Der Gaming-Spezialist setzt wieder Maßstäbe: Das Redmagic 11 Pro ist das erste Smartphone mit aktiver Flüssigkühlung, das trotz Lüfterschlitzen wasserdicht ist.
Angetrieben von Snapdragons brandneuen Flaggschiff-Chip und ausgestattet mit einem riesigen 7.500-Milliamperestunden-Akku kommt es für nur 700 Euro in den Handel.
Das klingt schon fast zu gut, um wahr zu sein, oder? Mein Test zeigt: Ganz so einfach ist es dann doch nicht.
Transparenzhinweis: Nubia hat mir das Redmagic 11 Pro für den Test kostenfrei zur Verfügung gestellt. Der Hersteller hatte keinen Einfluss auf den Artikelinhalt und bekam keine Einsicht vor Erscheinen des Tests. Es bestand keine Verpflichtung zu einem Testbericht.
Inhaltsverzeichnis
So habe ich getestet
Ich habe das Redmagic 11 Pro über einen Zeitraum von einer Woche so vielseitig wie möglich im Alltag verwendet. Ganz ersetzen konnte ich mein Hauptgerät (iPhone) nicht, da meine Kommunikation größtenteils über iMessage läuft und ich zudem verschiedene Geräte über Apple HomeKit steuere.
Spezifikationen
| Kategorie | Spezifikationen |
|---|---|
| Display | 6,85 Zoll AMOLED, 1.216 x 2.688 Pixel (431 ppi), 144Hz, 2.592Hz PWM, 2.000 nits Peak |
| Abmessungen | 163,8 x 76,5 x 8,9 mm |
| Gewicht | 230 g |
| Prozessor | Qualcomm Snapdragon 8 Elite Gen 5 |
| RAM | 12 GB / 16 GB / 24 GB LPDDR5T |
| Speicher | 256 GB / 512 GB / 1 TB |
| Hauptkamera | 50 MP (f/1.88, OIS) |
| Ultraweitwinkel | 50 MP (f/2.0) |
| Makro | 2 MP |
| Frontkamera | 16 MP (f/2.0, unter dem Display) |
| Akku | 7.500 mAh, 80 W kabelgebunden, 80 W kabellos |
| Betriebssystem | Android 16, Redmagic OS 11 |
| Updates | 5 Jahre |
| Wasserschutz | IPX8 (bis 1,5 Meter für 30 Minuten) |
| Preis | ab 699 Euro (12+256 GB) |
Preis und Verfügbarkeit
Das Redmagic 11 Pro ist ab 699 Euro (UVP) für die Version mit 12 Gigabyte RAM und 256 Gigabyte Speicher erhältlich. Die mittlere Ausstattung mit 16 Gigabyte Arbeits- und 512 Gigabyte kostet 799 Euro, das Top-Modell mit 24 Gigabyte RAM und einem Terabyte Speicher schlägt mit 999 Euro zu Buche.
Erhältlich ist das Smartphone in den Farbvarianten Cryo, Nightfreeze und Subzero. Für Design-Fans wichtig: Nur die transparenten Varianten Nightfreeze und Subzero zeigen die sichtbare Wasserkühlung mit dem blau leuchtenden Kühlmittel. Bei der Cryo-Version ist das System zwar verbaut, aber nicht sichtbar.
Lieferumfang
Der Lieferumfang des Redmagic 11 Pro ist üppig – erfreulich anders als bei vielen Konkurrenten.
Im Paket befinden sich neben dem Handy selbst:
- USB-C-auf-USB-C-Kabel mit einer Länge von einem Meter
- Eine Schutzhülle aus hartem Kunststoff
- Ein SIM-Eject-Tool
- Ein Netzteil mit 80 Watt Leistung
Das beigelegte Netzteil ist inzwischen längst kein Standard mehr und bei den allermeisten Smartphones nicht im Lieferumfang enthalten. Ihr müsst euch also kein passendes Ladegerät zulegen, zumal das enthaltene auch die maximale Schnellladung des 11 Pro mit 80 Watt unterstützt.
