Schluss mit lautem Summen beim Drohnenflug: Diese Messeneuheit von der IFA kann fliegen wie ein Adler

Der ESD Eagle X ist eine vogelähnliche Drohne, die auf der IFA 2026 vorgestellt wurde.

Auf der IFA 2026 zeigt EagleSight Dynamics den Eagle X als ungewöhnliche Alternative zur klassischen Multicopter-Drohne. Auf der IFA 2026 zeigt EagleSight Dynamics den Eagle X als ungewöhnliche Alternative zur klassischen Multicopter-Drohne.

Der ESD Eagle X Bionic Ornithopter ist eines dieser IFA-Produkte, die schon deshalb hängen bleiben, weil sie komplett anders aussehen als das, was man aus ihrer Kategorie gewohnt ist.

Statt vier Rotoren und einem möglichst unauffälligen Gehäuse gibt es hier einen 1,6 Meter breiten Flugkörper, der einem Greifvogel nachempfunden ist und sich tatsächlich durch Flügelschläge und Gleitphasen in der Luft bewegt.

Das sieht zunächst fast etwas rückwärtsgewandt aus, schließlich orientiert sich die Technik wieder sehr deutlich am Tierreich. Gleichzeitig finde ich genau das überraschend erfrischend.


Video starten 0:37 Ein spektakulärer Drohnenflug über die längste Outdoor-Rolltreppenverbindung der Welt in China


Fokus auf den Flugspaß, statt zu filmen

Klassische Consumer-Drohnen sind in den vergangenen Jahren technisch enorm gereift. Die Flugsteuerung wird automatischer, Kameras besser, Tracking zuverlässiger und Hinderniserkennung ausgefeilter.

Dadurch hat sich meiner Meinung nach aber auch ein Teil des Fokus verschoben: Bei vielen Drohnen geht es inzwischen vor allem darum, möglichst unkompliziert möglichst gute Videos zu produzieren.

Der eigentliche Spaß am Fliegen rückt dabei manchmal etwas in den Hintergrund.

Im Flug wechselt der Eagle X zwischen kräftigen Flügelschlägen und längeren Gleitphasen und soll dabei auch Kunstflugmanöver beherrschen. Quelle: ESD Eagle X Bionic. Im Flug wechselt der Eagle X zwischen kräftigen Flügelschlägen und längeren Gleitphasen und soll dabei auch Kunstflugmanöver beherrschen. Quelle: ESD Eagle X Bionic.

Der Eagle X setzt einen spannenden Gegenpunkt. Der Hersteller bezeichnet ihn als bionischen Ornithopter, also als Fluggerät, das seinen Auftrieb und Vortrieb durch schlagende Flügel erzeugt.

Diese wechseln sich mit Gleitphasen ab. Laut Broschüre beherrscht das Modell dabei sowohl einen stabilisierten Flugmodus als auch einen Stunt-Modus.

Möglich sein sollen unter anderem Loopings, S-Kurven, schnelle Richtungswechsel und sogenannte Falling-Leaf-Manöver.

Mit 1,6 Metern Spannweite und Greifvogel-Optik sieht der Eagle X eher wie ein großer RC-Vogel als wie eine klassische Drohne aus. Mit 1,6 Metern Spannweite und Greifvogel-Optik sieht der Eagle X eher wie ein großer RC-Vogel als wie eine klassische Drohne aus.

Und zumindest auf den ersten Blick wirkt das Ganze deutlich stärker wie ein RC-Fluggerät, das man wirklich selbst fliegen lernen und beherrschen möchte, als wie eine autonome Kamera in der Luft.

Dabei soll der Einstieg trotzdem niedrigschwellig bleiben: Der Eagle X lässt sich laut Hersteller innerhalb von rund einer Minute zusammensetzen und verfügt über Flugassistenz für Einsteiger. Gleichzeitig können Bastler Sensoren ergänzen und das Flugverhalten anpassen.

Ein Schritt zurück zur Natur und gerade deshalb interessant

Technisch ist das Gerät durchaus beachtlich dimensioniert. Die Flügelspannweite beträgt 1,6 Meter, der Rumpf rund einen Meter, das Standardgewicht liegt bei etwa 790 Gramm. 

Damit liegt die Drohne Gerät deutlich über der wichtigen 250-Gramm-Grenze.

Sollte der Eagle X in Europa beispielsweise als C1-Drohne zertifiziert auf den Markt kommen, wäre für den Betrieb nach den EU-Regeln mindestens der sogenannte EU-Kompetenznachweis A1/A3 erforderlich, wir kennen das eher als den kleinen Drohnenführerschein.

Für C1-Geräte bis 900 Gramm sind außerdem eine Registrierung des Betreibers und weitere Vorgaben vorgesehen.

Die Mechanik setzt auf echte Flügelschläge und Gleitphasen statt Rotoren und soll damit einen deutlich natürlicheren Flug ermöglichen. Die Mechanik setzt auf echte Flügelschläge und Gleitphasen statt Rotoren und soll damit einen deutlich natürlicheren Flug ermöglichen.

Gesteuert wird innerhalb von rund 100 Metern Sichtweite. Für die Konstruktion kommen unter anderem Carbon-Verbundmaterial, verstärkte Kunststoffe und Aluminium zum Einsatz.

Zudem soll die Konstruktion harte Landungen verkraften und beschädigte Teile sollen sich vergleichsweise schnell austauschen lassen.

In gewisser Weise ist diese Form der Biomimikry vielleicht sogar ein Schritt zurück: Statt die Natur hinter sich zu lassen und komplett neue Flugkonzepte zu entwickeln, schaut man wieder sehr genau darauf, wie Tiere seit jeher durch die Luft kommen.

Ich finde aber, dass genau darin beim Eagle X auch Innovation steckt. Darin, dass diese Technik als zugängliches Consumer-Produkt umgesetzt wird. EagleSight Dynamics bezeichnet den Eagle X selbst als massenproduzierbaren Consumer-Ornithopter. Noch lässt er sich allerdings nicht regulär kaufen; Vorbestellungen sind angekündigt.


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