In meiner Freizeit lese ich sehr viel, dann aber meistens Wissensartikel im Internet, digitale Magazine, Mangas oder Social-Media-Posts. Und das dann meistens auf dem Handy.
Dabei bin ich eigentlich ein Fan von klassischen Büchern und kaufe mir zumindest einmal im Jahr ein richtiges Buch als Sommerlektüre.
Für einen Kompromiss hatte ich in der Vergangenheit schon öfters E-Reader in der Hand, die allerdings von flackernden Bildern und nachhängenden Bildern betroffen waren und mit ihrem geschlossenen Betriebssystem starke Limitationen hatten.
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Dieses Smartphone wird per Knopfdruck zum E-Reader
Als ich vor kurzem also von dem Boox Go 6 (Gen II) gehört habe, der ein besonders schnelles System, eine gute Handhabung und ein offenes Betriebssystem verspricht, wusste ich gleich, dass ich den Reader testen muss. Zusammen mit Lese- und Notizfunktionen wusste ich sofort, dass das Gadget ein idealer Testkandidat ist.
Mit seinen Features klingt der Go 6 für mich nach einem Traum: Doch hält er, was Boox verspricht?
Boox verspricht mit der zweiten Generation des Go 6 einen E-Reader, der zum einen kompakt und bequem zum Mitnehmen ist und sich zum anderen gut für Notizen anbietet. Hinzu kommt, dass der Reader durch sein offenes System auch besonders flexibel in der Wahl der E-Book-Stores und der App-Auswahl sein soll.
Eine Sache vorweg: Wenn ich im Folgenden vom Go 6 rede, ist damit immer die zweite Generation (Gen II) gemeint, sofern ich nicht explizit von dem ersten Modell spreche. Alle Features und meine Bewertung gelten also nur für das neuste Gerät von Boox.
Mit seinem 6-Zoll-Display und dem geringen Gewicht von 170 Gramm ist der E-Reader etwas kleiner, liegt dadurch aber besonders gut und lässt sich problemlos auch mit nur einer Hand bedienen.
Die Rückseite des Geräts ist magnetisch, wodurch die offiziellen Schutzhüllen durch ein einfaches Auflegen angebracht werden können und so kaum einen Einfluss auf die Nutzung haben. Und dabei hält die Hülle bombenfest.
Falls ihr Apps auf dem Go 6 installieren wollt, könnt ihr dafür den Play Store von Google oder den vorinstallierten NeoBrowser verwenden. Alternativ stehen euch die vorinstallierten Apps des Readers zur Verfügung – wobei ihr für die meisten einen Onyx-Account braucht.
| Bereits installierte Apps: | Diese Apps habe ich zusätzlich installiert: |
|---|---|
| Galerie Musik KI-Assistent Kalender Memo Neo Browser Play Store Rechner Rekorder Uhr Wörterbuch | Reddit Onleihe Audible Kreuzworträtsel Sudoku |
Das Schwarz-Weiß-Display kommt mit 300 PPI, einer einstellbaren Frontbeleuchtung sowie einer Bildrate von 40 Hertz, wodurch in Kombination mit dem internen 3 GB großen RAM ein flüssiges Lesegefühl mit einer authentischen Papieroptik entsteht.
Beim Blättern ist die Geschwindigkeit besonders angenehm, da die Seiten so innerhalb kürzester Zeit geladen werden und es nur ein geringes Flackern gibt. Die Geschwindigkeit macht sich auch beim Tippen auf der Oberfläche gut, weshalb ich gleich zu Beginn eine Kreuzworträtsel-App heruntergeladen habe.
Ich bin zwar noch nicht so alt, aber es macht einfach Spaß, am Wochenende beim Frühstück ein Kreuzworträtsel auszufüllen.
Wie bei den meisten E-Readern ist zwar auch bei dem Go 6 eine kleine Verzögerung zu spüren, das Tippgefühl kommt dabei aber näher an ein Handy als an ein typisches Lesegadget. Andere Modelle gleichen da eher der Bedienung eines Bestellterminals bei einem Fast-Food-Restaurant oder einem Fahrkartenautomaten der Bahn.
Insgesamt ist das Gerät deutlich flotter als sein Vorgänger: In der ersten Generation hatte das Go 6 (Gen 1) lediglich
einen 2 GB RAM großen Speicher verbaut.
