Ich dachte, ein Saugwischer für 200 Euro taugt nichts – aber er hat mein ekligstes Problem gelöst

Ich habe den JONR H2 Pro im Alltag getestet und war überrascht, wie gut der Saugwischer das bekannte Geruchsproblem beseitigt. Dafür hapert es an anderer Stelle.

Der Nass-Trockensaugwischer JONR H2 Pro hat mich im Test überrascht. Aber ein Manko bleibt. Der Nass-Trockensaugwischer JONR H2 Pro hat mich im Test überrascht. Aber ein Manko bleibt.

Wer einen Saugwischer besitzt, kennt das vielleicht: Ihr habt einmal nicht penibel darauf geachtet, nach dem Wischen den Schmutzbehälter zu leeren – und zieht beim nächsten Einsatz schnell die Nase kraus, weil das Ding riecht wie ein nasser Hund, der einen Scheuerlappen verschluckt hat.

Der Geruch entsteht, weil sich in der feuchten Rolle und im Schmutzwassertank Bakterien ansiedeln. Der Mief kann dann durch den ganzen Sauger zirkulieren.

Selbst der Roborock F25 Ace Pro (im Test) – ein sehr gutes Gerät, deutlich teurer – hat bei mir gestunken, sobald der Schmutzwassertank nicht sofort nach dem Reinigen geleert wurde.

JONR behauptet, dieses Problem grundlegend gelöst zu haben. Der H2 Pro kostet regulär 300 Euro, ist aktuell aber für 200 Euro im Early-Bird-Angebot erhältlich. Ich habe ihn zwei Wochen lang im Alltag getestet.

Transparenzhinweis: Der Hersteller hat mir den JONR H2 Pro für diesen Test kostenfrei zur Verfügung gestellt. Das hatte keinen Einfluss auf den Inhalt; es gab keine Vorgaben oder Vorabeinsichten.

JONR H2 Pro
JONR H2 Pro
Der H2 Pro löst das Geruchsproblem wirklich – und die Reinigungsleistung überzeugt. Der
größte Haken ist das Trocknungsgebläse: laut, langwierig und manuell zu starten. Wer das
Gerät in einem Hauswirtschaftsraum parken kann, bekommt für unter 200 Euro einen sehr
guten Saugwischer im modernen Design.
  • Keinerlei Geruch
  • Sehr gute Saug- und Wischleistung
  • Keine Haarverfilzung
  • Leicht (3,5 kg), gutes Handling
  • 180° Flachlage für Bereiche unter Möbeln
  • Gute Kantenreinigung
  • Gebläse beim Trocknen sehr laut (61 dB,
    ~3h)
  • Selbstreinigung muss manuell gestartet
    werden
  • Basisstation haftet nicht auf jedem Boden
  • Warmwasser/Warmluft in der Praxis kaum
    spürbar warm
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Erster Eindruck: Leichter als erwartet

3,5 Kilogramm. Das ist wenig für einen Saugwischer dieser Ausstattungsklasse und man merkt es. Das Gerät liegt gut in der Hand, lässt sich mit einer Hand manövrieren und das integrierte Traktionssystem der Rolle zieht einen beim Vorwärtsschieben spürbar mit.

Der JONR H2 Pro in seiner ganzen Pracht. Der JONR H2 Pro in seiner ganzen Pracht.

Wer von einem schweren Modell umsteigt, wird das schätzen. Auch nachdem ich beide Etagen meines Hauses komplett gereinigt hatte, tat mir die Hand nicht weh.

Die Verarbeitungsqualität macht einen soliden Eindruck. Kein Knarzen, kein Wackeln. Das Gerät liegt beim Aufstellen stabil in der Basisstation. Am Griff sitzt ein LED-Display, das Akkustand und Betriebsmodus anzeigt.

Das 180-Grad-Scharnier am Gelenk ist ein echter Vorteil für Ecken und den Bereich unter Möbeln. Der Reinigungskopf liegt dabei komplett flach auf dem Boden, sodass man selbst unter nur 10,8 Zentimeter hohe Möbel kommt – praktisch!

Der JONR H2 Pro lässt sich komplett flach auf den Boden legen, ohne an Reinigungsleistung einzubüßen. Der JONR H2 Pro lässt sich komplett flach auf den Boden legen, ohne an Reinigungsleistung einzubüßen.

Technische Daten

Saugkraft20.000 Pa
Akkulaufzeitca. 40 Minuten
Frischwassertank1.500 ml
Schmutzwassertank600 ml
Bürstendrehzahl500 rpm
Sprühdüsen40 Stück
SelbstreinigungWarmwasser + Warmluft
Flachlage180°
FilterHEPA
Gewicht3,5 kg
Regulärpreis299,99 Euro

Das Wichtigste: Funktioniert das Geruchsversprechen?

Ja. Und das ist keine Kleinigkeit.

Ich weiß nicht genau, was das Geheimnis von JONR ist, aber es funktioniert. Die Wischrolle wird beim Wischen (oder der Selbstreinigung) mit einem kleinen Schild abgestreift; das Dreckwasser direkt in den Schmutzwassertank geleitet.

