Auf der CES Anfang des Jahres wurde HDMI 2.2 bereits bestätigt, jetzt hat das Gremium die offiziellen Spezifikationen festgelegt.
Nachstehend kurz und knackig die technischen Daten im Vergleich mit HDMI 2.1.
| HDMI 2.1 | HDMI 2.2 | |
|---|---|---|
| Max. Auflösung & Bildrate | 4K@120Hz / 8K@60Hz | 4K@480Hz / 8K@240Hz / 12K@120Hz |
| Max. Bandbreite | 48 Gbit/s | 96 Gbit/s |
Dementsprechend kommen natürlich auch neue Kabel auf den Markt. Diese sorgen vor allem dafür, dass die volle Bandbreite von 96 Gbit/s auch übertragen wird. Angepeilt ist die zweite Jahreshälfte.
Doch ist euer TV veraltet, sobald HDMI 2.2 verfügbar ist? Um diese Frage zu beantworten, werfen wir einen Blick zurück.
So war es bei HDMI 2.1
HDMI 2.1 wurde auf den Tag genau am 28. November 2017 veröffentlicht; von da an wurden Geräte wie TV, Soundbars und Co. mit dem Standard ausgestattet.
Erst zwei Jahre später erschienen TVs mit HDMI 2.1. LG mit seiner C9-Serie sowie Samsung und seine QLEDs waren die ersten Fernseher, die den Standard implementiert hatten – und das auch nur vereinzelt.
Wirklich auf dem Markt angekommen ist HDMI 2.1 erst mit dem TV-Line-up 2020. Dann wurde die volle Bandbreite ausgenutzt und Hersteller haben die mit HDMI 2.1 verbundenen Vorteile in ihre Geräte implementiert.
- eARC (Enhanced Audio Return Channel): Ermöglicht es, Ton über das HDMI-Kabel vom TV an eine Soundbar oder einen AV-Receiver zurückzuleiten – kein extra Audiokabel ist nötig.
- VRR (Variable Refresh Rate): Synchronisiert die Bildrate des TVs dynamisch mit der GPU. Reduziert dadurch Tearing und Stottern, vor allem beim Spielen wichtig.
- ALLM (Auto Low Latency Mode): Erkennt automatisch, wenn ein Spiel läuft, und schaltet den TV in den Game-Modus, wodurch weniger Input-Lag entsteht.
3:12
Habe ich die Zukunft gesehen? So sehr wie dieser TV hat mich noch nie ein neuer Fernseher begeistert
Was bringt HDMI 2.2?
Auf dem Datenblatt lesen sich 8K bei 240 Hertz natürlich hervorragend. Bringt das am Ende viel?
Bei einem Fernseher nicht, nein. 8K-Filme, -Serien und -Spiele sind nach wie vor Mangelware; meist wird 4K-Auflösung interpoliert. Auch TV-Displays erreichen momentan höchstens 144 Hertz (etwa Modelle von TCL oder Sharp), wodurch eine höhere Bildrate nicht wirklich ausgenutzt werden kann. Und ob es die überhaupt braucht, steht auf einem anderen Blatt.
Einen Wermutstropfen gibt es aber: Das neue »Latency Indication Protocol« oder auch LIP genannt. Das soll Audioverzögerungen minimieren, wenn das Signal durch mehrere Geräte geschleift wird. Ein Beispiel wäre vom TV über einen AV-Receiver zu einem Ausgabegerät wie einer Soundbar.
Abschließend kann man also sagen: Nein, ihr könnt euren alten TV getrost noch ein paar Jahre im Wohnzimmer stehen lassen. Bis HDMI 2.2 schließlich implementiert wird, dauert es wohl noch Jahre und dann noch mal ein paar Zerquetschte, bis der Standard wirklich ausgereizt wird.
Hinzu kommt, dass auch die Gegengeräte wie Konsolen oder Blu-Ray-Player HDMI 2.2 besitzen müssen. Der Standard ist freilich abwärtskompatibel, aber dann könnt ihr auch erst mal bei HDMI 2.1 bleiben und müsst keine Kabel austauschen.

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