Wenn ihr selbst immer mal wieder etwas auf Social Media wie Instagram oder TikTok postet, habt ihr sicherlich schon einmal eine App zur Videobearbeitung ausprobiert.
Oft höre ich von CapCut
, das als die beste Lösung dafür gilt. Doch ich konnte der App bisher nichts abgewinnen.
Weil ich den Gedanken, Videos am Handy bearbeiten zu können, aber extrem bequem finde, habe ich in der Vergangenheit immer wieder verschiedene Tools ausprobiert – zuletzt Instagram Edits
.
Die Meta-Anwendung ist mir zwar immer mal wieder im Playstore aufgefallen, doch wegen meiner Vorurteile habe ich sie nie ausprobiert. Denn das größte Problem war für mich immer die fummelige Bedienung der Tools.
Dennoch hat meine Neugier gesiegt und ich habe Edits in den Härtetest geschickt, indem ich ein gesamtes Video mit Schnitt, Voiceover und Anpassungen in der App erstellt habe.
Ich hätte nicht gedacht, dass das Schneiden der Videos so viel Spaß macht
Um das Tool also genauer unter die Lupe zu nehmen, habe ich mein Testvideo zum Tischtennis-Roboter von »Pongbot« komplett am Smartphone geschnitten. Da das Bearbeitungstool seinen Fokus auf Kurzvideos für Social Media legt, musste ich einen Kompromiss eingehen und mich auf das Hochkant-Format beschränken.
Diese zusätzliche Herausforderung habe ich jedoch bewusst in Kauf genommen, um die App wirklich auf Herz und Nieren zu prüfen.
Um euch meine Erfahrung besser zu erklären, findet ihr deshalb im Folgenden das Video, welches ich mit der App erstellt habe.
1:10
Die Tischtennismaschine von Pongbot im Test: Was kann der Nova S Pro?
Faszination statt Frust: So lief der Videoschnitt für mich
Bevor ich mit der Bearbeitung loslegen kann, muss ich mich in der App zunächst mit meinem Instagram-Konto anmelden. Einmal eingeloggt, kann ich dann aber gleich mit dem Projekt starten.
Da ich völlig blind in den Test gegangen bin, wusste ich anfangs nicht, dass die Anwendung das klassische 16:9-Format gar nicht unterstützt. Weil ich mein Rohmaterial allerdings komplett im Breitbild aufgenommen habe, kam eine zusätzliche Hürde hinzu.
Im Nachhinein war es auch ein Vorteil, mit dem Material im falschen Format zu arbeiten, da ich so viele Szenen völlig anders anordnen musste als ursprünglich geplant. Das hat wirklich Spaß gemacht.
Weil die Oberfläche von Instagram-Edits stark anderen bekannten mobilen Schnittprogrammen wie Cap Cut oder InShot ähnelt, war die Navigation unkompliziert.
Um ein neues Projekt anzulegen, reicht ein Tippen auf den »Plus«-Knopf in der App-Oberfläche. Danach konnte ich direkt ein Video aufnehmen oder Clips aus meiner Galerie wählen.
Edits bietet euch eine besondere Kontrolle über eure hochgeladenen Daten
Was mir besonders gut gefallen hat: Ich konnte präzise auswählen, auf welchen Teil meiner Aufnahmen die App Zugriff erhält. So musste ich nicht meine gesamte private Galerie mit Meta teilen.
Falls ich ein falsches Video hochgeladen habe, könnte ich die Berechtigung jederzeit wieder entziehen, sodass sie nicht weiter im Bearbeitungsprogramm auftauchen.
Das Schneiden, Anpassen und Verschieben der Clips konnte ich mühelos mit Drag-and-drop machen, wodurch das Bearbeiten kinderleicht wurde – trotz des verhältnismäßig kleinen Displays meines Smartphones.
Habe ich versehentlich einen Fehler gemacht – wie ein falsches Video zu löschen – konnte ich mit der Zurück- und Wiederherstellen-Taste meinen Fehler korrigieren.
Der Schnitt hat dadurch nicht lange gedauert und ich konnte die Videos so anordnen, wie sie für mich am Ende am meisten Sinn ergeben haben.
Welche Berechtigungen fordert die App?
Damit die Videobearbeitung überhaupt funktioniert, müsst ihr der App tiefen Zugriff auf euer Smartphone gewähren:
- Eure Medien: Voller Zugriff auf eure ausgewählten Fotos, Videos und Audiodateien.
- Tracking & Metadaten: Meta erfasst eure Geräte-ID, euren groben Standort und welche Effekte ihr nutzt.
Was passiert mit euren Bildern und Videos?
Euer Rohmaterial bleibt nicht nur auf dem Handy, sondern wandert direkt auf Metas Server – besonders, wenn aufwendige Filter oder KI-Effekte berechnet werden. Dabei gilt:
- Öffentliche Posts: Alles, was ihr final als Reel oder Beitrag auf Instagram teilt, darf von Meta analysiert und genutzt werden.
