Wer einen neuen Handyvertrag sucht, schaut häufig vor allem auf den Preis. Gerade im Zusammenspiel mit einem hochwertigen Smartphone sind die Unterschiede zwischen den Anbietern mitunter groß, was Einmalzahlung für das Gerät und monatliche Abschläge angeht. Da klingt ein preiswerteres Angebot selbstverständlich verlockend.
Wer sich aber zwei Jahre lang vertraglich bindet, sollte im Vorfeld eine Sache unbedingt machen: einen Netzcheck! Das klingt trivial, ist allerdings absolut notwendig.
Schlechter Empfang – und trotzdem im Vertrag gefangen
Ich habe vor Jahren einige Zeit im Mobile Support eines großen deutschen Mobilfunkanbieters gearbeitet und täglich riefen Handynutzer an, die sich beschwerten, dass sie zuhause oder bei der Arbeit keinen Empfang hätten. Häufig wurde dann sofort eine Sonderkündigung gefordert.
Das Problem: Die wurde nicht gewährt, da ein Mobilfunkvertrag nicht an einen bestimmten Standort gebunden ist. Er ist mobil und eben kein standortgebundener Festnetzanschluss.
Man kann in solchen Fällen natürlich immer auf die Kulanz der Betreiber hoffen, allerdings liest man in vielen Support-Foren (etwa bei O2) meist die gleiche Antwort, die auch ich damals meinen Kunden geben musste: Geht leider nicht.
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Noch nerviger ist allerdings der Rattenschwanz, den ihr lostretet: Nicht nur, dass ihr wahrscheinlich nicht über die Sonderkündigung aus dem Vertrag kommt.
In der Regel möchte der Mobilfunkanbieter mit euch auch eine ganze Reihe an Tests durchführen:
- Es muss geprüft werden, wann und wo das Problem auftritt.
- Es muss festgestellt werden, ob eventuell ein technischer Defekt an SIM-Karte oder Smartphone vorliegt.
Das ist mit unterschiedlichen Prüfungen verbunden wie SIM-Karten-Tausch, Werksreset des Handys oder auch ein eigens erstelltes Protokoll der Netzprobleme.
Das macht wirklich keinen Spaß und kann darüber hinaus weitere Problemen nach sich ziehen:
- Daten vom Handy sind weg, weil vor dem Reset nicht an ein Backup gedacht worden ist.
- Die neue SIM-Karte macht Probleme bei der Aktivierung oder ihr habt das Handy nicht neugestartet und nach dem Tausch nirgends mehr Empfang.
Mehr Glück mit einer Sonderkündigung habt ihr, wenn euch der Empfang explizit an einem Standort zugesichert wurde. Aber hier heißt es dann natürlich, das auch nachzuweisen.
Spart euch Zeit und Nerven
Wenn ihr einen neuen Vertrag sucht, prüft die Netzabdeckung bei allen drei großen Anbietern an den Orten, an denen ihr euch regelmäßig aufhaltet: zuhause, auf der Arbeit, auf dem Weg dorthin. Die Netzchecks von Telekom, O2 und Vodafone findet ihr hier:
Daneben habe ich noch drei Tipps:
- Ihr könnt euch in der Regel sehr günstige Prepaid-Karten in Supermärkten und Co. kaufen und darüber das Mobilfunknetz eines Anbieters ausprobieren. Das kostet euch wenige Euro im Monat und ihr seid nicht langfristig gebunden.
- Wenn ihr gerade einen Vertrag abgeschlossen habt, ohne das Netz im Vorfeld geprüft zu haben, ist im Zweifel noch nicht alles zu spät. Wer per Telefon oder Internet einen Tarif bucht, hat eine vertragliche Widerrufsfrist. Prüft den Empfang innerhalb eurer Widerrufsfrist und macht von dieser Gebrauch, bevor sie verstrichen ist. Vertrag im Shop abgeschlossen? Hier besteht kein gesetzliches Widerrufsrecht – prüft aber, ob der Anbieter euch dennoch eines gewährt.
- Ihr kommt nicht aus eurem Vertrag und habt Empfangsprobleme vor allem zu Hause oder bei der Arbeit? Mit der Funktion »WLAN-Anrufe« könnt ihr auf den meisten Smartphones über WiFi telefonieren und SMS verschicken / empfangen. Probiert am besten einmal aus, ob das Feature euch hilft.
Wer kein Risiko eingehen will, kann natürlich immer auf Prepaid-Verträge oder Postpaid-Verträge mit monatlicher Laufzeit zurückgreifen. Wer allerdings ein Handy zum Vertrag nimmt, ist in der Regel an einen Zweijahresvertrag gebunden.
Wichtig also: Erst prüfen, dann Vertrag abschließen.
Wie ist eure Erfahrung mit Mobilfunktarifen? Seid ihr selbst schon einmal in eine solche Stolperfalle geraten? Hattet ihr schlechten Empfang und seid dennoch nicht aus dem Vertrag herausgekommen oder zeigte euer Anbieter Kulanz? Teilt mir eure Erfahrungen gerne in den Kommentaren mit.

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