HMD Pulse Pro im Test: Ein phänomenales Handy unter 180 Euro - wenn da nur nicht eine Sache wäre

Das erste HMD-Smartphone ohne Nokia-Branding: Kleiner Preis, großer Akku, schönes Design und enttäuschende Kamera.

Die Pulse Pro-Handys von HMD sind die ersten Smartphones des Herstellers ohne Nokia-Branding. Die Pulse Pro-Handys von HMD sind die ersten Smartphones des Herstellers ohne Nokia-Branding.

Das HMD Pulse Pro ist ein spannendes Handy - und das auf gleich dreierlei Weise: Es gehört zur ersten Smartphone-Generation von HMD ohne Nokia-Branding, es ist das Pro-Modell der Reihe und kostet dennoch nur 180 Euro und die technischen Daten wirken für den günstigen Preis wirklich vielversprechend.

Ich habe für euch das Handy zwei Wochen lang getestet und bin sehr positiv überrascht worden. Bei der Kamera hat mich das Handy jedoch ziemlich enttäuscht. 

Transparenzhinweis: HMD hat mir das Pulse Pro für den Test kostenfrei zur Verfügung gestellt. HMD hatte keinen Einfluss auf den Artikelinhalt und bekam keine Einsicht vor Erscheinen des Tests. Es bestand keine Verpflichtung zu einem Testbericht.

HMD Pulse Pro
HMD Pulse Pro
Das HMD Pulse Pro ist ein günstiges Handy mit schönem Display, flotter Alltagsperformance und guter Reparierbarkeit. Für nur etwa 180 Euro erhält man hier ein ordentliches Gesamtpaket. Leider sind die beiden 50-Megapixel-Kameras die größte Schwäche. Details in Fotos sehen oft sehr matschig und überzeichnet aus.
  • Gute Alltagsperformance
  • Schönes Display mit 90 Hz
  • Lange Akkulaufzeit
  • Drei Jahre Sicherheitsupdates
  • Leicht zu reparieren
  • Günstig
  • IP52-Zertifizierung
  • Mangelhafte Fotoqualität
  • Keine Tele- oder Ultraweitwinkelkamera
  • Nicht für leistungshungrige Spiele und Apps geeignet
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Was mir gefallen hat

Schönes Display mit 90 Hz: Trotz des günstigen Preises findet ihr hier ein IPS-Panel mit 90 Hz, was weichere Animationen ermöglicht.  Die Auflösung beträgt nur allerdings nur 1.612 x 720 Pixel, also nicht einmal Full-HD. Die Pixeldichte von 265 ppi ist aber immer noch ausreichend scharf genug, um Inhalte problemlos lesen zu können.

Lange Akkulaufzeit: Der 5.000 mAh-Akku hat mich immer etwa zwei Tage lang begleitet, bevor er wieder an das USB-C-Kabel gesteckt werden musste. Die Ladegeschwindigkeit von 20 Watt wird keine Preise gewinnen, ist aber für den Preis verkraftbar.

Drei Jahre Updates und zwei OS-Upgrades: Das klingt jetzt erst einmal nicht sonderlich beeindruckend, ist aber dennoch erfreulich, da viele andere Handys in diesem Preisbereich nur zwei Jahre lang mit Sicherheitsupdates versorgt werden und nur ein OS-Upgrade erhalten.

Reparierbarkeit: HMD legt großen Wert darauf, dass ihre Handys nachhaltig und reparierbar sind. Das Pulse Pro lässt sich ziemlich leicht mit einem Plektrum oder ähnlichem Öffnungswerkzeug öffnen. Man muss dabei nur aufpassen, nicht das dünne Flachbandkabel zum Fingerdrucksensor abzureisen. 

Anschließend lassen sich folgende Teile auswechseln:

  • Akku
  • Display und Rahmen
  • Ladeplatine
  • Rückabdeckung
  • SIM-Karteneinschub
  • Vibrationsmotor

IP52-Zertifizierung: Obwohl das Handy leicht zum Öffnen ist, hat es immerhin einen IP52-Schutz und ist somit gut gegen Staub abgedichtet und sollte leichten Regen standhalten. 

Flotte Performance im Alltag: Die Bedienung des HMD Pulse Pro ist schön flüssig und flott gewesen. Durch Seiten und Apps zu scrollen, geht ohne Ruckler vonstatten und die hohe Bildschirmwiederholrate sorgt für eine butterweiche Bedienung. Das Öffnen von Apps geht auch zügig. 

Seitlicher Fingerabdruck-Sensor: Ich persönlich mag es lieber, wenn Hersteller den Fingerabdruck-Sensor seitlich mit der Power-Taste kombinieren. Beim Greifen vom Handy landet mein Finger immer automatisch dort, was das Entsperren ohne zusätzliches Umgreifen möglich macht. Auch Face ID ist mit an Bord, allerdings ohne 3D-Scan. Im Alltag haben beide Entsperrmethoden gut funktioniert. 

Kopfhörer-Anschluss: Ein Feature, das man fast ausschließlich noch bei günstigen Geräten findet. Wenn ihr noch kabelgebundene Kopfhörer oder Lautsprecher besitzt, dann könnt ihr sie problemlos mit dem HMD Pulse Pro verbinden.

Auf der Unterseite findet ihr Lautsprecher, Mikrofon, USB-C-Anschluss und die 3,5mm-Klinke. Auf der Unterseite findet ihr Lautsprecher, Mikrofon, USB-C-Anschluss und die 3,5mm-Klinke.


