300 Zoll zum Preis eines 65-Zoll-TVs: Dieser Laser-Projektor überzeugt mich auf der IFA mit Größe - und so vielem mehr

Film-Fan Denis fragt sich gerade, wie lange Kinos noch durchhalten, wenn man sich zuhause RGB-Laser-Projektoren wie den Vision Master Pro hinstellen kann.

Der VisionMaster von Valerion bring eine ganz neue Qualität ins Heimkino. Der VisionMaster von Valerion bring eine ganz neue Qualität ins Heimkino.

Sagt euch der Name Valerion etwas? Falls nicht: Dahinter steckt ein recht neues Unternehmen auf dem Beamer-Markt. Auf der IFA habe ich dem Stand des Neulings einen Besuch abgestattet, um mich in Person von ihren Produkten zu überzeugen.

Im vorderen Bereich strahlten Beamer mehrere kleine Leinwände an. Aus einem abgetrennten Hinterraum von geschätzten 60 Quadratmetern donnerte jedoch der Subwoofer einer mächtigen Surround-Anlage. Das machte mich neugierig: Was soll denn das Getöse?

Ich wagte mich hinein und stand da erstmal baff: Da lief Aquaman auf einer 220 Zoll großen Leinwand –und das in einer Bildqualität, die jedes Heimkino zum Kasperletheater degradiert.

Bei diesem Anblick bleibt einem die Spucke weg: riesige Leinwand, super Kontraste, irre Leuchtkraft. Bei diesem Anblick bleibt einem die Spucke weg: riesige Leinwand, super Kontraste, irre Leuchtkraft.

Das Heimkino-Problem

Heimkino ist ein dehnbarer Begriff. Ein richtiges Kinoerlebnis hat man erst jenseits der handelsüblichen TV-Größen von 65 bis 83 Zoll – also in Größenregionen, in denen man Kompromisse eingehen muss.

Man kann einen übergroßen Fernseher kaufen, muss dann aber mit mäßigen Schwarzwerten rechnen, mehrere Monatsgehälter dafür ansparen und mit einer saftigen Stromrechnung leben.

Alternativ füllen Beamer und Laserprojektoren große Leinwände, leiden aber je nach Technikansatz entweder unter Kontrastarmut oder mangelnder Helligkeit. Gutes HDR mit einschlagendem Effekt war in diesem Segment bislang Mangelware.

Ein Projektor mit den Eigenschaften eines High-End-TVs

Valerions neue RGB-Laser-Projektoren der Reihe VisionMaster versprechen, sämtliche positiven Eigenschaften von Laserprojektoren und leuchtstarken Fernsehern zu vereinen. Zwischen vier Modellen kann man dabei wählen. Vision Master Plus, Plus 2, Pro 2 und Max.

Das stärkste Modell VisionMaster Max bildet dabei die Speerspitze der aktuellen Entwicklung. Dessen genauen Specs findet ihr im Akkordeon:

VisionMaster Max
Technische Details
  • Opti-Flex Linsensystem mit freier vertikaler Verschiebung um bis zu 30 Grad
  • 0,9 bis 1,5-facher Zoom
  • 4K-Auflösung bei 60 Hz und 15ms Reaktionszeit
  • 1080p bei bis zu 240 Hz und 4ms Reaktionszeit
  • Nativer 24 Hz oder 48 Hz HFR-Modus für Kino-Feeling
  • 3000 ISO Lumen Leuchtkraft (entspricht 1000 nit bei einem Fernseher)
  • Kontrastverhältnis 15000:1
  • 110% Abdeckung des Rec 2020 Farbraums
  • 90% Abdeckung des DCI-P3-Farbraums
  • Bis zu 300 Zoll Projektionsfläche
  • IMAX-Bildformat
  • Dolby Vision und HDR10+
  • 3D-tauglich

Ein Kontrast von 15.000:1 auf bis zu 300 Zoll Projektionsfläche? Das ist eine Ansage! Zum Vergleich: Ein handelsüblicher Beamer für Normalsterbliche bewegt sich bei etwa 500:1 bis 1000:1. Und all das zu einem angepeilten Preis von 2.200 US-Dollar – also etwa so viel, wie man für einen 65-Zoll großen OLED-Fernseher zahlt. Das klingt fast schon zu gut, um wahr zu sein.

Der VisionMaster Pro 2 ist das Mittelklasse-Modell. Es beherrscht keine vertikale Bildverschiebung, teilt aber sonst fast alle Eigenschaften der Max-Variante. Der VisionMaster Pro 2 ist das Mittelklasse-Modell. Es beherrscht keine vertikale Bildverschiebung, teilt aber sonst fast alle Eigenschaften der Max-Variante.