Der Hersteller bringt außerdem eine Schutzfolie ab Werk aufs Display auf.
Hier lautet mein Ratschlag aber wie so oft: Da die aufgebrachte Folie sehr dünn und kratzempfindlich ist, tauscht sie perspektivisch am besten gegen eine robustere Panzerglasfolie aus.
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Design und Verarbeitung
Optisch bleibt Redmagic seiner Gaming-DNA treu: Das Redmagic 11 Pro sieht auf den ersten Blick seinem Vorgänger sehr ähnlich, allerdings mit subtilen Änderungen.
Wer sich für die transparenten Varianten Nightfreeze (mein Testmuster) oder Subzero entscheidet, bekommt wieder ein echtes Designhighlight – vor allem die neue, sichtbare Flüssigkeitskühlung mit wanderndem Kühlmittel ist ein Hingucker.
Vorder- und Rückseite bestehen aus nicht näher spezifiziertem Gorilla Glass, der Rahmen ist aus Aluminium gefertigt.
Was mir an den Redmagic-Smartphones gut gefällt: Die Handys verzichten auf eine Kamerainsel oder herausragende Linsen. Die Rückseite ist komplett eben – das ist heutzutage selten, sorgt aber dafür, dass das Handy auf dem Tisch nicht kippelt, wenn man aufs Display tippt.
Womit der Einsatz des Rückseitenglases allerdings einhergeht, ist die Anfälligkeit für Fingerabdrücke. Das lässt sich nicht vermeiden. Wer die mitgelieferte Schutzhülle nutzt, wird jedoch weniger Probleme damit haben.
Die Verarbeitung ist makellos – ich finde keine unsauberen Übergänge oder scharfe Kanten.
Mit 230 Gramm ist das Redmagic 11 Pro kein Leichtgewicht. Die Abmessungen von 163,8 x 76,5 x 8,9 Millimetern machen es zusätzlich zu einem großen Gerät, das sich kaum mit einer Hand bedienen lässt. Durch das kantige Design liegt es auch nicht ganz so gut in der Hand wie Geräte mit abgerundetem Rahmen.
Tasten und Anschlüsse:
- Rechte Seite: Sensor-Schultertasten mit 520 Hz, Lautstärkewippe, Mikrofon, Ein-/Ausschalter, Magic Key-Schiebeschalter für schnellen Zugriff auf den Game Space oder andere Funktionen
- Oberseite: Lautsprecher (zwischen Display und Rahmen), Mikrofon, 3,5-mm-Kopfhörerausgang,
- Unterseite: USB-C-Buchse (USB 3.2 Gen 2), Lautsprecher, Mikrofon, SIM-Kartenfach
- Rückseite: Infrarot-Blaster
An beiden Seiten besitzt das Redmagic 11 Pro zwei Lüfterschlitze, die die warme Luft aus dem Inneren über den verbauten, physischen Lüfter nach außen bringen. Das war bereits bei den Vorgängermodellen so.
Das ist neu: Trotz der Lüfteröffnungen ist das Gerät IPX8-zertifiziert. Das bedeutet, dass das Handy sogar dauerhaftes Untertauchen in Wasser übersteht.
Der Fingerabdrucksensor sitzt unter dem Display und arbeitet nun mit Ultraschall-Technologie. Er funktioniert zuverlässig und entsperrt das Gerät binnen Sekundenbruchteilen. Auch bei leicht feuchten Fingern leistet er gute Dienste.
Display
Das 6,85 Zoll große AMOLED-Display bleibt für mich ein Highlight der Redmagic-Reihe. Mit 144 Hertz Bildwiederholrate und einer Auflösung von 1.216 x 2.688 Pixeln bietet es eine flüssige und scharfe Darstellung.
