Viele bereits bekannte Details zu GTA 6 haben eine große Gemeinsamkeit: Sie deuten sehr viel Realismus an, deutlich mehr, als noch bei GTA 5. Egal, ob es um die Polizei geht, Autos klauen oder die Beziehung von Lucia und Jason. Das schmeckt nicht jedem Spieler: Viele haben die Sorge, dass das für die Reihe typische Open-World-Chaos verloren geht.
Im Interview mit IGN hat Rockstar Development Head Rob Nelson klargestellt, dass GTA 6 trotz allem ein actionreicher und chaotischer Spielplatz bleibt, auf dem die Spieler sich austoben dürfen.
Mehr interessante Entscheidungen und Erzähltiefe für die Welt
Nelson erklärt, dass die Welt sich im Vergleich zu GTA 5 weiterentwickelt hat und sich viel von Red Dead Redemption 2 inspirieren lässt. Das soll überall in der Open World spürbar sein, etwa bei NPCs, die wir belauschen können. Wir können aufschnappen, worüber geredet wird, aber wenn wir zu nah herankommen, werden sie aufhören zu reden und uns ansprechen - manche reagieren vielleicht aggressiv, andere entfernen sich einfach, so, wie es wohl auch in echt wäre.
Generell soll die Welt realistischer auf das reagieren, was wir tun - das gilt auch für Diebstähle, Schlägereien oder Schusswaffen. Laut Nelson können wir trotzdem selbst entscheiden, wann, wie und ob wir eine Situation eskalieren. Das Ziel war nämlich nicht, GTA-typische Eskapaden zu verbieten, sondern vielmehr, dem Spieler stets eine Wahl zu lassen:
[...] Wir fragen uns: Was wollen wir im Vergleich zu früher verbessern? Ganz klar: die Auswahlmöglichkeiten. Ein weiterer wichtiger Punkt ist, dass wir versuchen, die Figur, die du in der Geschichte bist, so gut wie möglich mit der Figur in der offenen Welt zu verbinden, damit es sich wie ein einziges Erlebnis anfühlt.
9:25
Naturkatastrophen, Stadtteile & Tierwelt: So LEBENDIG wird die Open World von GTA 6!
Ziel ist es also, die richtige Balance zu finden, weil die Wahl der Spieler eine Rolle spielen soll, aber eben auch die Geschichte und die Glaubwürdigkeit der Welt, in der sie stattfindet. So sollen wir uns während Missionen und in der Open World in Jason und Lucia reinversetzen können.
Rockstar hofft, dass die Spieler sich auf zwei Arten motiviert fühlen: GTA 6 soll spielerische Anreize bieten, bestimmte Aktionen durchzuführen oder sich auf eine gewisse Weise zu verhalten, aber eben auch erzählerische - etwa, wenn es darum geht, die Beziehung der beiden Protagonisten voranzutreiben oder aufeinander zu achten.
Keine Strafen, aber Folgen
GTA 6 wird uns nicht dafür bestrafen, dass wir Gewalt anwenden - aber wir müssen mit den Folgen unserer Taten leben und darauf reagieren; mehr, als es bei den Vorgängern der Fall war.
Die Welt wird auf dich einwirken, genauso wie du auf die Welt einwirkst. Ich finde, in früheren GTA-Spielen warst du ein bisschen allmächtig. Du warst der Einzige, der ein verstecktes Waffenarsenal hatte. Abgesehen von der Polizei wären alle vor dir in Panik geflohen, wenn du angefangen hättest, Amok zu laufen. Diese Welt in GTA 6 ist anders.
Wir wissen bereits, dass es eine Art Moralsystem geben wird, das irgendwann aufhört, uns zu bewerten, wenn wir zu brutal vorgehen. Das heißt, dass wir weiterhin Chaos verbreiten können, ohne permanent dafür angeprangert zu werden. Aber es existieren eben Nuancen, die insgesamt für eine immersivere Erfahrung sorgen sollen.
Damit will GTA 6 auf den Ideen aufbauen, die Rockstar bereits mit Red Dead Redemption 2 anging. GTA 6 soll Gewalt und ihre Konsequenzen glaubwürdiger machen, ohne uns zu stark einzuschränken. Stattdessen soll eine größere Bandbreite an Reaktionen und Entscheidungen für Abwechslung sorgen.
Du bist zwar immer noch mächtig und fähig, aber du bist nicht der Einzige, der zu Gewalt fähig ist, nicht der Einzige, der Waffen besitzt, und auch nicht der Einzige, der verrückt ist. Das macht die Welt viel unvorhersehbarer und interessanter. Das haben wir bereits in Red Dead Redemption 2 eingeführt, wo du nicht die einzige gefährliche Person auf der Welt bist. Es gibt Banden, die dich angreifen werden, und Dinge, die dir widerfahren werden. Die Welt wird auf dich einwirken. Das passiert hier oft, und wenn es passiert, musst du eine Entscheidung treffen. Wie willst du damit umgehen?
14:46
Wird GTA 6 zu realistisch - Oder geht da noch mehr?
Die Action kommt trotzdem nicht zu kurz
Nelson nennt auch konkrete Beispiele und sagt, dass es weiter actiongeladene Schießereien, Banküberfälle, Autodiebstähle, temporeiche Verfolgungsjagden und andere typische GTA-Momente geben wird, die sich mit ruhigeren Alltagsmomenten abwechseln. Oft will Rockstar auch spontane Momente mit inszenierten Missionen verknüpfen.
So flieht ihr vielleicht während einer geskripteten Mission mit dem Auto, erlebt dabei aber organisch spektakuläre Momente, wenn sich etwa ein Fahrzeug überschlägt oder ihr jemanden ausschaltet und so einen Unfall samt Explosion verursacht.
Realistischer bedeutet also nicht, dass GTA 6 weniger Action bietet. Laut Nelson sollen die Spieler die einzelnen, vertrauten Aspekte im Idealfall als interessanter und vielfältiger erleben. Dass das Auto fahren und Stehlen von Fahrzeugen schwieriger ausfällt, soll diesen Aktionen mehr Tiefgang und Gewicht verleihen, anstatt sie weniger attraktiv oder spaßig zu machen.
GTA 6 erscheint am 19. November 2026 für PS5 und Xbox Series, eine PC-Version folgt wie bei GTA 5 später. Dann wird sich zeigen, ob und wie der Realismus letztlich ins gewohnte GTA-Gameplay eingreift. Mehr Details aus dem IGN-Interview und weitere spannende News findet ihr oben in der Link-Box.
Nur angemeldete Benutzer können kommentieren und bewerten.
Dein Kommentar wurde nicht gespeichert. Dies kann folgende Ursachen haben:
1. Der Kommentar ist länger als 4000 Zeichen.
2. Du hast versucht, einen Kommentar innerhalb der 10-Sekunden-Schreibsperre zu senden.
3. Dein Kommentar wurde als Spam identifiziert. Bitte beachte unsere Richtlinien zum Erstellen von Kommentaren.
4. Du verfügst nicht über die nötigen Schreibrechte bzw. wurdest gebannt.
Bei Fragen oder Problemen nutze bitte das Kontakt-Formular.
Nur angemeldete Benutzer können kommentieren und bewerten.
Nur angemeldete Plus-Mitglieder können Plus-Inhalte kommentieren und bewerten.