Ist es zum Teil auch, denn der Preis gilt nur für Early Adopter – also Käufer, die während der angekündigten Kickstarter-Kampagne Geld für den ersten Produktionszyklus bereitstellen.

Am 24. September soll sie starten, ab 2025 wird im normalen Handel die doppelte Summe fällig. Allerdings dürfte der Preis mit der Zeit fallen, wie bei jeder anderen Unterhaltungselektronik. Zumal es noch die drei etwas abgespeckten Varianten gibt, die günstiger daherkommen.

Heimkino für alle?

Bevor ihr jetzt losrennt und euch den Kickstarter-Preis sichert: Zeit für eine Einordnung.

Pro-Argumente

Bildqualität: Die Qualität der Projektion hat mich trotz des ablenkenden IFA-Gewusels umgehauen – das kann ich nicht anders sagen. Allein die Kontrastwerte schlagen jeden handelsüblichen Beamer, lassen sogar die jüngsten Kurzdistanz-Laserprojektoren hinter sich. Das Bild ist klar, scharf und sehr ruhig, was das Filmeschauen angenehm für die Augen gestaltet.

Gaming-tauglich: Dass alle gezeigten Projektoren hervorragend mit Spielen funktionieren, konnte ich vorne auf der Empfangsbereich des Valerion-Stands selbst ausprobieren. Und zwar bei einer Runde Street Fighter V auf einer Projektionsfläche, die jeden Fernseher zwergenhaft aussehen lässt.

Verzögerungen? Nicht vorhanden! Spielte sich wie auf einem High-End-TV! Leuchtkraft? Es war hell genug, um gegen das Licht der Messehallen anzukommen. Allerdings wirkten die Farben durch das Umgebungslicht etwas verwaschener als im hinteren Kinosaal.

Größe: Hatte ich schon erwähnt, dass das Bild bis zu 300 Zoll groß ist, ohne Qualität zu verlieren?

Alltagstauglich: Durch das Google-TV-Betriebssystem liefert VisionMaster jede erdenkliche Streaming-App und eignet sich auch für einen kurzen Schwenk auf YouTube oder Twitch, ohne ein externes Gerät anschließen zu müssen.

Contra-Argumente

Helligkeit und Kontrast: Der größte Feind des Valerion-Beamers ist das Licht.

  • Einerseits das Tageslicht, denn man kann zwar auch bei gleißender Sonne damit Filme und Serien genießen, aber die Farbkraft schwindet in dem Fall. Keineswegs so stark wie bei einem üblichen Beamer, doch angesichts des Kaufpreises zu sehr, um einen Fernseher für den Tagesgebrauch zu verschmähen.
  • Andererseits erreicht der VisionMaster abseits des etwas schwächeren Kontrastwerts zwar die Darstellungs-Qualität üblicher OLEDs, aber bei den Fernsehern geht es gerade mächtig voran. QD-OLEDS von Sony und Samsung überschreiten die 2.000 Nit-Marke, LGs WOLEDS der G-Serie punkten mit gleißenden HDR Spitzlichtern dank des Micro Lense Arrays.

Größe: Auch die Stärke des Beamers kann euch einen Strich durch die Rechnung machen: Wer zur Miete wohnt, hat selten eine 100 bis 300 Zoll breite Wand zur Verfügung. Immerhin: Bei den beiden teuersten Modellen mit optischer Linse könnt ihr bis auf 40 Zoll heruntergehen.

Anschaffungskosten: Wer sich im Keller oder sonst wo ein Heimkino einrichtet, kann sich aber schon einmal Gedanken machen, ob man sich die Anschaffung überhaupt leisten möchte: 2.200 US-Dollar jetzt oder 4.000 US-Dollar später sind natürlich auch ein Investment. Der Vision Master Max richtet sich klar an Enthusiasten, die sich auf seine Eigenschaften einschießen.

Insgesamt vier Modelle stehen zur Auswahl. Der größte Unterschied liegt in den Linsen und im Kontrastwert. Aber selbst das kleinste Modell kommt noch immer auf 10.000:1. Insgesamt vier Modelle stehen zur Auswahl. Der größte Unterschied liegt in den Linsen und im Kontrastwert. Aber selbst das kleinste Modell kommt noch immer auf 10.000:1.

Zuletzt bleiben auch ein paar Fragen noch offen: Wie laut ist der Projektor? Wie transportabel? Und wie lang ist eigentlich die Lebensdauer? Antworten bekommen wir wohl erst, wenn die Veröffentlichung ansteht. Dann wird sich der Projektor hier bei GameStar Tech aber auch noch einmal einem genauen Test unterziehen müssen.

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