Die Helligkeit ist hervorragend: Mit bis zu 2.000 Nits Spitzenhelligkeit ist das Display selbst bei direkter Sonneneinstrahlung problemlos ablesbar. Die Farben sind kräftig, die Kontraste exzellent.
Die Displayränder fallen dünn aus, zudem verzichtet der Hersteller wieder auf eine Notch oder ein Punch Hole – die Frontkamera liegt versteckt hinter dem Display und ist mit bloßem Auge nur in bestimmten Winkeln und mit Lichteinstrahlung leicht zu erkennen.
Dieses vollflächige Display ohne Aussparung ist natürlich ideal für Gaming oder Multimedia, da es keine störenden Elemente gibt. Allerdings geht das zulasten der Kameraqualität – dazu später mehr.
Eine weitere Neuerung: Das Display nutzt erstmals den Synaptics 3910v-Chip, der eine Multi-Touch-Abtastrate von 360 Hertz und eine Instant-Touch-Abtastrate von knapp 3.000 Hertz ermöglicht.
In der Praxis bedeutet das: Reaktionen erfolgen verzögerungsfrei. Für Shooter und schnelle Action-Games ist das natürlich ein Vorteil.
Außerdem hat Redmagic einen neuen »Wet-Hand-Modus« integriert, der bei feuchten Händen oder Regentropfen auf dem Display eine zuverlässige Bedienung ermöglichen soll.
Das ist für ein Gaming-Handy, das auch mal bei längeren Sessions schwitzig werden kann, ein durchaus praktisches Feature. In meinem Test hat der neue Modus zuverlässig funktioniert.
Prozessor und Speicher
Das Redmagic 11 Pro ist eines der ersten Smartphones mit dem neuen Snapdragon 8 Elite Gen 5-Chipsatz.
Die Benchmark-Ergebnisse sind durchaus beeindruckend: In Geekbench 6 erreichte mein Testgerät 3.704 Punkte im Single-Core und 11.770 Punkte im Multi-Core-Test. Das ist eine deutliche Steigerung gegenüber dem 10S Pro (3.154 / 9.912 Punkte).
Geekbench CPU Single Core
Redmagic 11 Pro
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Bei AnTuTu erreicht das Handy stolze 3.987.358 Punkte. Damit übertrifft es den Vorgänger deutlich und positioniert sich als das schnellste bisher von mir getestete Android-Smartphone.
Aber merkt man diese extreme Leistung überhaupt? Ehrlicherweise nein – zumindest ich merke sie nicht bei meiner Nutzung.
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Ich teste die Leistungsfähigkeit von Smartphones einerseits mit Apps und Spielen im Alltag. Gleichzeitig messe ich die CPU- sowie Gesamtperformance mit den Benchmark-Apps »Geekbench 6« sowie »AnTuTu Benchmark«, um eine objektive Vergleichbarkeit zwischen Smartphones herzustellen. Geekbench prüft die Single- und Multi-Core-Performance des Gerätes, AnTuTu die Gesamtleistung. Beide Programme geben am Ende eine Punktzahl aus und bieten auf ihrer Webseite zudem ein Ranking mit vielen anderen Geräten an.
In der Praxis ist das Smartphone praktisch mit allem unterfordert, was ich ihm vorsetze. Apps öffnen sich verzögerungsfrei, Multitasking funktioniert mit meinem 16-Gigabyte-RAM-Testgerät butterweich und Spiele wie »Genshin Impact« oder »Call of Duty Mobile« laufen flüssig und auf der höchsten Detailstufe.
Dabei profitiert das System auch vom schnellen LPDDR5T-RAM und UFS-4.1-Pro-Speicher, die beide zu den schnellsten aktuell verfügbaren Technologien gehören.
Braucht es also überhaupt so viel Speicher? Ja! Denn damit ist das Handy selbst in einigen Jahren noch sehr leistungsfähig und für die kommenden Jahre und steigende Anforderungen gut gerüstet.
