Im Urlaub, auf Reisen oder einfach beim Wandern verschwindet das Smartphone-Gimbal mühelos in meinem Rucksack. Mittlerweile landen sie bei Bedarf sogar in der Jackentasche.
Ich möchte sie nicht mehr missen.
Die kompakten Helfer sorgen nämlich mit ihrer hervorragenden Stabilisierung für potenziell wackelfreie Kamerafahrten aus der Hand und damit für Urlaubserinnerungen, die man gerne wieder aus der digitalen Mottenkiste holt.
Heute sind die Gimbals praktischer und vielseitiger denn je und sprechen vor allem eine spitze Zielgruppe an: Content Creator und Hobbyfilmer, die auf sich allein gestellt sind.
Insta 360 Flow 2 Pro: Einfache Handhabung
Die Installation und Bedienung der Insta 360 Flow 2 Pro gestaltet sich denkbar einfach. Smartphone per NFC an das Gerät halten, kurz warten und los geht's.
Mit einem optional erhältlichen Aufsatz verschwindet zudem eines meiner größten Ärgernisse mit Handy-Gimbals. Sowohl Insta 360 als auch DJI bieten mittlerweile MagSafe-Halterungen an, was bedeutet:
- Das Smartphone muss nicht mehr umständlich an der Halterung befestigt und optimal ausgerichtet werden. Die MagSafe-Halterung wird über einen Magneten an der Rückseite des Handys befestigt und somit das Smartphone am Gimbal. Gerade als Anfänger war das Herumfummeln mit der Klemme frustrierend.
- Unterwegs ist das Gerät in Sekundenschnelle einsatzbereit, was in meinen Augen einer der größten Vorteile ist.
- In der Praxis musste ich das Smartphone einmal über die App kalibrieren, damit die Aufnahmen gerade sind.
Die altbekannte Klemme zum Festhalten des Smartphones kann dank MagSafe der Vergangenheit angehören. Somit ist das Gimbal deutlich schneller einsatzbereit.
Außerdem spare ich mir das Ein- und Ausschalten des Geräts per Knopfdruck. Einfach den Schwenkarm ausfahren, das Smartphone dran klemmen und es kann losgehen. Das Gerät schaltet sich dabei automatisch ein beziehungsweise wieder aus, sobald ich das Gerät wieder einklappe.
Zum Aufklappen tippen / klicken
| Eigenschaft | Spezifikation |
|---|---|
| Gewicht | Gimbal: 357 Gramm Smartphone-Klemme: 25 Gramm |
| Abmessungen (zusammengeklappt) | 97.9 x 178.4 x 36.7 Millimeter |
| Abmessungen (ausgeklappt) | 121.1 x 282.1 x 54 Millimeter |
| Kompatible Smartphone-Maße | Breite: 64–84 Millimeter, Dicke: 6.9–10 Millimeter, Gewicht: 130–300 g |
| Akkukapazität | 1100 mAh |
| Akkulaufzeit | Bis zu 10 Stunden (in der Praxis etwa 7 Stunden, je nach Nutzung) |
| Ladezeit | Etwa 2 Stunden via USB-C |
| Stabilisierung | 3-Achsen-Stabilisierung |
| Mechanischer Bereich | Schwenken: 360° kontinuierlich, Drehen: -390° bis 135°, Kippen: -99° bis 231° |
| Tracking-Technologie | Deep Track 4.0 mit aktivem Zoom-Tracking und Mehrpersonen-Tracking |
| Konnektivität | NFC, Bluetooth 5.0 |
| Integrierte Funktionen | Selfie-Stick (210 mm), Stativ, Freier Neigungsmodus |
| Besondere Features | Apple ProRes-Unterstützung, Dolby Vision, Mobile KI-Editing Suite |
| Kompatibilität | iOS und Android |
Optimiert für das iPhone dank Apple DockKit
Das Aushängeschild der Flow 2 Pro ist die native Unterstützung von Apple DockKit.
Was bedeutet das konkret? Das Modell von Insta 360 profitiert von einer exzellenten Tracking-Funktion, die dank der DockKit-Unterstützung nicht nur in der Insta 360-App zur Verfügung steht.
