofile, RGB-Lichter oder eine individuelle Tastenbelegung der Schultertasten.

Eine nähere Übersicht der Gaming-Funktionen findet ihr in meinem Test zum Redmagic 11 Pro.

Bloatwareseitig gibt es einige vorinstallierte Apps und Spiele, die sich nicht alle einfach deinstallieren lassen. Die deutsche Übersetzung hat wie schon bei den diversen Vorgängern weiterhin einige Übersetzungsfehler. Mein Lieblingsbeispiel ist hier der »Brathähnchen-Modus«, der für maximale Leistung sorgt.

Im Game Space finden sich zahlreiche Gaming-Features, darunter eine ganze Reihe an spezialisierten Plugins. (Bildquelle: GameStar Tech) Im Game Space finden sich zahlreiche Gaming-Features, darunter eine ganze Reihe an spezialisierten Plugins. (Bildquelle: GameStar Tech)

Redmagic verspricht zwei große Android-Updates und fünf Jahre Sicherheits-Patches. Irgendwo muss der Hersteller bei dem Gesamtpaket zu dem Preis natürlich Abstriche machen. Allerdings sind zwei OS-Updates für heutige Verhältnisse sehr mager. Hier bieten selbst deutlich günstigere Geräte mehr.

Immerhin lässt sich das Smartphone durch die längere Versorgung mit Sicherheits-Patches aber fünf Jahre sicher nutzen.


Redmagic 11 Air vs. Redmagic 11 Pro

Wer vor der Wahl zwischen Redmagic 11 Air und 11 Pro steht, findet nachfolgend die wichtigsten Unterschiede:

Redmagic 11 AirRedmagic 11 Pro
ChipSnapdragon 8 Elite Gen 4Snapdragon 8 Elite Gen 5
Geekbench SC / MC3.063 / 10.1173.704 / 11.770
AnTuTu3.298.4003.987.368
PCMark12:11 Stunden12:45 Stunden
Akku7.000 mAh7.500 mAh
Laden80 W kabelgebunden80 W kabelgebunden + kabellos
Ultraweitwinkel8 MP, 1/4 Zoll50 MP
KühlungVapor Chamber + LüfterFlüssigkühlung + Lüfter
FingerabdruckOptischUltraschall
WasserschutzIP54IPX8
KopfhöreranschlussNeinJa (3,5 mm)
Magic KeyTasteSchiebeschalter
Preis ab499 Euro699 Euro

Für wen lohnt sich das Redmagic 11 Air?

Das Redmagic 11 Air lohnt sich für euch, wenn …

  • ihr vor allem auf dem Handy zockt und starke Gaming-Performance ab 500 Euro sucht.
  • ihr die programmierbaren Schultertrigger und den aktiven Lüfter wirklich nutzt.
  • euch das Gaming-Design mit RGB und transparenter Rückseite gefällt.
  • ihr eure Handykamera ohnehin nur für Schnappschüsse verwendet.

Weniger geeignet ist das Gerät, wenn …

  • ihr regelmäßig fotografiert und eine vielseitige Kamera wollt.
  • euch Wireless Charging oder ein Kopfhöreranschluss wichtig sind.
  • ihr ein Smartphone mit langer Akkulaufzeit möchtet.

Mögliche Alternativen

Redmagic 11 Pro: Der große Bruder (ab 699 Euro) bietet den neueren Snapdragon 8 Elite Gen 5, eine stärkere Ultraweitwinkelkamera, Wireless Charging, IPX8-Schutz und den 3,5-Millimeter-Anschluss.

Poco F8 Pro: Preislich ähnlich positioniert, weniger auf Gaming ausgerichtet, dafür alltagstauglicher und mit besserer Kamera.


Fazit

Das Redmagic 11 Air ist ein starkes Gaming-Smartphone zum fairen Preis. Der Snapdragon 8 Elite Gen 4 liefert zusammen mit den 12 beziehungsweise 16 Gigabyte Arbeitsspeicher mehr als genug Leistung für aktuelle Spiele. Das 144-Hertz-Display ist ausgezeichnet und die Schultertasten machen in Shootern und Rennspielen einen echten Unterschied.

Das Kamerasystem zählt im Vergleich zu ähnlichen teuren Nicht-Gaming-Handys zu den Schwächen, die Selfie-Kamera unter dem Display bleibt ein Kompromiss, Wireless Charging und der Kopfhöreranschluss fehlen. Wer das volle Redmagic-Erlebnis mit besserer Kamera, stärkerer Kühlung und mehr Komfort-Features möchte, zahlt 200 Euro mehr für das 11 Pro – bekommt dafür aber auch deutlich mehr.

Für Mobile-Gamer, die vor allem ein leistungsstarkes Gaming-Smartphone mit tollem Display unter 600 Euro suchen, ist das Redmagic 11 Air aber ein überzeugendes Gesamtpaket.

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