Laptop-Hersteller kooperieren immer mal wieder gerne mit Auto-Nobelmarken wie Lamborghini (Asus), AMG (MSI) oder eben Ferrari. Mit der Sportwagenschmiede aus Maranello hatte bereits in der Vergangenheit Acer kooperiert und jetzt möchte auch HP sich mal im Glanz des Cavallino rampante sonnen.
In direkter Zusammenarbeit mit dem Ferrari-Designstudio hat nun also das auf 4.999 Stück limitierte HP Scuderia Ferrari Notebook das Licht der Welt erblickt. Das Design ist HP dabei wirklich gelungen, die rote Farbe erinnert natürlich sofort an die teuren Sportwagen, aber speziell die Unterseite des Laptops hat es mir angetan.
Dort findet sich ein großes Fenster, das einen Blick auf den aufgeräumten Innenraum ermöglicht, der Teil unterhalb des Fensters soll dagegen aus Carbon bestehen. Mir gefällt die Optik wirklich sehr gut, sie weckt nicht nur Erinnerungen an einen Sportwagen, sondern auch an die damit verbundene Leistung.
Tristesse unter der Haube
Doch wenn man dem Nobelhobel unter die Haube guckt, macht sich zumindest bei mir Ernüchterung breit. Ich hätte jetzt mit einer RTX 5080 oder sogar einer RTX 5090 gerechnet, Asus schafft es ja auch, die 5080 in einem 14-Zoll-Laptop zu betreiben.
Aber nein, es gibt überhaupt keine dedizierte Grafik, sondern lediglich die B390 iGPU von Intels Ultra X7 368H CPU. Der Panther Lake Chip ist ganz sicher nicht schlecht, aber wir reden hier über ein Notebook mit Ferrari-Branding, das weckt schon gewisse Erwartungen.
Beim RAM lässt sich HP dann nicht lumpen und lötet gleich üppige 64-GB-LPDDR5X-9600 auf die Platine, da kann man nicht meckern. Komplett unverständlich ist allerdings, warum es nur eine 1-TB-SSD gibt? Die doppelte Kapazität wäre hier eigentlich das Minimum gewesen. Sehr gut scheint dagegen, der OLED-Touchscreen zu sein. Er löst mit 2880 x 1800 (120 Hz) auf und wird bis zu 700 Nits hell.
Sprechen wir über Geld
Eine Sache, über die wir bisher noch nicht thematisiert haben, ist der Preis. Wenn irgendwo das Ferrari-Logo drauf ist, könnt ihr in der Regel davon ausgehen, dass der entsprechende Artikel nicht günstig ist. Das ist auch beim Scuderia Ferrari Notebook von HP der Fall: Der Hersteller ruft in seinem Onlineshop exakt 5.949,99 Euro auf.
Zum Vergleich, das 14 Zoll HP ZBook 8 G2i hat mit dem Core Ultra X9 388H die etwas stärkere CPU, dafür aber keinen Touchscreen, RAM und SSD haben die gleiche Größe wie beim Ferrari Notebook. Mit 4.341 Euro ist auch dieses Gerät nicht günstig, aber dann doch rund 1.600 Euro billiger. Das Design lässt sich HP beim Laptop mit Ferrari-Logo also fürstlich bezahlen.
Außen Ferrari innen VW Golf
Letztlich ist der hohe Preis aber nicht das Problem, jeder muss selbst entscheiden, ob er so viel Geld für ein Notebook mit der genannten Hardware ausgeben möchte. Ich bin mir sicher, dass die 4.999 Exemplare schnell verkauft sein werden, im Zweifel geht ein Großteil eben zu den Influencern nach Dubai, die sich das Notebook passend zum Auto kaufen.
Mich stört etwas ganz anderes, das HP Notebook sieht zweifellos toll aus, allerdings verbinde ich den Namen Ferrari nicht nur mit Design, sondern auch mit Höchstleistung und Innovation. HP bietet aber einen Rechner, der von außen nach Ferrari aussieht, im Inneren aber mehr einem VW Golf ähnelt. Ein Golf ist sicher kein schlechtes Auto, aber er versprüht auch nicht den Esprit eines Ferrari (und kostet auch bedeutend weniger), ich denke, da sind wir uns alle einig.
Wo bleibt der Mut zur Innovation?
Was ich mir gewünscht hätte, wäre ein absolutes High-End-Notebook mit fetter Grafikkarte und das alles in diesem wunderschönen Design. Und davon abgesehen auch mal den Mut etwas Außergewöhnliches zu wagen, nicht nur roter Lack, ein Fenster und etwas Carbon. Vielleicht mal ein außergewöhnliches Kühlsystem oder etwas anderes, das nicht von der Stange ist. Eine hochpreisige und exklusive Edition bietet sich doch geradezu als Technologieträger an.
Aber HP geht lieber den einfachen Weg, langweilige 0815-Hardware in einer schicken Hülle und fertig ist der Ferrari unter den Notebooks. Das Problem der Mut- und Ideenlosigkeit hat allerdings nicht nur HP ergriffen, es trifft auf fast alle Hersteller zu. Die Ausnahme ist hier Lenovo, die ganz gerne mal was ausprobieren, wie zuletzt mit dem ausrollbarem Display gesehen. Bei allen anderen ist bei mehr oder weniger umfangreichen Anpassungen am Design schon Schluss.
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Klar, Innovationen kommen nicht von alleine, sie müssen entwickelt werden und das kostet Geld. Das können und wollen sich viele Hersteller nicht leisten. Dass aber auch kleine Laptop-Fertiger innovativ sein können, sieht man an Framework, die nach wie vor als einziger Hersteller ein vollmodulares Notebook anbieten. Der Großteil aller Hersteller geht lieber auf Nummer sicher und drückt jedes Jahr neue Laptops auf den Markt.
Die haben immer die neueste Hardware und sehen immer auch etwas anders aus, aber es ist halt bei (fast) allen Herstellern der gleiche Kram. Neuerungen entwickelt man lieber nicht selbst, sondern wartet bis man sie günstig zukaufen kann, schade eigentlich.

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