So kann ich Personen mit der Kamera-App des iPhones, FaceTime, Filmic, Backmagic-Kamera und viele weitere Drittanbieter-Apps verwenden. In Zukunft sollen auch Tiere und Objekte über diese Tracking-Funktion unterstützt werden.
Ich bin also nicht zwangsläufig auf die App des Herstellers angewiesen und muss meinen Workflow darauf anpassen und gegebenenfalls auf liebgewonnene Funktionen verzichten. Im Fall von Insta 360 bietet die App jedoch einige Vorteile.
Android-Handys bleiben nicht (ganz) auf der Strecke, auch wenn die Lösung für diese Geräte weniger zufriedenstellend und komfortabel ist. Das Unternehmen bietet eine optionale und kostenpflichtige Hardware für Android-Smartphones an, um das Tracking für Apps von Drittanbietern zu ermöglichen.
Der Tracker wird am Gimbal befestigt und bietet zusätzlich ein Spotlight für schlechte Lichtverhältnisse. Leider konnte ich das Zubehör nicht ausprobieren.
Perfekt für Einzelgänger
Während der Nutzung mit dem Gimbal wird klar: Insta 360 hat mich als Ein-Mann-Bude im Visier. Soll heißen: Wenn man beim Filmen (so wie ich) auf sich allein gestellt ist, bietet das Gadget enorme Unterstützung an allen Ecken und Enden.
- Standfuß: Das Teil bringt einen ausziehbaren Standfuß in das Gehäuse und erleichtert meinen Rucksack um einen zusätzlichen Standfuß, den ich unten auf das Gewinde schraube. Das geht aber auch optional und ist empfehlenswert, wenn der integriert Selfie-Stick ausgefahren wird.
- Selfie-Spiegel: Wenn ich mich filme, sehe ich mich in einem Spiegel, um zu beurteilen, wie ich im Bild sitze.
- Apple Watch: Optional steuere ich das Gadget mit der Apple Watch über die Kamera-App des iPhones, was enorm praktisch ist.
- 360 Grad: Der Gimbal dreht sich um 360 Grad um die eigene Achse.
Den größten Mehrwert bietet für mich das Tracking-System. Besonders hilfreich erweist sich das Tracking beim Sammeln von Filmmaterial (B-Roll), bei dem ich mich selbst filme, um den gesprochenen Text für das geplante Video mit visuellen Details zu untermalen.
Das System erkennt mich zuverlässig, selbst wenn ich weit weg stehe oder kurz aus dem Bild verschwinde, es merkt sich mein Gesicht und fokussiert sofort wieder.
Seht selbst im folgenden Video:
2:35
Insta 360 Flow 2 Pro: Deep Track 4.0
Wenn ich die Insta 360 App benutze, kann ich das Tracking und die Aufnahme sogar mit einer Handgeste starten und stoppen. Das erspart mir das Drücken des Aufnahmeknopfes, was vor allem unterwegs und alleine äußerst hilfreich ist.
Der Smartphone Gimbal ist also in vielen Situationen mein persönlicher Kameramann.
Wenn ich das Teil zum Filmen in der Hand halte, bietet mir die App zudem diverse Einstellungen, um das ganze System an meine Bedürfnisse anzupassen. Das reicht von den Bewegungen der Schwenk- und Neigeachse über die Empfindlichkeit des Drehrades bis hin zur Geschwindigkeit des Joysticks.
Die gewohnt vielseitigen Möglichkeiten
Wer Insta 360 noch nicht kennt: Die App beziehungsweise die Produkte geizen nicht mit Features und kreativen Möglichkeiten. Neben ruckelfreien Aufnahmen und einem exzellenten Tracking-System bietet das Feature-Sortiment einige Optionen:
- Panorama-Aufnahmen: Erstellt mit Hilfe des Stativs Panoramabilder, die sich besonders für Landschaftsaufnahmen eignen.
- Zeitraffer und Timelapse: Dynamische Zeitraffer-Videos, die Bewegungen und Veränderungen über einen längeren Zeitraum aufzeichnen. Zusätzlich stehen viele weitere Modi wie etwa ein Live-Stream-Modus zur Verfügung.