Um die Leistung in einen weiteren Vergleich zu setzen: Mein bisheriger e-Paper-Reader, der Tolino Vision 6, ist mit einem Gigabyte RAM ausgekommen. Der Unterschied in der Geschwindigkeit ist damit deutlich zu bemerken – zumal sich das Tolino-Gerät nun nach einem direkten Vergleich laggend
anfühlt.
Der Vergleich zum Vision 6 ergibt dabei viel Sinn. Denn auch wenn dieser bereits einige Jahre auf dem Kasten hat, entspricht die Leistung des E-Readers immer noch vielen anderen, deutlich aktuelleren Modellen.
Zum Aufklappen anklicken / antippen.
| Kriterium | Boox Go 6 (Gen 1) | Boox Go 6 Gen 2 | Tolino Vision 6 |
|---|---|---|---|
| Bildschirmgröße | 6 Zoll | 6 Zoll | 7 Zoll |
| Display-Technologie | E-Ink Carta HD, 300 ppi | E-Ink Carta, 300 ppi | E-Ink Carta 1200/1300, 300 ppi |
| Auflösung | 1448 × 1072 px | 1448 × 1072 px | 1264 × 1680 px |
| Beleuchtung | Einzelnes Front-Light | Warmes Front-Light | ComfortLight PRO (temperaturregulierbar) |
| Arbeitsspeicher (RAM) | 2 GB | 3 GB | 1 GB |
| Interner Speicher | 32 GB | 32 GB | 32 GB |
| Erweiterbar | microSD-Slot | microSD-Slot | microSD-Slot |
| Prozessor | Octa-Core | Octa-Core (schneller) | Dual-Core 1–2 GHz |
| Betriebssystem | Android | Android | Linux-basiert (Tolino) |
| Stift-Unterstützung | Nein | Ja | Nein |
| USB-Port | USB-C | USB-C | USB-C |
| Bluetooth | Ja (5.0) | Ja (5.0) | Ja (5.0) |
| Akku-Kapazität | 1500 mAh | 1500 mAh | 2050–3500 mAh |
| Wasserschutz | Nein | Nein | IPX8 (2 m, 60 Min.) |
| Gewicht | ~170 g | ~170 g | ~198 g |
| Farbvarianten | Standard | Vier Farben | Schwarz/Weiß |
| Besonderheiten | Einstiegsoption | Höhere Leistung, Stift | Größerer Bildschirm, Wasserschutz, Tolino-Ökosystem |
| Preis (ca.) | etwa 150 Euro | etwa 200 Euro | etwa 180 € |
Das größte Problem des Boox: Der Akku
Durch die vielen Features des offenen E-Readers und den Spaß, den ich beim Ausprobieren der Apps hatte, ist mir am Anfang gar nicht aufgefallen, dass der Boox ein großes Problem hat: den schnell leer gehenden Akku.
Nach zwei Stunden im normalen Lesen habe ich bereits etwas mehr als ein Viertel der Kapazität verloren. Für mich als Gelegenheitsleser ist das nicht weiter schlimm. Personen, die allerdings viel lesen, können schnell frustriert sein, wenn der Go 6 alle paar Tage neu aufgeladen werden muss.
Wenn ihr anstelle der nativen E-Reader-App andere anspruchsvollere Anwendungen nutzt, wirkt sich das nochmal deutlich stärker auf den Akku aus. Laut dem Hersteller hält der verbaute 1500-mAh-Akku mehrere Tage bei einem normalen Betrieb, soll im Energiesparmodus und bei gelegentlicher Nutzung sogar bis zu einer Woche halten.
Für einen entsprechenden Test habe ich den Boox-E-Reader meiner Freundin geliehen, die deutlich mehr liest als ich. Bei ihr hat der Reader in etwa 12 Stunden Lesezeit ausgehalten, bevor er wieder geladen werden musste.
Um die Akkulaufzeit zu verlängern, kann die Helligkeit des Go 6 manuell angepasst werden. Eine automatische Helligkeitsanpassung gibt es bei dem Boox-Reader nämlich nicht und auch einen hilfreichen Energiesparmodus kann ich nirgends finden.