Was mir nicht gefallen hat

Hauptkamera mit mangelhafter Fotoqualität: Am HMD Pulse Pro erkennt man mal wieder, wie wenig die Megapixel-Anzahl über die tatsächliche Bildqualität aussagt. Das HMD Pulse Pro hat nämlich sowohl vorne als auch hinten Bildsensoren mit 50 MP. Die Bildqualität der beiden hat mich allerdings nicht überzeugt. 

Auf der Rückseite befindet sich die 50-Megapixel-Hauptkamera und eine 2-Megapixel-Kamera für Tiefeninformationen. Auf der Rückseite befindet sich die 50-Megapixel-Hauptkamera und eine 2-Megapixel-Kamera für Tiefeninformationen.

Die Details in den Fotos wirken selbst bei Tageslicht sehr matschig und überzeichnet. Ich vermute eine besonders aggressive Rauschreduzierung und starkes Nachschärfen.

Selfiekamera: Die Frontkamera bietet eine ähnlich enttäuschende Bildqualität. Darüber hinaus hat sie eine ziemlich nervige Auslöseverzögerung. Nachdem ihr auf den Auslöser tippt, dauert es etwa eine Sekunde, bis das Foto wirklich aufgenommen wird. Wenn ihr das Handy frühzeitig bewegt, nehmt ihr ein verschwommenes Foto auf.

Keine Ultraweitwinkel oder Tele-Kamera: Die zweite Kamera auf der Rückseite ist nur für die Tiefenerfassung zuständig. Ein Tele oder ein Ultraweitwinkel ist nicht mit an Bord. Ihr könnt lediglich zweifach digital Zoomen, was mit etwas Qualitätsverlust verbunden ist. 

Nicht genug Leistung für leistungsintensive Apps und Spiele: Der Unisoc T606 wird bei meinem Gerät von 6 GByte RAM unterstützt.  Für leistungshungrige Spiele und Apps ist dieser Chip zu langsam. Bei Genshin Impact sind selbst mit niedrigsten Einstellungen keine festen 30 FPS garantiert.

Bei Geekbench 6 und 3DMark erzielt das Handy besonders niedrige Ergebnisse. 

Die Benchmark-Ergebnisse werden keinen Preis gewinnen. Die Benchmark-Ergebnisse werden keinen Preis gewinnen.

Wissenswertes zum Test
So habe ich getestet

Ich habe das Handy zwei Wochen lang als Daily Driver mit meiner privaten SIM-Karte verwendet. Dabei habe ich Fotos geschossen, Nachrichten verschickt, Videos geschaut, Musik gehört und durch soziale Medien gescrollt. 

Spezifikationen
  • Gehäuse und Maße: 163,2 x 75 x 8,6 mm; 196 Gramm; IP52; Kunststoff und Glas
  • Betriebssystem: Android 14
  • CPU: Unisoc T606
  • RAM: 4/6 GByte LPDDR4X
  • Speicher: UFS 2.2: 64/128 GB; microSD bis zu 256 GB
  • SIM: Zwei Nano-SIM Slots
  • Display: 6,65-Zoll HD-Plus-Display; 720 x 1612 Pixel;  90Hz; 480 Nits (typisch), Boost 600 Nits
  • Kameras: Hauptkamera: 50 Megapixel; Frontkamera: 50 Megapixel
  • Konnektivität: Wi-Fi 802.11 a/b/g/n/ac; Bluetooth 5.0
  • Sensoren: GPS/AGPS/Galileo; Beschleunigungsmesser (G-Sensor); P&L Sensor; Fingerabdruck-Sensor (seitlich montiert); NFC (TA-1589)
  • Akku: 5.000 mAh (typisch), 800 Ladezyklen, 20 Watt Ladegeschwindigkeit, austauschbar
  • Anschlüsse: USB-C 2.0; 3,5 mm Kopfhörerbuchse
  • Updates: 2 OS-Upgrades, 3 Jahre Sicherheitsupdates
Preis und Verfügbarkeit

Das HMD Pulse Pro ist schon bei einigen deutschen Händlern verfügbar und kostet 180 Euro. 

Solltet ihr euch das HMD Pulse Pro kaufen?

Das HMD Pulse Pro lohnt sich für euch, wenn …

  • … Ihr ein günstiges Handy mit flüssiger Bedienung sucht.
  • … euch eine lange Akkulaufzeit wichtig ist.
  • … euch eine leichte Reparierbarkeit bei Smartphones wichtig ist.
  • ... eine gute Kamera, 5G und genug Leistung für Handy-Spiele für euch weniger wichtig sind.

Alternativen

Xiaomi Redmi Note 13: Das Redmi Note 13 kostet etwa genauso viel wie das HMD Pulse Pro, bietet aber dafür ein helleres Display mit 120 Hz, eine 108-Megapixel-Kamera und mit IP54 einen besseren Schutz gegen Feuchtigkeit. Ihr müsst dann allerdings auf die Reparierbarkeit des HMD-Handys verzichten. 

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Samsung Galaxy A15: Mit dem Galaxy A15 spart ihr etwas Geld und erhaltet dafür ein Handy, das sehr ähnlich ausgestattet ist. Im Gegensatz zum HMD Pulse Pro unterstützt das Samsung-Handy 5G-Konnektivität, wenn euch das wichtig ist. Auch mit dieser Alternative müsst ihr auf die Reparierbarkeit verzichten.

Preis-Leistung: Das HMD Pulse Pro bietet euch ein angemessenes Preis-Leistungs-Verhältnis. Für 180 Euro erhaltet ihr ein reparierbares Handy, das trotzdem gut gegen Staub und geringfügig gegen Feuchtigkeit geschützt ist – keine Selbstverständlichkeit. Nur bei der Kamera müsst ihr Kompromisse eingehen.

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