Roboter für zu Hause sollen meistens irgendein Problem lösen: den Boden saugen, Dinge transportieren oder irgendwann vielleicht sogar die Spülmaschine einräumen.
OlloBot verfolgt mit dem OlloNi SS1 einen anderen Ansatz.
Der kleine Roboter soll möglichst wenig nach Haushaltsgerät und möglichst viel nach Haustier wirken. Auf der IFA 2026 feiert das sogenannte Cyber Pet
seine Europapremiere und ist dabei eines der niedlicheren Gadgets auf der Messe.
3:00
Haustierroboter Loona: Ausschnitte eines Gesprächs
Kindliches Design, aber Funktionen für die ganze Familie
Zwei riesige Augen reagieren auf Menschen in der Umgebung und folgen ihnen mit dem Blick: OlloNi erkennt Gesichter, reagiert auf Sprache und Gesten und setzt bewusst auf freundliche, fast kindliche Expressionen.
Er kann singen, tanzen oder auf Kommando ein Selfie aufnehmen. Wer möchte, kann den Roboter zudem mit unterschiedlichen Outfits ausstatten. Dann wird aus dem kleinen KI-Begleiter beispielsweise ein Einhorn oder ein anderes Fantasiewesen.
Das klingt zunächst stark nach einem Spielzeug für Kinder. Auf der IFA betont OlloBot allerdings, dass OlloNi ausdrücklich als Begleiter für die ganze Familie gedacht ist.
Statt möglichst viele Aufgaben zu automatisieren, soll der Roboter vor allem unterhalten und langfristig eine Beziehung zu seinen Besitzern aufbauen.
Ein KI-Haustier, das seine Familie kennenlernen soll
Technisch steckt dahinter deutlich mehr als ein ferngesteuertes Spielzeug.
- OlloNi soll Interaktionen und Kontextinformationen auswerten und mit der Zeit lernen, wie die Menschen um ihn herum reagieren.
- Dafür setzt OlloBot unter anderem auf eine eigene Emotional-AI-Technologie namens EmpathCore sowie ein Memory Heart Module.
- Die Idee dahinter: Der Roboter soll sich an gemeinsame Erlebnisse und persönliche Vorlieben erinnern und seine Reaktionen daran anpassen.
- Je länger OlloNi Teil eines Haushalts ist, desto persönlicher soll also die Interaktion werden. OlloBot spricht deshalb bewusst nicht nur von künstlicher Intelligenz, sondern von einer Verbindung aus Emotional AI und Physical AI.
Im ersten Kontakt funktioniert zumindest die Illusion eines kleinen Charakters ziemlich gut. Wenn die großen Augen meinem Blick folgen und OlloNi auf eine Handbewegung reagiert, fühlt sich die Interaktion unmittelbar natürlicher an als bei einem klassischen Smart-Home-Gerät.
OlloNi bleibt ein Roboter auf Rädern
Ein echtes Haustier ersetzt OlloNi nicht und schon seine Bauweise setzt Grenzen. Der Roboter bewegt sich auf Rädern durch die Wohnung. Treppen sind damit ein offensichtliches Hindernis.
In einem Haus kann er also nicht einfach vom Wohnzimmer ins obere Stockwerk hinterherlaufen. Auch abends mit ins Bett zu kommen, gehört eher nicht zum Konzept.
Innerhalb einer Etage kann man ihn dagegen rufen und zu sich fahren lassen. Per Sprachbefehl oder Gesten lassen sich anschließend Funktionen auslösen, etwa ein Foto. Gerade für gemeinsame Momente, Spiele und Entertainment kann ich mir das durchaus unterhaltsam vorstellen.
Spannend finde ich vor allem, dass OlloBot damit bewusst einen anderen Weg als viele Robotikhersteller einschlägt.
Während veile Humanoide und Haushaltsroboter auf der IFA derzeit vor allem beweisen wollen, welche Aufgaben sie für uns erledigen können, stellt OlloBot eine andere Frage: Kann ein Roboter interessant sein, obwohl er uns gar keine Arbeit abnimmt?
Die Antwort wird vermutlich auch vom Preis abhängen. Aufgrund der verbauten Technik dürfte OlloNi im oberen Preisbereich landen und damit definitiv kein Gadget für jede Familie werden. Einen finalen Marktstart gibt es ebenfalls noch nicht: Die ursprünglich geplante Kickstarter-Kampagne wurde zunächst verschoben.
Trotzdem zeigt OlloNi eine interessante Richtung für Heimrobotik. Vielleicht müssen Roboter gar nicht immer unsere Wäsche falten oder den Tisch abräumen, um einen Platz in unserem Zuhause zu finden.
Manchmal reicht womöglich schon ein kleiner Charakter auf Rädern, der uns erkennt, sich an uns erinnert und auf Zuruf ein ziemlich niedliches Selfie macht.

Nur angemeldete Benutzer können kommentieren und bewerten.
Dein Kommentar wurde nicht gespeichert. Dies kann folgende Ursachen haben:
1. Der Kommentar ist länger als 4000 Zeichen.
2. Du hast versucht, einen Kommentar innerhalb der 10-Sekunden-Schreibsperre zu senden.
3. Dein Kommentar wurde als Spam identifiziert. Bitte beachte unsere Richtlinien zum Erstellen von Kommentaren.
4. Du verfügst nicht über die nötigen Schreibrechte bzw. wurdest gebannt.
Bei Fragen oder Problemen nutze bitte das Kontakt-Formular.
Nur angemeldete Benutzer können kommentieren und bewerten.
Nur angemeldete Plus-Mitglieder können Plus-Inhalte kommentieren und bewerten.