Erhältlich ist das Redmagic 11 Pro mit 12, 16 und 24 Gigabyte Arbeitsspeicher und 256, 512 Gigabyte oder einem Terabyte Speicherplatz. Da sich dieser nicht erweitern lässt, solltet ihr vor dem Kauf überlegen, wie viel Gerätespeicher ihr benötigt.
Die Flüssigkühlung
Das AquaCore Cooling System ist das Herzstück des Redmagic 11 Pro. Damit soll das 11 Pro auch gegen andauernde Beanspruchung gerüstet sein und entstehende Wärme zuverlässig abführen.
Das Kühlsystem besteht aus mehreren Komponenten:
- Flüssigkeitskühlung: Eine Fluorflüssigkeit zirkuliert durch ein geschlossenes System. Diese Flüssigkeit ist nicht leitfähig.
- 24.000-rpm-Lüfter: Der physische Lüfter ist nun wasserdicht (IPX8) und dreht 1.000 Umdrehungen schneller als beim Vorgänger.
- 13.116 mm² Vapor Chamber: Die große Dampfkammer deckt den Bereich von der Kamera bis zum unteren Lautsprecher ab.
- Liquid Metal 3.0: Flüssigmetall soll für optimale Wärmeleitung vom Prozessor zur Dampfkammer führen.
In der Praxis zeigt sich: Das System funktioniert, erbringt aber auch keine Wunder. Der Rahmen sowie der obere Teil der Rückseite werden weiterhin spürbar, wenn auch nicht unangenehm warm.
Allerdings: Das Vorgängermodell erwärmte sich deutlich stärker – das neue Kühlsystem arbeitet also zuverlässig. Das dürfte allerdings nicht allein der Flüssigkühlung geschuldet, sondern ein Zusammenspiel aus allen Kühlungskomponenten sein.
Der Lüfter selbst ist weiterhin so eine Sache. Er startet ab Werk mit allen Spielen oder Benchmark-Apps sofort nach dem Öffnen, lässt sich aber über die Schnelleinstellungen deaktivieren. Wenn ihr nicht gerade Kopfhörer tragt oder den Ton aufgedreht habt, würde ich auch dazu raten.
Er dreht nämlich schnell so hoch, dass das Handy fast wie ein Gaming-Laptop klingt – also ziemlich laut. Das passiert natürlich zugunsten der Leistung, kann aber nerven.
Akkulaufzeit
Ihr merkt: Ich bin vom Redmagic 11 Pro durchaus angetan – es sieht gut aus, ist pfeilschnell ... und doch gibt es ein großes Aber.
Der 7.500-Milliamperestunden-Akku ist gegenüber dem Vorgänger (7.050 mAh) nochmals gewachsen. Das klingt zunächst vielversprechend – zumal Redmagic auf die neue Silizium-Kohlenstoff-Anoden-Technologie setzt, die bei gleicher Größe höhere Kapazitäten ermöglicht.
PCMark Akku-Benchmark
Redmagic 11 Pro
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- 24,00
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Allerdings enttäuscht der PCMark-Benchmark: Mit nur 12:45 Stunden schneidet das Redmagic 11 Pro sogar schlechter ab als das Vorgängermodell (13:57 Stunden).
Das und deutet darauf hin, dass der neue Prozessor trotz verbesserter Effizienz sowie das Kühlungssystem mehr Energie verbrauchen.
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Ich verwende die Android-Software »PCMark«, um einen Akkubenchmark durchzuführen und eine Vergleichbarkeit mit anderen Smartphones zu schaffen. Die App erledigt dabei Alltagsaufgaben wie Web-Browsing, Video-Wiedergabe, Textverarbeitung und Bildbearbeitung, bis der vollständig aufgeladene Akku unter 20 Prozent fällt. Am Ende gibt das Programm eine Zeitdauer als Gesamtergebnis aus.