- Teleprompter: In der App selbst gibt es sogar eine Teleprompting-Funktion, die automatisch durch den eingegebenen Text scrollt.
- Apple ProRes: Über die App kann ich sogar auf ProRes-Log mit bis zu 4K Auflösung und 30 FPS zugreifen.
- Filter: Mit zahlreichen Filtern kann man den Aufnahmen einen anderen Look verleihen.
- Raster: In der Anwendung kann ich ein Raster aktivieren und festlegen, auf welchen Punkt in diesem Raster sich das Tracking-System konzentrieren soll.
Die Insta 360 Flow 2 Pro bietet die üblichen Einstellmöglichkeiten eines Smartphone-Gimbals. Ein Joystick zum Ausrichten des Smartphones, ein Drehrad zum Zoomen der Kamera und Tasten zum Starten und Stoppen der Aufnahme oder zum Umschalten zwischen vertikalem und horizontalem Modus.
Eine der besten Optionen innerhalb der App ist für mich jedoch die Kontrolle. Mit der Insta-360-App lassen sich Kameraeinstellungen wie Belichtungszeit, ISO, Weißabgleich und Belichtungsmessung in Eigenregie steuern.
Über die normale Kamera-App des iPhones kann ich zum Beispiel die Belichtungszeit nicht verändern.
Für wen lohnt sich das Smartphone-Gimbal?
Insta 360 verlangt für die Flow 2 Pro etwa 170 Euro (Straßenpreis). Das Gadget ist in meinen Augen eine lohnenswerte Alternative zu deutlich teureren Begleitern wie das mittlerweile berühmte DJI Osmo Pocket 3 (ca. 500 Euro).
Ein Smartphone, das sich schnell einstecken lässt, hat in der Regel (fast) jeder in der Hosentasche.
Zwar kommt der Flow 2 Pro nicht an das hervorragende Packmaß eines Osmo Pocket 3 heran, aber im Vergleich zu meinem fast sechs Jahre alten Gimbal sind die Gadgets kompakter geworden. In Sachen Software und Tracking gibt es ebenfalls spürbare Verbesserungen.
Während mein alter Begleiter noch mit schnellen Bewegungen oder aus dem Bild verschwindenden Personen zu kämpfen hatte, sind die Ergebnisse heute deutlich besser.
Ich kann mich fast blind auf das Teil verlassen, und das ist das Wichtigste bei solchen Gadgets.
Lohnt sich ein Upgrade? Verwendet ihr ein Smartphone-Gimbal ohnehin nur für Reise- beziehungsweise geschmeidige Landschaftsaufnahmen, lautet die Antwort ganz klar: Nein.
Hier erfindet Insta 360 das Rad nicht neu. Die Körperhaltung bei Kamerafahrten aus der Hand muss nach wie vor geübt werden, um Aufnahmen bei Bewegungen möglichst ruckelfrei aufzunehmen. Ebenso bietet die DockKit-Unterstützung für Android-User keinen Mehrwert.
Wenn ihr aber Personen oder Tiere (etwa den Hund) im Visier habt, sieht die Sache schon anders aus. Vor allem, wenn ihr euch selbst im Bild haben wollt, kann sich ein Upgrade auf ein besseres Gimbal wie das Flow 2 Pro durchaus lohnen.


Nur angemeldete Benutzer können kommentieren und bewerten.
Dein Kommentar wurde nicht gespeichert. Dies kann folgende Ursachen haben:
1. Der Kommentar ist länger als 4000 Zeichen.
2. Du hast versucht, einen Kommentar innerhalb der 10-Sekunden-Schreibsperre zu senden.
3. Dein Kommentar wurde als Spam identifiziert. Bitte beachte unsere Richtlinien zum Erstellen von Kommentaren.
4. Du verfügst nicht über die nötigen Schreibrechte bzw. wurdest gebannt.
Bei Fragen oder Problemen nutze bitte das Kontakt-Formular.
Nur angemeldete Benutzer können kommentieren und bewerten.
Nur angemeldete Plus-Mitglieder können Plus-Inhalte kommentieren und bewerten.