- Private Entwürfe: Clips, die ihr nur bearbeitet und lokal speichert (oder nur per DM verschickt), nutzt Meta laut eigenen Richtlinien nicht weiter.
Welche Daten nutzt Meta für ihr KI-Training?
Der wichtigste Punkt betrifft Metas eigene künstliche Intelligenz (Meta AI). Hier müsst ihr folgendes wissen:
- Eure Videos als Lehrmaterial: Wenn ihr ein öffentliches Profil habt, nutzt Meta eure geposteten Videos und Bildunterschriften, um seine KI-Modelle zu trainieren.
- Ihr könnt widersprechen: Aufgrund europäischer Gesetze müsst ihr das nicht einfach hinnehmen. Ihr könnt in den Instagram-Einstellungen im Datenschutz-Center ein kurzes Formular ausfüllen (»Widerspruch gegen die Verwendung deiner Informationen für KI«). Danach sind eure öffentlichen Videos für Metas KI tabu.
Zusätzliche Elemente runden die Bearbeitung ab
Nach dem Rohschnitt konnte ich verschiedene Elemente wie Musik, Texte, Filter und weitere, speziell auf Social Media getrimmte Overlays hinzufügen.
Darunter beispielsweise auch der »Stimmen«-Button, mit dem ich mein Voiceover direkt in der App aufnehmen konnte.
Hierbei hat mir besonders gut gefallen, dass ich ein Skript hinterlegen und Aufnahmen bei Versprechern unkompliziert wiederholen konnte.
Einzig die Tatsache, dass sich das Skript-Fenster immer wieder einblendet, sobald ich mit der Aufnahme beginne, hat mich sehr gestört. Dadurch war das eigentliche Video kaum noch zu sehen.
Smarte Untertitel und einfaches Backup
Auch die automatische Untertitel-Funktion, die auf Social Media immer wichtiger wird, musste ich ausprobieren – auch wenn sie im endgültigen Video nicht vorkommt.
Mit einem Klick auf den Untertitel-Knopf hat eine KI automatisch das Gesprochene erkannt und großteils sauber verschriftlicht. An manchen Stellen bin ich auf kleine Fehler gestoßen, die ich jedoch problemlos im Editor bearbeiten konnte.
Dafür musste ich nur auf die jeweilige Stelle mit dem Rechtschreib- oder Wortfehler klicken und konnte den Text in einem separaten Feld anpassen.
Weitere Features abseits des Testvideos
Für mein Experiment haben die Grundfunktionen der App gereicht. Für einen umfangreichen App-Test habe ich mir aber auch die weiteren Features der Anwendung angesehen.
So stehen euch neben den klassischen Schnitt- und Sortierfunktionen auch Farbfilter, smarte KI-Filter, automatisierte Nachbearbeitungen und mehr zur Verfügung.
Mit der KI-Bearbeitungsfunktion könnt ihr unter anderem Personen erkennen lassen und diese mit speziellen Effekten hervorheben.
Falls ihr euer Video direkt auf Instagram posten wollt, habt ihr zudem Zugriff auf die große Musik-Datenbank, die ihr auf der Plattform ganz legal benutzen dürft – solange euer Account privat geführt wird und kein Unternehmens-Account ist.
Am meisten überrascht hat mich jedoch die Keyframe-Unterstützung. Damit könnt ihr Bilder und Elemente völlig frei animieren und punktgenau über den Bildschirm bewegen.
Sogar die Geschwindigkeit und das Verhalten dieser Animationen sind dabei anpassbar – egal, ob eine Bewegung rasant ablaufen oder am Ende lässig abgefertigt werden soll.
Mein Fazit: Eine gelungene Überraschung für den mobilen Schnitt
Die App hat mich unterm Strich absolut positiv überrascht und das Bearbeiten hat mir unglaublich viel Spaß gemacht.
Anfangs hatte ich wegen der schlechten Erfahrung mit mobilen Editoren kaum Lust auf das Projekt, weshalb ich umso mehr überrascht bin, wie gut die Bearbeitung am Ende lief.
Während der PC für mich, durch die präzise Steuerung mit der Maus, bisher unschlagbar gewesen ist, habe ich so eine nützliche Mobile-Alternative gefunden – sei es für private Zwecke, die Arbeit oder den Verein.
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Auch wenn ein Instagram-Account zwingend notwendig ist und ich eigentlich kein Fan von Anwendungen mit Anmeldezwang bin, kann ich euch dieses Tool absolut empfehlen. Das Bearbeiten von Videos auf dem Smartphone war für mich jedenfalls noch nie so einfach und unkompliziert wie mit diesem Editor. Falls ihr euch also auch mal an ein mobiles Videobearbeitungsprogramm wagen wollt, kann ich euch die Instagram App nur empfehlen.
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