Erster Start einer deutschen Orbitalrakete endet in der erwarteten Explosion

Isar Aerospace startet am Sonntag, 30. März, erstmals ihre eigens entwickelte Spectrum-Rakete. Das Ende kommt bereits wenige Sekunde nach dem Start – also alles nach Plan.

Die Spectrum-Rakete beim Start.
(Bildquelle: Isar Aerospace) Die Spectrum-Rakete beim Start. (Bildquelle: Isar Aerospace)

Update 20:58 Uhr am 30. März: Im folgenden Video seht ihr den Start sowie einige Augenblicke später den Absturz der Rakete:

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Statement von Daniel Metzler, CEO und Mitgründer von Isar Aerospace:

Unser erster Testflug erfüllte alle unsere Erwartungen und war ein voller Erfolg. Wir hatten einen sauberen Start, 30 Sekunden Flugzeit und konnten sogar unser Flugabbruchsystem validieren.

Um 12:30 Uhr mitteleuropäischer Zeit war es so weit: Die Spectrum-Rakete hebt vom norwegischen Raumhafen Andøya ab. Tausende sehen live im YouTube-Stream des Unternehmens aus München zu.

Doch Sekunden später ist der Versuch vorbei – Geschichte hat Isar Aerospace als Betreiber dennoch geschrieben. Wir erklären euch die Hintergründe dieses beachtenswerten Ereignisses und wie es weitergeht.

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Spectrum, Europas Erste

Bei der Spectrum handelt es sich um eine komplett in der Nähe von München entwickelte und gefertigte Orbitalrakete. Bei ihrem ersten Testflug kommt sie nicht weit. Nur wenige Hundert Meter hoch steigt sie, dann kippt die Rakete weg. Triebwerke gehen aus und dann folgt auch schon der im Livestream nicht gezeigte Einschlag auf dem Boden. Es war keine Nutzlast an Bord.

Über die Gründe ist aktuell nichts bekannt, doch war das vorzeitige Ende des Fluges fest eingeplant. Alles nach Abheben vom Startpad gilt bei den ersten Testflügen neuer Raketen als Erfolg. Ein Erreichen des Orbits galt ohnehin als extrem unwahrscheinlich.

Eckdaten der Spectrum:

  • Zweistufige Leichtlast-Orbitalrakete
  • Maße: 28 Meter hoch und 2 Meter im Durchmesser
  • Anzahl der Triebwerke: 10, auf zwei Stufen verteilt (9 +1)
    • Angetrieben wird die Spectrum-Rakete von neun Aquila-Triebwerken in der Erst- und einem Vacuum-optimierten Aquila in der Zweitstufe. Es handelt sich dabei um einen Antrieb vom Typ offener Gas-Generator. Einen Schnell-Kurs zu Grundlagen heutiger Raketentriebwerke findet ihr hier: Wenn ihr die Übersicht durchgelesen habt, versteht ihr, mit welcher Meisterung der physikalischen Grundprinzipien Isar Aerospace die Rakete in den Orbit befördert.
  • Nutzlast: Eine Tonne in den niedrigen (LEO) und 700 Kilo in den sonnensynchronen Erdorbit (SSO).

Zum Vergleich, Ariane 6 (mit Feststoffboostern): 63 Meter Höhe, 5,4 Meter Durchmesser und bis zu 20 Tonnen in den LEO. Mehr Informationen und Bilder bei Isar Aerospace.

Isar Aerospace unternahm damit den ersten Startversuch von europäischem Festland und schrieb so Geschichte. Projekte wie dieses sollen die Unabhängigkeit der europäischen Raumfahrt und so den freien Zugang zum Orbit sichern. Hierbei gelten Projekte wie das des Münchner Start-ups als Hoffnungsträger.

Die nächste Spectrum sei laut Angaben des Unternehmens gegenüber des Bayrischen Rundfunks zudem bereits fast fertig. Auch an der dritten Rakete werde bereits gewerkelt. Es ist also in naher Zukunft bereits mit dem zweiten sowie auch dritten Testflug zu rechnen.

Die ersten Spectrums entstehen derzeit noch in einer Fertigungshalle in Ottobrunn im Osten von München. 400 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigt Isar Aerospace dort. 2026 soll allerdings ein neues Quartier mitsamt Produktionsgebäuden bezogen werden. Langfristig sei dort das Ziel, 40 Trägerraketen im Jahr zu bauen.

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