Auch Ghosting war im Test keine Seltenheit
Trotz der beeindruckenden Technik habe ich beim ersten Start des Boox-E-Readers starkes Ghosting erlebt. So nennt man es, wenn einzelne Buchstaben, Bilder oder Segmente auf der Oberfläche nur verblassen statt vollkommen zu verschwinden.
Der Effekt ging zwar nach den ersten Minuten meines Tests weg, kehrte aber immer mal wieder in unterschiedlichen Stärken zurück. So habe ich gerade beim Lesen von Zeitungen, bei denen der Text kleiner ist und ich entsprechend zoomen musste, immer wieder störende Partikel oder verzögerte Aktualisierungen erlebt.
Fairerweise muss ich aber sagen: Dass generell Ghosting auftritt, ist ein Problem, das eigentlich alle E-Reader betrifft. Nur eben unterschiedlich stark und beim Boox Go 6 (Gen II) hat es mich dann eben doch des Öfteren mal gestört.
Neben der Geschwindigkeit wirbt Boox vor allem mit der Notizfunktion
Ein großes Verkaufsargument von Boox ist es, dass der E-Reader auch als eine Art Notizbuch verwendet werden kann. Durch sein kompaktes Design lässt er sich schließlich bequem mitnehmen und bietet durch einen Support für den hauseigenen Stift die Möglichkeit, wirklich auf dem Gerät zu schreiben.
So genial wie das klingt, so enttäuschend ist es, wenn ich ohne den passenden Stift überhaupt keine Notizen machen kann. Der Stift ist nämlich optional und muss für rund 40 Euro dazugekauft werden. Weil ich das bisher noch nicht gemacht habe, habe ich verschiedene Tablet- und Smartphone-Stifte als Alternative ausprobiert – ohne Erfolg.
Link zum YouTube-Inhalt
Ich musste deshalb auf einen großen Teil der Notizfunktionen verzichten und konnte nur die Texteingabe verwenden. Die funktioniert zwar einwandfrei, ergibt für mich jedoch nur wenig Sinn, wenn ich das gleiche Ergebnis am Handy bekomme. Nur eben mit einer geringen Verzögerung beim Tippen.
Für kleine Notizen in meinen E-Books ist die Funktion allerdings genial, auch wenn sie nichts Neues ist und bei den meisten Marken zu finden ist.
Ergänzt wird die Texteingabe durch eine Spracherkennung, die in Echtzeit notiert und auch bei störenden Hintergrundgeräuschen präzise mitschreibt. Diese funktioniert jedoch nur auf Englisch oder Chinesisch und ist für mich damit ein dicker Minuspunkt. Schade.
- Diese Notiz-Möglichkeiten gibt es auf dem Go 6:
- Handgeschriebene Notizblöcke: Vorlagen mit Rastern, Tabellen und vielen weiteren Darstellungen – nur mit Stift nutzbar.
- Infinity-Notizen: leeres Blatt mit
unendlicher
Größe zum Notieren – nur mit Stift nutzbar. - Textnotiz: Zum Tippen von Notizen, Transkribieren von Gesprächen und Protokollen, für To-Do-Listen
- Aus lokaler Datei: Notizen, PDFs, Protokolle und andere Dateien
- Schnelle Notiz: Einzelnes leeres Blatt für schnelle Notizen – nur mit Stift nutzbar.
Bei dem Speicher und der Kompatibilität macht der Reader für mich alles richtig!
Das Gerät bietet einen internen Speicher von 32 Gigabyte, von dem aufgrund des vorinstallierten Betriebssystems und der notwendigen Komponenten etwa 20 GB zur Verfügung stehen. Sollte mir das nicht reichen, kann ich den kostenlosen Cloudspeicher von 10 Gigabyte nutzen oder den microSD-Kartenslot zur Erweiterung des Speichers verwenden.
Wie viele E-Books am Ende auf das Gerät draufpassen, hängt davon ab, welche Medien ihr lest. Reine Textbücher kommen oft mit wenigen Megabyte aus, wohingegen größere Comics und Mangas mit oft über 20 MB deutlich größer ausfallen. Insgesamt bleibt euch so aber dennoch Platz für mehrere tausend Bücher.
