Dolby Vision, HDR10, HDR10+: So unterscheiden sich die Formate bei TV und Monitoren

HDR ist nicht gleich HDR. Worin sich die einzelnen Formate unterscheiden, ist nicht offensichtlich. Wir erklären es euch.

HDR verbessert die Kontraste, doch wo liegt eigentlich der Unterschied zwischen den einzelnen Formaten? (Bildquelle: Tada Images - adobe.stock.com) HDR verbessert die Kontraste, doch wo liegt eigentlich der Unterschied zwischen den einzelnen Formaten? (Bildquelle: Tada Images - adobe.stock.com)

HDR, also High Dynamic Range, gehört heute zum Standard-Repertoire jedes Fernsehers; auch Monitore besitzen es mittlerweile großflächig.

Im Zuge dessen kommt immer wieder die Frage auf, wo denn der Unterschied bei den einzelnen Formaten sei – zuletzt im GameStar-Forum.

In diesem Artikel erklären wir die Unterschiede zwischen den einzelnen Formaten. Wenn ihr wissen möchtet, was HDR überhaupt ist, dann lest gerne in unserem Guide nach.

HDR10, HDR10+, Dolby Vision: Wo ist der Unterschied?

In erster Linie muss man hier zwischen HDR10 und HDR10+ sowie Dolby Vision unterscheiden. Die gröbsten Unterschiede liegen nämlich im Hintergrund und sind nicht sichtbar.

  • HDR10 verwendet statische Metadaten. Hier bekommt ein Film oder eine Serie einen einheitlichen Wert zugeschrieben.
  • HDR10+ und Dolby Vision verwenden dynamische Metadaten. Anstatt eines Mittelwerts für den gesamten Film oder eine Serie, wird jede Szene und gegebenenfalls jeder Frame dynamisch angepasst.
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Der Vorteil von HDR10 ist, dass es besser aussieht als SDR-Inhalte ohne Kontrasterweiterung. Der Nachteil ist die Vereinheitlichung auf den Film oder die Serie. Dadurch geht Qualität verloren.

Merkmale HDR10

  • Farbtiefe: 10 Bit
  • Leuchtdichte: bis 1.000 Nits

Der Vorteil von HDR10+ und Dolby Vision ist, dass jede Szene und gegebenenfalls jeder Frame dynamisch die bestmöglichen Kontraste erhält. Der Nachteil ist, dass es dafür mindestens einen HDMI 2.1-Anschluss braucht.

Merkmale HDR10+

  • Farbtiefe: 10 Bit
  • Leuchtdichte: bis 1.000 Nits

Merkmale Dolby Vision

  • Farbtiefe: 12 Bit
  • Leuchtdichte: bis 4.000 Nits
HDR10HDR10+Dolby Vision
Farbtiefe10 Bit10 Bit12 Bit
Leuchtdichtebis 1.000 Nitsbis 1.000 Nitsbis 4.000 Nits
mind. HDMI-Standard2.02.12.1

Video starten 5:56 Was ist HDR? - High Dynamic Range erklärt - High Dynamic Range erklärt

Was sind HLG, HDR10+ Adaptive und Dolby Vision IQ?

Im Rahmen von HDR lest ihr ab und an die oben genannten Standards. Sie spielen allerdings keine allzu große Rolle, sollen jedoch nicht unerwähnt bleiben.

HLG

Die Abkürzung steht für »Hybrid Log Gamma« und ist ein Standard für den TV-Empfangsbereich, also das Signal, das über Satellit oder Kabel euren Fernseher erreicht.

Die empfangenen Inhalte können dadurch auch in HDR wiedergegeben, der Kontrast wird dann allerdings durch einen Algorithmus im TV berechnet.

HDR10+ Adaptive

Bei dem erweiterten HDR10+ werden nicht nur die Metadaten verwendet, um das Bild kontrastreicher zu machen, sondern auch das Umgebungslicht des Zimmers, in dem der TV steht.

Sprich: Schaut ihr tagsüber bei Sonnenschein, berechnet die KI das Bild automatisch heller unter Berücksichtigung der eingespeisten Metadaten (ein Helligkeitssensor am TV vorausgesetzt).

Dolby Vision IQ

Dieser Standard macht dasselbe wie HDR10+ Adaptive und besitzt lediglich den Dolby-Namen und die Lizenz.

Dolby Vision 2 erklärt

Im Rahmen der CES 2026 wurde darüber hinaus Dolby Vision 2 vorgestellt, das mit TV-Line-ups in diesem Jahr Einzug halten wird. Der neue Standard kommt in zwei Geschmacksrichtungen: Dolby Vision 2 und Dolby Vision 2 Max.

Das macht Dolby Vision 2:

  • Precision Black: Diese Funktion soll feine Details in dunkleren Szenen besser hervorheben, ohne dass die Szene an sich darunter leidet. Schwarz soll nicht zu grau werden, wir sollen Menschen oder Gegenstände in einem finsteren Raum trotzdem besser sehen können.
  • Bidirektionales Tone Mapping: Das soll erlauben, die Inhalte gezielter an Premium-TVs anzupassen. Das heißt: je besser euer Fernseher, desto besser auch die Bildqualität.
  • Light Sense: Das Feature soll Lichtsensoren an TVs diffiziler arbeiten lassen. Ein Lichtsensor passt die Helligkeit des Displays an die Umgebung an.

Dann ist da noch Dolby Vision 2 Max. Der Unterschied liegt vorrangig an zwei Komponenten.

  • Eine verbesserte Bild-Engine, die das Ergebnis knackiger machen soll.
  • Authentic Motion. Dabei handelt es sich um ein Tool, das Judder – also Ruckeln – minimieren soll. Filmemacher sollen Bewegungen selbst anpassen können, anstatt sich auf das Motion Smoothing des TVs verlassen zu müssen, wodurch der Seifenoperneffekt entsteht.
KI-generierter Inhalt

Was ist »Seifenoperneffekt«?

Der Seifenoperneffekt bezeichnet eine übertrieben flüssige Bildwiedergabe bei TVs, oft durch hohe Bildwiederholraten. Dies kann natürliche Bewegungen unrealistisch wirken lassen, ähnlich wie bei Seifenopern oder billig produzierten Sendungen.

Warum gibt es zwei Formate? Dolby möchte sicherstellen, dass TVs, die Authentic Motion nutzen, gewisse Qualitätsstandards einhalten, so Techradar. Ferner müssen besagte Fernseher ein 120-Hz-Display besitzen.


Ihr sucht noch nach einem passenden TV für euch? Schaut gerne in unsere TV-Kaufberatung.


Das sind alle bisher gängigen HDR-Varianten, die es auf dem TV- und Monitor-Markt zu finden gibt. Ob in Zukunft noch weitere hinzukommen werden, ist nicht bekannt.

Was haltet ihr von HDR? Ist euch Dolby Vision wichtig? Oder wartet ihr ab, welcher Standard sich durchsetzen wird? Sagt es gerne in den Kommentaren.

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