Der Schmutzwassertank lässt sich leicht abnehmen. Ebenfalls zu sehen: Das Gerät zieht Staub an wie ein Magnet. Der Schmutzwassertank lässt sich leicht abnehmen. Ebenfalls zu sehen: Das Gerät zieht Staub an wie ein Magnet.

Roborock F25 Ace Pro hat nach der Selbstreinigung stets eine Duftnote entwickelt, die ich
höflich als »Keller nach dem Hochwasser« beschreiben würde – und das, obwohl er in einer
anderen Preisklasse spielt.

Beim JONR H2 Pro dagegen: nichts. Kein Muff, auch nicht nach mehreren Reinigungszyklen.

Bitte nicht falsch verstehen: Natürlich schwappt euch weiterhin ein ekliger Mief entgegen, wenn ihr nach mehreren Tagen den Schmutzwassertank öffnet. Das lässt sich nicht verhindern.

Doch der Geruch verteilt sich nicht mehr im ganzen Haus, weil er im Betrieb aus dem Sauger geblasen wird. Und das macht im Alltag einen echten Unterschied.

Saug- und Wischleistung: Überraschend gut

Bei der Reinigungsleistung hat mich der JONR H2 Pro überrascht.

Milchflecken, Sirup, Teriyaki-Soße, selbst eine ausgeschüttete Müslischüssel mit Milch: Der H2 Pro schleckt alles beim ersten Durchgang weg. Auch die Kantenreinigung ist besser als erwartet – das Gerät kommt nah an Sockelleisten heran, ohne dass man hinterher noch mal mit dem Wischmopp nachlegen müsste.

Die Rolle reinigt bis nah an Kanten heran. Die Rolle reinigt bis nah an Kanten heran.

Vorher Nachher Vorher Nachher

Die Teriyaki-Soße wurde nehazu komplett aufgewischt – und das an der Kante!

Was mich beeindruckt hat: Unsere Katze sorgt ständig für einen unsichtbaren Haarteppich auf dem Boden. Der H2 Pro hat nach einer Runde eine beeindruckende Menge davon aufgenommen – Tierhaare, die man vorher schlicht nicht gesehen hat.

Das Zero-Tangle-System macht dabei, was es soll: Etwa 90 Prozent der Haare landen direkt im Schmutzwassertank. Ein paar bleiben an der Rolle kleben, lassen sich aber ohne Werkzeug leicht abziehen.

Ja, das ist keine 100-Prozent-komfortable Selbstreinigung, aber auch kein hoher Aufwand. Den Schmutzwassertank muss man ohnehin saubermachen.

Die meisten Haare landen direkt im Schmutzwassertank, die Rolle verheddert sich nicht. Die meisten Haare landen direkt im Schmutzwassertank, die Rolle verheddert sich nicht.

Ein paar Haare bleiben an der Rolle kleben, verheddern sich aber nicht. Ein paar Haare bleiben an der Rolle kleben, verheddern sich aber nicht.

Eine Einschränkung gibt es jedoch: Bei hartnäckigen Flecken wie der Teriyaki-Soße sieht der Boden nach dem Wischen selbst mit beigefügtem Reinigungsmittel (im Lieferumfang enthalten) zwar sauber aus, wischt man aber mit einem Tuch drüber, merkt man, dass noch Rückstände da sind.

Wer wirklich tief eingearbeiteten Schmutz entfernen will, braucht mehr als einen Durchgang – vor allem an schwer zugänglichen Stellen wie Kanten. Das ist aber erwartbar.

100% sauber ist es nach einem Wischdurchgang nicht, zumindest nicht an Kanten entlang. 100% sauber ist es nach einem Wischdurchgang nicht, zumindest nicht an Kanten entlang.

Akku und Alltagstauglichkeit

JONR verspricht bis zu 40 Minuten Akkulaufzeit, was sich im Test bestätigt. Nach 20 Minuten Betrieb zeigte das Gerät 50 Prozent Restakku. Für eine Wohnung mittlerer Größe reicht das problemlos in einem Durchgang.

Ich konnte problemlos beide Etagen mit ca. 90 Quadratmeter an zugänglicher Fläche reinigen und hatte noch 40 Prozent Saft im Akku.

Modus und Batteriestand lassen sich am Display ablesen. Modus und Batteriestand lassen sich am Display ablesen.

Das Gerät bietet drei Reinigungsmodi: Automatik, Turbo (volle Saugkraft) sowie einen Badmodus, der mit weniger Wasser arbeitet und so schneller trocknet – praktisch auf Fliesen, die rutschig werden. In der Praxis habe ich allerdings kaum einen Unterschied zum normalen Modus festgestellt. Allgemein dosiert der H2 Pro Wasser eher sparsam, aber ausreichend.

