Ich kenne meine eigene Ausrede schon: Nur mal kurz aufs Handy schauen. Eine einzige Nachricht beantworten, einmal fix durch Instagram oder TikTok scrollen. Und plötzlich läuft da eine Szene aus GTA 6, die ich lieber selbst erlebt hätte. Davor habe ich zum Release am meisten Bammel.
Ich will alles wissen. Leider.
Dabei freue ich mich über neue Infos. Ich schaue mir Trailer an, lese über Details und überlege, was Rockstar wohl noch alles in dieser Welt versteckt hat. Jeder neue Eindruck macht die Wartezeit erträglicher. Mein Finger wird zum Release wohl kaum plötzlich vernünftig werden.
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Chaos und Größenwahn: So ist GTA 6 entstanden
Aber ich möchte auch selbst um die nächste Ecke biegen und überrascht werden. In meiner Kolumne habe ich euch erzählt, dass bei mir erst einmal die Story warten dürfte. Denn ich will herumstreifen, ausprobieren und mich ablenken lassen. Wenn mir vorher schon jemand die spannendsten Begegnungen vorführt, gehe ich womöglich nur noch eine Liste bekannter Fundstücke ab.
Deshalb beginnt ein Spoiler für mich schon vor der großen Storywendung. Eine schräge Zufallsbegegnung, ein versteckter Ort oder die überraschende Reaktion eines Passanten können genauso dazugehören. Gerade die kleinen Geschichten würde ich gern selbst mitbringen, wenn ich Freunden von meinem ersten Abend in Vice City erzähle.
Meine Finger kennen keine Spoilerwarnung
Social Media könnte dabei mein absoluter Endgegner werden. Sobald GTA 6 draußen ist, rechne ich mit unzähligen Clips, Streams und Screenshots. Ich werde neugierig sein, was andere erleben. Und bei einem kurzen Video weiß ich möglicherweise schon nach zwei Sekunden mehr, als mir lieb ist. Es ist ein Teufelskreis!
Besonders gemein finde ich die Aussicht, völlig arglos erwischt zu werden. Ich suche vielleicht gerade nach etwas ganz anderem, wische weiter, und schon steht die Überraschung im Bild. Eine Spoilerwarnung in der Beschreibung hilft mir dann herzlich wenig.
Als Spieleredakteur kann ich mich zudem schlecht komplett ausklinken. Ich beschäftige mich gern mit GTA 6 und möchte neue Meldungen einordnen, Diskussionen verfolgen und spannende Themen finden. Dabei werde ich zwangsläufig Dinge erfahren, nach denen ich privat vielleicht noch gar nicht gesucht hätte. Aber das fällt wohl unter den Begriff »Berufsrisiko«, oder?
Bei GameStar versuchen wir natürlich, euch vor solchen Überraschungen zu bewahren. Story-Wendepunkte gehören beispielsweise nicht auf unsere Teaserbilder. Über ein Spiel zu berichten und Rücksicht auf diejenigen zu nehmen, die noch mittendrin stecken, gehört für mich zusammen. In meinem persönlichen Feed wünsche ich mir dieselbe Rücksicht. Trotzdem brauche ich vor allem Selbstbeherrschung.
Wer auf dem PC wartet, braucht noch mehr Geduld
Noch schwieriger stelle ich mir das für alle vor, die auf die PC-Version warten. Einen offiziellen Termin dafür gibt es bislang nicht. Während Konsolenspieler ihre ersten Geschichten austauschen, müssen PC-Fans ihre Neugier also weiter im Zaum halten oder eben zwangläufig das Lager wechseln.
Ein paar Tage auf Videos zu verzichten, klingt machbar. Über längere Zeit immer wieder auf Bilder, Gespräche und Clips zu stoßen, die andere längst als bekannt voraussetzen, ist eine ganz andere Hausnummer. Da würde ich vermutlich ständig abwägen: Will ich jetzt mitreden oder mir diese Entdeckung aufheben?
Mein Vorsatz steht jedenfalls: Storyclips meiden, bei verdächtigen Videos weiterscrollen und öfter das Handy weglegen. Ob ich das durchhalte, wenn die nächste verheißungsvolle Szene auftaucht? Fragt mich lieber nach dem Release noch einmal!
Wie viel wollt ihr vor eurem ersten Spielstart wissen? Saugt ihr alles auf oder versucht ihr, euch möglichst viele Überraschungen zu bewahren? Schreibt uns eure eigene Herangehensweise an GTA 6 gerne unten in die Kommentare.
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