Die Akkulaufzeit ist bei einem Gaming-Handy natürlich immer so eine Sache. Wenn ihr es für den gedachten Zweck nutzt und stundenlang anspruchsvolle Spiele zockt, dann ist eine Laufzeit von zwei Tagen auch mit einem großen Akku utopisch.
In meinen Tests erreichte das Gerät bei gemischter Nutzung rund eineinhalb Tage Laufzeit. Das ist ordentlich für den Alltag, im Hinblick auf den großen Akku aber nicht beeindruckend.
Die Ladegeschwindigkeit ist dafür mit 80 Watt sowohl kabelgebunden als auch kabellos richtig schnell. Ein komplett leerer Akku ist nach etwa 50 Minuten wieder voll.
Neu ist die kabellose 80-Watt-Ladung sowie die Reverse-Wireless-Charging-Funktion. Damit wird das Handy zur Powerbank für andere Qi-fähige Geräte, die ihr einfach auf die Rückseite legen könnt – etwa – Kopfhörer oder Smartwatches.
Kamera
Das Kamerasystem des Redmagic 11 Pro besteht aus einem 50-Megapixel-Weitwinkel, einem 50-Megapixel-Ultraweitwinkel sowie einer 2-Megapixel-Makro-Linse. Die 50-Megapixel-Hauptkamera mit f/1.88-Blende und optischer Bildstabilisierung liefert bei guten Lichtverhältnissen ordentliche Ergebnisse.
Die Schärfe ist gut, ebenso der Detailreichtum – allerdings neigt die Kamera zu übersättigten Bildern. Das führt dann teilweise zu ausgebrannten Farben. Das gilt auch für die 50-Megapixel-Ultraweitwinkelkamera. Insgesamt liegt die Qualität der beiden Haupt-Optiken auf dem Niveau von Mittelklasse-Geräten.
Hier sind einige Beispielaufnahmen bei gutem Licht:
Die Makro-Linse mit zwei Megapixeln Auflösung hätte man sich aus meiner Sicht sparen können, denn die Qualität ist wie beim Vorgängermodell sehr schlecht (letztes Bild in der Galerie). Möglicherweise setzt Redmagic die Optik aber auch für Tiefenschärfeinformationen der Hauptkamera ein und sie ist dafür wichtig.
Bei Dunkelheit fallen die Ergebnisse nur mittelmäßig aus: Die Aufnahmen des Ultraweitwinkel sind sehr dunkel und weichgezeichnet. Der Hauptkamera gelingen da schon bessere Aufnahmen, aber auch diese befinden sich in etwa auf dem Niveau eines günstigen Mittelklasse-Modells.
Die Unter-Display-Frontkamera ist natürlich ein spannendes Features, welches aber leider zu einer schlechten Aufnahmequalität führt. Selfies sind selbst bei gutem Licht stark weichgezeichnet. Bei wenig Licht ist die Qualität noch schlechter.
Die Aufnahmen der Frontkamera sind qualitativ schlecht – ein Kompromiss aufgrund der versteckten Kamera. (Bildquelle: GameStar Tech)
Für Videocalls mit ausreichender Beleuchtung mag das noch in Ordnung sein, für mehr jedoch nicht. Immerhin profitieren Nutzer vom vollflächigen Display ohne Kameraaussparung.
Insgesamt ist das Redmagic kein Smartphone für ambitionierte Handyfotografen – für Schnappschüsse reicht es.
Allerdings muss man bei einem Verkaufspreis ab 700 Euro irgendwo realistisch bleiben und Abstriche in Kauf nehmen, gerade im Hinblick auf die übrige Hardware-Ausstattung auf Top-Niveau.
