Indiana Jones im Performance-Check: Solche Spiele sind mittlerweile leider eine Seltenheit

Die in den Systemanforderungen anvisierten 60 FPS werden teils deutlich überschritten. Dennoch gibt es Grund zur Kritik.

Die Performance in Indiana Jones und der Große Kreis lässt nichts zu wünschen übrig. Die Performance in Indiana Jones und der Große Kreis lässt nichts zu wünschen übrig.

Indiana Jones und der Große Kreis wird nicht nur von vielen Spielern mit Spannung erwartet, es stellt mit seinen jüngst veröffentlichten PC-Anforderungen auch hohe Erwartungen an eure Rechner.

Wir schauen uns daher einmal an, ob die Systemvoraussetzungen mit der Realität übereinstimmen. Wie gut läuft das Action-Adventure auf drei verschiedenen Rechnern, die bis auf ein System mit einer Radeon RX 6600 XT (anstelle einer RX 6600) genau die Anforderungen Minimum, Empfohlen und Ultra erfüllen.

Zur Erläuterung der Begriffe hier die Systemanforderungen in abgespeckter Form für Prozessor, Arbeitsspeicher und Grafikkarte ohne Full Raytracing (Pathtracing), das mit einem Patch nachgereicht wird:

Minimum (1080p, Preset Niedrig, 60 FPS):

  • CPU: Intel Core i7 10700K oder AMD Ryzen 5 3600
  • RAM: 16 GByte
  • GPU: Nvidia Geforce RTX 2060 Super 8 GB, AMD Radeon RX 6600 8 GB oder Intel Arc A580

Empfohlen (1440p, Preset Hoch, 60 FPS):

  • CPU: Intel Core i7 12700K oder AMD Ryzen 7 7700
  • RAM: 32 GByte
  • GPU: Nvidia Geforce RTX 3080 Ti 12 GB oder AMD Radeon RX 7700 XT 12 GB

Ultra (2160p, Preset Ultra, 60 FPS):

  • CPU: Intel Core i9 13900K oder AMD Ryzen 7 7900X
  • RAM: 32 GByte
  • GPU: Nvidia Geforce RTX 4080 16 GB oder AMD Radeon RX 7900 XT 20 GB

Wichtig hierbei: Indiana Jones und der Große Kreis setzt eine Grafikkarte mit Raytracing-Kernen voraus. Das heißt, es lässt sich nur mit Modellen ab der Nvidia RTX-20-, der AMD RX-6000- und der Intel Alchemist-Reihe spielen.

Der Grund: In den Grafikoptionen befindet sich die Einstellung Globale Beleuchtung, hinter der Raytracing steckt. Die Echtzeitstrahlenberechnung ist also immer aktiv.

Überdies wird das Spiel aber auch sogenanntes Full Raytracing, auch Pathtracing genannt, unterstützen, das noch viel aufwendiger ist. Ein entsprechender Patch soll kurz nach dem Launch am 9. Dezember ausgerollt werden.

Video starten 20:49 Indiana Jones und der Große Kreis ist die Fortsetzung, die wir immer wollten!

Wie gut läuft Indiana Jones und der Große Kreis?

PC mit Radeon RX 6600 XT

RX 6600 XT

  • Durchschnittliche FPS
1.920 x 1.080 Preset Niedrig
67,6
2.560 x 1.440 Preset Niedrig
41,9
3.840 x 2.160 Preset Niedrig
12,9
  • 0,0
  • 14,0
  • 28,0
  • 42,0
  • 56,0
  • 70,0

Wir beginnen mit dem leistungsschwächsten System auf Basis eines Intel Core i7 10700K und einer AMD Radeon RX 6600 XT (anstatt der empfohlenen RX 6600), um zu überprüfen, ob sich das neue Indiana Jones-Spiel damit vernünftig daddeln lässt. Die RX 6600 XT ist im GameStar-Test in Full-HD-Auflösung 24 Prozent flotter als die RX 6600.

Mit dem Preset Niedrig in Full-HD-Auflösung kommen wir auf fast 68 FPS. Und das noch dazu in einem Dschungelgebiet direkt zu Beginn des Spiels, das durch viele Schatten und die komplexere Beleuchtungssituation besonders rechenintensiv ist.

In Gebieten, die nicht oder weniger bewaldet sind, fällt die Bildrate daher spürbar höher aus. Hier dürfte auch eine RX 6600 die anvisierten 60 FPS erzielen.

