Wenn ich einen neuen Multiplayer-Shooter teste, entwickle ich meistens innerhalb der ersten zehn bis 20 Spielstunden ein Gefühl dafür, in welchen Wertungsregionen sich das Spiel ungefähr bewegen wird. Und bei Marathon war ich mir nach dem Server-Slam eigentlich sicher und sagte zu meinen Kollegen: »Leute, das wird allerhöchstens so ‘n 70er-Titel.«
Doch ich hatte mich so gründlich getäuscht wie schon lange nicht mehr. Nachdem ich nun viele Tage und Nächte in der Release-Version verbracht habe, entpuppt sich Marathon als Spätzünder mit Hürden, die es sich mehr als lohnt zu überwinden.
Um wirklich zu verstehen, wo die Faszination von Marathon liegt, müsst ihr aber erstmal mit mir in die Schattenseiten des Shooters eintauchen!
Wie sieht das denn aus!
Marathon stößt als Extraction-Shooter mit seiner Grundstruktur in ein sehr ähnliches Horn wie Escape from Tarkov, Arena Breakout Infinite, Arc Raiders oder auch Hunt: Showdown.
Das gilt aber nicht für seine Grafik: Wo im Genre weitgehend militärisches Olivgrün-Braun oder zumindest düsterer Realismus vorherrschen, sticht Bungies Shooter mit einer exzentrischen Farbpalette deutlich heraus.
Es ist ein Style, der polarisiert, manche vielleicht sogar sofort abschreckt und einigen vielleicht mit seinem Effektgewitter sogar Kopfschmerzen verursacht. Aber er ist einzigartig, unverkennbar und man kann Marathon nicht vorwerfen, dass es optisch nichts neues wagt.
Die Grafik ist aber bei Marathon nicht nur Selbstzweck: Das Spiel lebt von seiner eigenwilligen Bildsprache, speist seine Welt und die (erstaunlich tiefgründige) Lore aus dieser fast schon provokanten Melange aus Ghost in the Shell, Mirror’s Edge, System Shock und Altered Carbon. Womit wir schon beim Setting wären. Marathon ist nämlich eine Cyberpunk-Komposition durch und durch.
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Marathon: Wir erkunden Tau Ceti und machen ein gegnerisches Team lang
Spieler schlüpfen in die Rolle von Runnern, die ihre menschliche Gestalt abgelegt haben, um in den reproduzierbaren Kybernetik-Hüllen (Shells) für gierige Corporations oder rebellische Syndikate gefährliche Jobs Lichtjahre von der Erde entfernt zu erledigen. In Marathon kommen sie auf dem Planeten Tau Ceti IV an, wo ein Kolonie-Projekt gescheitert ist und sich nun alle um die wertvollen Überreste der Mission balgen.
Shodan, bist du es?
Diese Story ist nicht nur eine billige Ausrede, um andere Leute im PvP über den Haufen zu ballern und Loot einzusammeln. Die diversen Fraktionen fungieren zeitgleich als die Questgeber und Erzähler von Marathon. Jede davon verfügt über eine individuelle Bildsprache und tendiert zu jeweils eigenen Items und Skills.
Da wäre zum Beispiel NuCaloric, ein riesiges Landwirtschafts- Lebensmittel- und Pharma-Konglomerat, das mich auf die Suche nach Rohstoffen und biologischen Proben schickt. Dafür erhalte ich dann zum Beispiel Zugriff auf Medkits und andere Verbrauchsgegenstände im Arsenal (der Ingame-Shop für Ausrüstung, in dem ich erspielte Credits auf den Kopf haue).
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