Lautsprecher und Kopfhöreranschluss
Das Stereo-Lautsprechersystem liefert einen ordentlichen Sound. Die maximale Lautstärke ist hoch, ohne dass es dabei zu Übersteuerungen gibt. Der Klang ist für ein Handy recht voll und ausgewogen. Für Gaming, Podcasts oder Videos ist die Qualität in jedem Fall ausreichend.
Der 3,5-Millimeter-Kopfhöreranschluss ist für mich immer ein nützliches Features, das inzwischen den meisten Handys fehlt. Gamer profitieren so von einer sehr niedrigen Latenz. Zudem könnt ihr auch hochwertige HiFi-Kopfhörer nutzen und müsst keine Kompromisse beim Klang eingehen.
Konnektivität
Die Konnektivitäts-Ausstattung des Redmagic 11 Pro ist umfangreich, es fehlt allerdings weiterhin die Unterstützung für eSIM, also digitale SIM-Karten.
Die übrige Ausstattung überzeugt hingegen:
- 5G
- WiFi 7
- Bluetooth 5.4
- NFC
- Infrarotblaster – damit kann das Handy unter anderem Fernseher und andere Geräte steuern
- Dual-SIM (zwei physische Nano-SIM-Karten)
- GPS, GLONASS, BDS, GALILEO
- USB-C 3.2 Gen 2 mit DisplayPort-Unterstützung
Betriebssystem und Updates
Das Redmagic 11 Pro läuft mit Android 16 und Redmagic OS 11. Die Oberfläche ist recht nah am Stock-Android gehalten – der von Google bereitgestellten, unveränderten Android-Oberfläche.
Bloatware: Es gibt einige vorinstallierte Apps von Drittanbietern. Sie lassen sich aber zumindest schnell deinstallieren.
Beim Update-Support verspricht Nubia fünf Jahre Software-Support. Andere Hersteller bieten inzwischen einen längeren Support und der Hersteller hält sich damit lediglich an die EU-Vorgabe von fünf Jahren. Etwas mehr wäre schöner gewesen.
Einen Wermutstropfen gibt es bei Redmagic OS allerdings: Die deutsche Übersetzung hat noch immer einige Fehler und ist nicht immer eindeutig zu verstehen. Hier sollte der Hersteller nachbessern.
Beispiel gefällig? In der Plugin-Bibliothek gibt es weiterhin den »Brathähnchen Modus«. Das ist der Modus mit maximaler Leistung und Wärmeentwicklung. Gut, der Name passt da irgendwie, aber er klingt trotzdem falsch. Und dann ist da noch eine vorinstallierte Wallpaper-App namens »Super-Tapete« – mehr muss ich nicht sagen, oder?
Die Benutzeroberfläche Redmagic OS 11 ist für mich dennoch das Highlight der Redmagic-Geräte. Im separaten Game Space finden sich die Features, die das Redmagic 11 Pro als Gaming-Smartphone auszeichnen.
Man erreicht den Game Space über den physischen Schiebeschalter am Gerät. Wer möchte, kann dem Knopf im System aber auch umbelegen und darüber etwa die Taschenlampe aktivieren.
Im Game Space könnt sämtliche spielrelevanten Einstellungen verwalten – ob Leistungsprofile, RGB-Lichter oder eine individuelle Tastenbelegung der Schultertasten.
Die Gaming-Plugins sind umfangreich und bieten unter anderem:
- Benutzerdefiniertes Fadenkreuz für präziseres Zielen.
- Hunter Mode mit visuellen Filtern, die Gegner in verschiedenen Umgebungen besser hervorheben.
- Screen Extraction – vergrößert einen bestimmten Bereich des Bildschirms für bessere Übersicht.
- Superior Pic Quality – KI-gestützte Hochskalierung auf 2K-Auflösung bei bis zu 120 FPS.
- Amplify Footsteps – verstärkt Schrittgeräusche von Gegnern.
- Somatosensory Control – Bewegungssteuerung durch Kippen oder Heben des Geräts.