Nervig: Das Gerät gibt Sprachhinweise aus, etwa wenn Wasser nachgefüllt werden muss. Die Idee ist gut, die Lautstärke aber nicht. Für meinen Geschmack ist das zu laut; eine leisere Stufe wäre wünschenswert.

Die Selbstreinigung: Gut gedacht, aber laut

Hier liegt die deutlichste Schwäche – und sie hat mich mehr gestört als erwartet.

Von Heißwasser und Heißluft, wie der Hersteller bewirbt, habe ich in der Praxis wenig gespürt. Das Wasser war allenfalls lauwarm, die Luft ebenfalls. Das Ergebnis ist trotzdem besser als beim einfachen H2 mit Kaltwasser. Wer auf echte Heißdesinfektion hofft, wird aber enttäuscht.

Der Schmutzwasserbehälter lässt sich leicht reinigen. Der Schmutzwasserbehälter lässt sich leicht reinigen.

Dazu kommt: Die Selbstreinigung startet nicht automatisch, wenn man das Gerät in die Station stellt. Man muss sie manuell anstoßen – ein unnötiger Extraschritt, wenn man nach dem Putzen einfach fertig sein will. Die Konkurrenz macht das besser.

Am nervigsten ist hier aber erneut die Lautstärke. Das Gebläse läuft drei Stunden mit 61 Dezibel aus einem Meter Entfernung (gemessen mit Apple Watch Series 7) – hörbar selbst durch Wände hindurch.

Das ist jammerschade. Denn einerseits kann ich nach dem Wischen locker eine umgekippte Müslischüssel aufwischen, aber dann drei Stunden das Dauergebläse im Wohnraum zu ertragen, ist alles andere als schön.

Wer den H2 Pro in einem Hauswirtschaftsraum oder einer Abstellkammer parken kann, umgeht das Problem. Im offenen Wohnbereich ist der Lärm dagegen ein echtes Manko, weswegen ich seltener zum JONR H2 Pro greife, als ich gerne würde.

Noch eine Kleinigkeit, die regelmäßig nervt: Die Basisstation haftet nicht richtig auf meinem Fliesenboden. Die Saugnäpfchen an der Unterseite greifen kaum, weshalb ich beim Entnehmen des Wischers die Station mit einer Hand festhalten muss – sonst reiße ich sie mit.

Kein Beinbruch, aber bei einem Gerät, das man täglich benutzt, eine unnötige Fummelei.

Die Station ist sehr leicht, trotzdem haften die Saugnäpfe nicht auf meinen Fliesen. Die Station ist sehr leicht, trotzdem haften die Saugnäpfe nicht auf meinen Fliesen.

JONR H2 vs. H2 Pro: Lohnt der Aufpreis?

Neben dem H2 Pro gibt es noch das H2-Modell. Beide teilen das 0-Geruch-Konzept – das ist das Kernversprechen der ganzen Serie. Der Unterschied liegt in der Selbstreinigung: Der H2 (UVP 200 Euro) reinigt mit Kaltwasser und trocknet per Kaltluft. Der H2 Pro setzt auf Warmwasser und Warmluft.

Hygienetechnisch ist Warmwasser die bessere Wahl. Aber der Temperaturunterschied ist in der Praxis geringer als auf dem Papier. Mir persönlich wäre ein automatischer Reinigungsstart wichtiger als die Wassertemperatur – und den bekommt man bei keinem der beiden Modelle.

Gegen Tineco Floor One S7 oder den Roborock F25 Ace Pro ist der H2 Pro preislich deutlich günstiger und löst das Geruchsproblem strukturell konsequenter. Wer kein 400- bis 700-Euro-Budget hat, findet hier ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis.

JONR H2 Pro
JONR H2 Pro
Nass-Trockensauger
20.000 Pa Saugleistung, Selbstwäsche & -trocknung, 3 Reinigungsmodi, 180-Grad-Modus für flache Stellen
213,79 €

Mein Fazit

Für wen lohnt sich der H2 Pro:

  • Wer das Geruchs-Problem kennt und es dauerhaft lösen will
  • Wer Haustiere hat und regelmäßig Tierhaare aufnehmen muss
  • Wer auf gute Kantenreinigung und Flachlage Wert legt
  • Wer das Gerät in einem Hauswirtschaftsraum oder einer Abstellkammer parken kann

Für wen nicht:

  • Wer das Gerät im offenen Wohnbereich betreibt und lärmempfindlich ist
  • Wer höchsten Komfort (Selbstreinigung, Schaumreinigung) erwartet
  • Wer hartnäckige, eingetrocknete Verschmutzungen in einem Durchgang entfernen will

Mein Urteil: Das Geruchsversprechen hält und löst das ekligste Problem: Durch die Wohnung geblasener Mief. Auch die Reinigungsleistung ist sehr gut. Was nervt, ist das Gebläse: drei Stunden, 61 Dezibel, kein Autostart. Wer damit umgehen kann, bekommt für 200 Euro einen soliden Saugwischer, der vor allem für die tägliche Reinigung oder als Zusatz für den Wischroboter geeignet ist.

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