Weil es sich bei dem Go 6 aber immer noch um einen offenen Android-Reader handelt, kann ich über den Play Store und Browser problemlos auf meine Cloud-Dienste wie Proton Drive zugreifen und so ohne zusätzliche Gebühren weitere Dateien, E-Books und Musik speichern. Und das ist schon verdammt praktisch!
Der Reader unterstützt nämlich sowohl die gängigen E-Book-Formate wie EPUB, MOBI, PDF, FB2 und viele weitere als auch Bild- und Audioformate wie PNG, JPG, WAV oder MP3. Dadurch kann ich über Bluetooth Kopfhörer mit dem Gerät verbinden und beispielsweise Hörbücher hören.
Während meines Tests bin ich noch nicht dazugekommen, ganze Geschichten zu hören. Im Musiktest war die Verbindung jedoch schnell aufgebaut und ich freue mich schon, während meines nächsten Urlaubs auch mal ein Drei-Fragezeichen-Hörspiel über das Gerät zu hören.
Zudem gibt es keinen Store-Zwang auf dem Gerät, weshalb ich auf alle Dienste wie Amazons Kindle, den Tolino-Store oder die Angebote digitaler Buchhandlungen zugreifen kann. Ich kaufe meine E-Books beispielsweise meistens über die Website einer lokalen Bücherei in meiner alten Heimatstadt, um den Laden trotz digitaler Käufe zu unterstützen.
Was mich beeindruckt hat: Aufgrund der leistungsstarken Technik des Readers und des 40 Hz schnellen Displays könntet ihr den E-Reader auch zum Videoschauen verwenden. Ich hätte, um ehrlich zu sein, nicht mal erwartet, dass ich etwa ein Let's Play auf dem Gerät schauen kann, was auf Anhieb jedoch fehlerfrei und flüssig funktioniert hat.
Ich persönlich würde das aber nicht wollen, da ich mit einem E-Reader schließlich weg von meinem Handy möchte und nicht nach einer Alternative suche. Es ist dennoch cool, dass das in der Theorie funktioniert.
Der KI-Assistent hat mich erst skeptisch gemacht
Mittlerweile habe ich schon alle möglichen Geräte gesehen, die mit KI-Features ausgestattet wurden. Sogar Toaster! Dass das Gerät von Boox also ebenfalls einen KI-Assistenten anbietet, hat mich nicht überrascht.
Die vorinstallierte KI-App nutzt Modelle von ChatGPT und Gemini, die ihr bequem benutzen könnt, nachdem ihr euch mit eurem Onyx-Account angemeldet habt. Wie bei den üblichen LLM-Systemen könnt ihr der künstlichen Intelligenz Fragen in einer Textbox stellen und seht euren Verlauf nach Anfragen gegliedert am linken Rand der App.
Wichtig ist dabei, dass die KI vollkommen optional ist und ihr problemlos auf die Funktion verzichten könnt, wenn ihr sie nicht braucht.
Am Anfang meines Tests habe ich darin keinen großen Sinn gesehen, außer vielleicht, schnell nach Buchvorschlägen zu suchen oder in wenigen Schritten etwas zu einem Thema zu recherchieren.
Die eigentliche Stärke liegt aber nicht in der App selbst, sondern in den Inhaltszusammenfassungen und Erklärungen, und die sind schon sehr genial. Etwa wenn ich schon länger nicht mehr an einem Buch gelesen habe und eine kurze Zusammenfassung der letzten Kapitel brauche, um wieder in das Geschehen reinzukommen.
Das Modell kann außerdem direkt im Buch aufgerufen werden, um etwa eine Interpretation zu machen. Dann wertet die KI den Inhalt der ausgewählten Sätze aus und setzt diese in den Kontext der vorherigen Zeilen sowie der Informationen zum Buch – spoilerfrei.
In meinem Test hat das teilweise zu gut funktioniert, sodass ich nicht nur eine einfache Erklärung, sondern gleich eine tiefe philosophische Interpretation mit verschiedenen Bedeutungsebenen bekommen habe, als ich nach einer Textpassage aus Robert Gwisdeks Debutroman »Der Unsichtbare Apfel« gefragt habe.