Neu hinzu kommen in diesem Jahr KI-Features (Start geplant für Dezember 2025):
- Personal AI Coach: Echtzeit-Strategietipps während des Spiels.
- Win Rate Predictor: Zeigt die aktuelle Gewinnwahrscheinlichkeit basierend auf eurer Performance an.
- Voice Control: Führt Befehle per Sprachsteuerung aus.
- Mora Mouth Replacement: Kommuniziert mit der KI-Assistentin Mora während des Spiels.
Daneben gibt es Optionen für Streaming, den Anschluss von Peripherie-Geräten und sogar Desktop-Modus. Das Smartphone unterstützt den Anschluss externer Bildschirme über drahtlose sowie kabelgebundene Verbindungen mit bis zu 4K-Auflösung bei 144 Hertz.
Auch Controller sowie Tastatur und Maus lassen sich mit dem Redmagic koppeln und konfigurieren.
Im laufenden Jahr plant der Hersteller zudem einen Windows-Emulator. Dieser soll es ermöglichen, Windows-Spiele direkt auf dem Android-Gerät zu spielen – ohne Cloud-Streaming und ohne zusätzliche Hardware. Das könnte für Gamer wirklich spannend werden.
Solltet ihr euch das Redmagic 11 Pro kaufen?
Das Redmagic 11 Pro lohnt sich für euch, wenn...
- ihr ein Gaming-Smartphone mit absoluter Spitzenleistung sucht
- euch das Design mit sichtbarer Wasserkühlung gefällt
- ihr bereit seid, bei der Kamera Abstriche zu machen
- ihr auf eSIM verzichten könnt
- euch Gaming-Features wie Schultertasten, Game Space und Kopfhöreranschluss wichtig sind
Weniger geeignet ist das Gerät, wenn...
- ihr eine gute Kamera erwartet (besonders die Frontkamera ist sehr schwach)
- ihr maximale Akkulaufzeit benötigt
- euch der laute Lüfter stören könnte
- ihr ein Allround-Smartphone für alle Lebenslagen sucht
Mögliche Alternativen zum Redmagic 11 Pro
Asus ROG Phone 9 Pro: Bietet ähnliche Gaming-Features und Leistung, allerdings ein besseres Kamerasystem. Preislich liegt es mit etwa 1.050 Euro allerdings deutlich höher.
Samsung Galaxy S25: Komplettes Flaggschiff mit besserer Kamera, längerer Akkulaufzeit und sieben Jahren Android-Updates. Die Performance ist gut, der Preis liegt inzwischen bei etwa 600 Euro aufwärts. Allerdings fehlen dedizierte Gaming-Features wie Schultertasten.
Redmagic 10S Pro: Der Vorgänger ist noch erhältlich und bietet fast dieselbe Gaming-Erfahrung – nur ohne Wasserkühlung und IPX8-Zertifizierung. Die Leistung reicht für alle aktuellen Spiele aus und das Modell ist mit 630 Euro beim Hersteller günstiger zu haben.
Das Redmagic 11 Pro ist ein hervorragendes Gaming-Smartphone, das vor allem mit seiner Leistung und diversen Gaming-Features punktet. Die Kombination aus dem Snapdragon 8 Elite Gen 5, viel Arbeitsspeicher, IPX8-Zertifizierung sowie dem vollflächigen 144-Hertz-Display ist schon wirklich cool.
Allerdings ist das Gerät weiterhin nur für eine kleine Zielgruppe interessant: Gaming-Enthusiasten, die bereit sind, bei Kamera und Akkulaufzeit Kompromisse einzugehen.
Wer das Smartphone nicht primär zum Spielen nutzen will, ist mit einem Allround-Flaggschiff wie dem Samsung Galaxy S25 besser bedient. Doch für Mobile-Gaming-Fans, die das Maximum an Performance wollen, gibt es derzeit kaum eine bessere Wahl.




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