Wer genügsam ist, kann mit der RX 6600 XT auch die Auflösung WQHD (QHD) wählen. Mit etwas mehr als 40 FPS geht es dann durch den Dschungel, später steigen die FPS.

Leider stehen Besitzern von AMD- und Intel-Grafikkarten weder Upscaler noch Frame Generation zur Verfügung, welche die Bildrate spürbar anheben könnten.

PC mit Geforce RTX 3080 Ti

RTX 3080 Ti

  • Durchschnittliche FPS
1.920 x 1.080 Preset Hoch
139,8
2.560 x 1.440 Preset Hoch
114,7
3.840 x 2.160 Preset Hoch
73,2
  • 0,0
  • 28,0
  • 56,0
  • 84,0
  • 112,0
  • 140,0

Unser mittleres Testsystem basiert auf einem Intel Core i7 12700K und einer Nvidia Geforce RTX 3080 Ti. Bethesda legt uns hier die WQHD(QHD)-Auflösung und das Preset Hoch nahe, um stabil mehr als 60 FPS zu erreichen.

Da haben die Entwickler jedoch tiefgestapelt. Denn selbst in 4K-Auflösung kommen wir in besagtem rechenintensiven Dschungelgebiet bereits auf 73 FPS. In WQHD (QHD) sind es sogar über 114 FPS.

DLSS ist hier noch gar nicht mit berücksichtigt.

PC mit Geforce RTX 4080

RTX 4080

  • Durchschnittliche FPS
1.920 x 1.080 Preset Ultra
181,3
2.560 x 1.440 Preset Ultra
149,4
3.840 x 2.160 Preset Ultra
93,0
  • 0,0
  • 38,0
  • 76,0
  • 114,0
  • 152,0
  • 190,0

Publisher Bethesda empfiehlt für das Spielen in 4K-Auflösung samt dem Preset Ultra einen Intel Core i9 13900K und eine Nvidia Geforce RTX 4080. Das haben wir nach Rezept zusammengestellt und die Ergebnisse überzeugen auf ganzer Linie.

93 FPS messen wir im Schnitt im Dschungelstartgebiet – ohne DLSS und Frame Generation samt der Voreinstellung Ultra.

Doch was ist, wenn wir die beiden Techniken zuschalten?

Upscaler und Frame Generation

RTX 4080

  • 3.840 x 2.160 (durchschnittliche FPS)
DLSS Qualität + Frame Generation Preset Ultra
152,0
Natives TAA Skalierung 50 Preset Ultra
136,3
DLSS Qualität Preset Ultra
132,9
Natives TAA Skalierung 100 Preset Ultra
93,0
  • 0,0
  • 32,0
  • 64,0
  • 96,0
  • 128,0
  • 160,0

Wenig überraschend steigen die FPS deutlich unter Hinzunahme von DLSS. Im Modus Qualität sind es bereits fast 133 Bilder pro Sekunde. Mit Frame Generation sind es sogar 152 FPS.

Natives TAA kommt bei einer Auflösungsskalierung von 50 Prozent auf einen FPS-Wert, der etwa dem von DLSS im Modus Qualität entspricht: rund 136 FPS.

Allerdings wird das Bild dadurch unschärfer – hier der direkte Vergleich zwischen Nativem TAA auf dem Wert 50 (links) und DLSS im Modus Qualität (rechts):

Natives TAA 50 DLSS Qualität Natives TAA 50 DLSS Qualität

Falls der Wert »50« mit 50 Prozent übereinstimmt, ist der Vergleich nicht ganz fair, da DLSS im Modus Qualität von 1440p auf 2160p skaliert. Allerdings sind die Bildraten von Nativem TAA 50 vergleichbar mit DLSS Qualität.

Die Aufnahmen wurden um 400 Prozent vergrößert. Ohne Vergrößerung sind die Unterschiede nicht ganz so deutlich zu erkennen.

Hier könnt ihr die native 4K-Auflösung (Natives TAA 100) mit den Upscalern (samt Frame Generation) vergleichen:

Natives TAA 100 Die native 4K-Auflösung zeigt, was möglich ist.

Natives TAA 50 Natives TAA 50 sieht in der Vergrößerung deutlich schlechter aus als die native 4K-Auflösung.