Auf die Frage nach der Bedeutung des Satzes: »Er war verwirrt und mochte eine Zeit lang das Mögen nicht mehr« bekam ich, unter anderem, folgende Antwort:
Gwisdek nutzt diese Formulierung, um die Überintellektualisierung kindlicher Emotionen während der Pubertät zu illustrieren. Diese Metaebene – das Nachdenken über das Denken und Fühlen – führt zu einer Lähmung. Das “Nicht-Mehr-Mögen-Können” ist in diesem Fall eine Schutzreaktion eines erwachenden Bewusstseins, das zwischen echter individueller Neigung und konformistischem Gruppenverhalten noch nicht unterscheiden kann.
– Boox KI-Assistent (ChatGPT)
Gefolgt von einer mehrgliedrigen Verkettung an Antworten, die mir sicherlich tiefgreifende philosophische Interpretationen liefern, aber damit deutlich weitergehen, als ich es mir gewünscht habe.
Die gesamte Antwort klingt zwar sinnig, wenn man in meinem Fall das Buch bereits gelesen hat, wirft an der Stelle aber mehr Fragen als Antworten auf. Für einen Vergleich habe ich auch Passagen aus anderen Büchern von der KI interpretieren lassen.
Hier waren die Erklärungen teilweise deutlich einfacher gehalten, teilweise aber ähnlich verschachtelt und überinterpretiert
. Sollte ich etwas nicht verstehen, bleibt mir am Ende aber immer noch die Möglichkeit, einfach bei der KI nachzufragen, was mit der Antwort eigentlich gemeint ist.
Insgesamt bin ich bei dem KI-Feature dann aber wirklich positiv überrascht, weil es sich nicht wie ein Hype-Aufsprung anfühlt, sondern nach einem Weg, um das Lesegefühl noch weiter zu verbessern. Und das schafft der Go 6.
Ich bin von den vielen Möglichkeiten des Readers einfach nur begeistert – Mein Fazit:
Unter dem Strich begeistert mich der E-Reader trotz kleinerer Schwächen enorm. Dank des drei Gigabyte starken RAM und Quadcore-Prozessors läuft das Gerät besonders flüssig und es tritt kein lästiges Flackern wie auf anderen E-Readern auf. Das offene System erlaubt mir, andere Apps wie Reddit oder die Onleihe problemlos zu nutzen, und bringt mir auch E-Book-Dienste wie Kindle auf den Reader.
Gelegentliches Ghosting stört mich weniger, wohingegen ich für den geringen Akku einen Punktabzug geben muss. Zudem ist die Notizfunktion ohne einen separat erhältlichen Stift kaum nutzbar. Da mich dieses Feature jedoch brennend interessiert, plane ich bereits einen Folgetest mit passendem Stift als Notizbuch-Ersatz.
Ob sich der Kauf für euch am Ende lohnt, hängt natürlich stark von eurem eigenen Anwendungsfall ab. Wer allerdings die Freiheit von Apps sucht, nur gelegentlich liest und wem flüssiges Blättern extrem wichtig ist, macht mit diesem performanten Kraftpaket absolut nichts falsch.
Für wen sich der E-Reader lohnt:
- Wenn ihr einen kompakten E-Reader mit starker Leistung wollt
- Wenn ihr Notizen machen wollt und kein Problem damit habt, einen Stift zu kaufen oder zu tippen
- Wenn ihr verschiedene Stores und Android-Apps auf dem Reader verwenden wollt
Wer ihn nicht kaufen sollte: Wenn ihr im Alltag intensiv lest, Apps nutzt und Notizen macht, braucht ihr eine solide Akkulaufzeit. Weil der Go 6 jedoch fast täglich an die Steckdose muss, greift ihr in dem Fall lieber zu einem anderen Gerät. Eine gute und ebenfalls besonders kompakte Alternative stellt etwa der Viwoods AiPaper Reader dar, der durch sein Handy-Format besonders handlich ist und zu den Top-E-Readern des GameStar-Autors Linh gehört.
Weitere Alternativen:
Für rund 200 Euro bietet das Gerät eine starke Ausstattung mit 300 PPI und hoher Refreshrate, die in dieser Preisklasse eine echte Seltenheit ist. Wenn ihr einen schnellen und kompakten E-Reader wollt, seid ihr hier also gut bedient. Die einzigen Haken bleiben wirklich das teilweise langsame Verblassen des Textes sowie der Zwang zum Stift für die meisten Notizen.


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