DLSS Qualität DLSS im Modus Qualität ist von der nativen 4K-Auflösung selbst in der Vergrößerung kaum zu unterscheiden.

DLSS Qualität + Frame Generation DLSS im Modus Qualität samt Frame Generation liefert ein ähnlich gutes Ergebnis wie DLSS allein. Bildfehler, die durch Frame Generation ausgelöst werden, fallen zwar eher in Bewegung als in einem Standbild auf, aber uns sind während des Tests keine Bildartefakte ins Auge gesprungen.

Uns sind während des Anspielens unter Verwendung von DLSS (im Modus Qualität) und Frame Generation keine störenden Bildartefakte oder andere Darstellungsfehler aufgefallen.

Grafikspeicher

Indiana Jones und der Große Kreis macht mit Blick auf die Performance vieles richtig, fällt aber auch wegen seines Speicherhungers auf. Zwar war das auf unseren Testsystemen kein Problem, aber Grafikkarten mit zehn oder gar nur acht Gigabyte VRAM können durchaus an ihre Grenzen kommen, wenn eine besonders hohe Texturqualität eingestellt ist - selbst in Full HD.

Technische Probleme

Insgesamt können wir Indiana Jones und der Große Kreis eine gute technische Umsetzung bescheinigen. Es gab keinerlei Abstürze, die Ladezeiten sind erfreulich kurz und die Performance übererfüllt auf den von uns verwendeten Testsystemen die in den PC-Anforderungen anvisierten 60 FPS teils deutlich.

Doch es gibt auch einige kleinere Probleme, die hoffentlich zeitnah durch Patches gelöst werden:

  • Gelegentlich ploppen Objekte oder Effekte wie Schatten plötzlich auf (Pop-in) – selbst dann, wenn alle Regler in den Grafikoptionen auf Anschlag stehen. Auch wenn das nicht häufig der Fall ist, reißt es doch aus Immersion. Das ist deshalb besonders schade, weil die Spielwelt ansonsten hervorragend gelungen und stimmungsvoll ist.
  • Schatten sehen bei näherer Betrachtung etwas unsauber aus.
  • HDR wirkt auf manchen Testsystemen an hellen Stellen im Bild krisselig.
  • Zwischensequenzen ruckeln auf einigen Systemen.

Fazit

Indiana Jones und der Große Kreis läuft auf allen von uns verwendeten Testsystemen ausgesprochen gut. Auf einer RTX 4080 erzielen wir in einem für die Grafikkarte fordernden Dschungelgebiet in nativer 4K-Auflösung und dem Preset Ultra im Schnitt 93 FPS, anstatt den von Bethesda angepeilten 60 Bildern pro Sekunde. Raytracing ist dabei standardmäßig aktiv und kümmert sich um die globale Beleuchtung.

Gleiches gilt für die RTX 3080 Ti: Bethesda empfiehlt die High-End-GPU aus der letzten Generation für WQHD(QHD)-Auflösung und 60 FPS. Doch das ehemalige Spitzenmodell stemmt selbst in 4K-Auflösung die 60 FPS mühelos.

Und das ohne den Performance-Boost DLSS. Der RTX-40-Reihe steht außerdem Frame Generation zur Verfügung, was die Bildrate noch einmal signifikant erhöht, ohne sich spürbar negativ auf die Bildqualität auszuwirken.

Die Systemanforderungen fallen insgesamt zwar recht hoch aus, wenn man sich jedoch aktuelle Blockbuster wie Stalker 2 oder Senua’s Saga: Hellblade 2 ansieht, fallen sie nicht aus der Reihe. Vor allem nicht, wenn man bedenkt, dass die globale Beleuchtung auf Raytracing basiert.

Trotz der insgesamt sehr guten Performance darf nicht unerwähnt bleiben, dass mit einer Radeon RX 6600 anstelle der von uns verwendeten RX 6600 XT wohl nicht in jedem Gebiet die 60 Bilder pro Sekunde in Full HD samt dem Preset Niedrig stabil gehalten werden können.

Schade ist zudem, dass die Entwickler weder AMDs FSR noch Intels XeSS implementiert haben. Besitzer einer Radeon- oder Arc-Grafikkarte schauen mit Blick auf den Performance-Boost also in die Röhre.

Das trübt den ansonsten tollen Gesamteindruck. Hier haben wir uns mehr erhofft.

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