Selten hat mich eine Soundbar im Test so zwiegespalten zurückgelassen – bis der Groschen endlich gefallen ist

Hisenses AX5140Q bringt für wenig Geld viel auf die Waage. Riskiert ein Ohr, wenn ihr eine krassen Einsteiger-Soundbar sucht.

Das 4-in-1-Rudel ist optimal als erstes Surroundsystem für Einsteiger. (Bildquelle: Maxe S., GameStar) Das 4-in-1-Rudel ist optimal als erstes Surroundsystem für Einsteiger. (Bildquelle: Maxe S., GameStar)

Ich verrate euch den Groschen gleich vorweg: Die Hisense AX5140Q ist nur für Einsteiger geeignet. Auf diesen Trichter bin ich erst spät gekommen.

Für rund 375 Euro kriegt ihr hier ein Paket bestehend aus Soundbar, Subwoofer und zwei Satelliten. Das ist viel, weshalb an anderer Stelle Abkürzungen genommen werden müssen.

Keine Angst, wenn es um den Klang geht, macht die Soundbar-Kombo einen guten Eindruck. Vermutlich wird die AX5140Q meine Standardempfehlung für Budget-Soundsysteme werden.

Hisense AX5140Q
Hisense AX5140Q
Das Soundbar-Subwoofer-Satelliten-Setup eignet sich besonders für Einsteiger. Auf der Straße ist die Kombo für 375 Euro zu haben.

Die AX5140Q spielt mit breiter Brust auf: starker Bass, möglichst laut und wenig feingeistig. Dadurch eignet sie sich vor allem für Actionkino und alles, bei dem es kracht. Upfiring-Speaker sorgen für zusätzliche Räumlichkeit, ein dedizierter Center hebt Dialoge hervor, nice.

Allerdings müsst ihr dafür Abstriche hinnehmen. Dem Sound fehlt Fingerspitzengefühl, wodurch Klangenthusiasten vermutlich nicht glücklich würden. Das merkt man am zu dominanten Bass. Optisch ist die Kombo auf das Minimum reduziert, haptisch habt ihr es mit Plastikbombern zu tun.

Sucht ihr einen Allrounder für Film und Musik, um eure TV-Lautsprecher loszuwerden, ist die AX5140Q wunderbar geeignet. Klangliebhaber und -liebhaberinnen greifen besser zu einem teureren Modell.
  • Stabiler Allrounder für seinen Preis
  • Bestens geeignet für Actionkino
  • Upfiring-Speaker mit Mehrwert
  • Center für klar verständliche Dialoge
  • Bietet sich für große Räume an
  • 4-in-1-Paket
  • Haptisch nicht überzeugend
  • Wenig subtil
  • Bass teilweise zu dominant
  • Nur für Einsteiger geeignet

Hisense AX5140Q: Auspacken und Ersteindruck

Beim Auspacken bin ich ja immer ein bisschen aufgeregt – egal, bei welchem Testgerät. Die Chance auf einen ersten Eindruck bekommt man schließlich kein zweites Mal.

Und mein erster Eindruck lässt sich am ehesten so beschreiben: meh. Das Kunststoffchassis aller vier Gerät macht einfach nicht viel her, schon gar nicht im Vergleich mit dem Holzfurnier der Klipsch Flexus Core 100.

Warum ich hier so auf der Verarbeitung herumreite, hat einen Grund. Das Gehäuse, respektive dessen Material, hat eine Auswirkung auf den Klang. Holz tönt wärmer, Metall ist schallhart und lässt die Schallwellen weiter abstrahlen. Billiger Kunststoff kann allerdings mitschwingen, was den Klang verzerrt.

Optisch ist das Rudel ebenfalls sehr schlicht gehalten. Bis auf eine Stoffbespannung an der Soundbar und den Grills für die nach oben schießenden Lautsprecher finden sich keine Applikationen oder Verspieltheiten.

In der Simplizität liegt aber auch Kraft. Bedenkt man, dass die AX5140Q vor allem Einsteiger ansprechen soll, macht Hisense beim Plug-and-Play alles richtig.

  • Wenige Anschlüsse
  • Schnell und problemlos Verbunden
  • Eine Fernbedienung mit klarer Designsprache

Ach ja, wenn ihr die Soundbar lieber aufhängen wollt, liegt im Paket alles nötige bei. Das ist nicht immer so und empfinde ich als nette Dreingabe.

Und so liegt die Soundbar dann auch gut da. Was mich begeistert: Sie ist recht lang – und das hat einen nicht zu verachtenden Vorteil.

Lange Klangstangen haben mehr Raum für einzelne Kanäle. Das bedeutet eins von zwei Dingen (und manchmal beides):

  • Es finden mehr Kanäle Platz im Chassis und das diversifiziert die Klangquellen.
  • Es ist mehr Platz zwischen den Kanälen, was Klangbühne und Ortung guttut.

Wenn ihr mehr dazu lesen wollt: Ich habe dazu bereits ein Special getippt.

Die Klangstange wirkt hier größer als ist. Ich hätte mir für mehr Körper ruhig ein bisschen mehr Tiefe gewünscht. (Bildquelle: Maxe S., GameStar) Die Klangstange wirkt hier größer als ist. Ich hätte mir für mehr Körper ruhig ein bisschen mehr Tiefe gewünscht. (Bildquelle: Maxe S., GameStar)

Nun gut, haptisch hat mich das Rudel nicht begeistert, aber bei Klang kommt es auf die inneren Werte an, nicht wahr?

Hisense AX5140Q: So klingt sie

Der Ersteindruck hat mir nicht die Socken ausgezogen, aber am Ende ist vor allem der Sound wichtig.

Hier gibt’s gute Nachrichten: Die AX5140Q scheppert ordentlich – mit allen Vor- und Nachteilen.

Heimkino

Die größte Stärke der AX5140Q ist, mit welcher Gewalt der Klang aus dem Setup kommt. Gerade das Plastikgehäuse hat mich Schlimmes ahnen lassen – unbegründet.

Der Klang kommt mit einer Wucht aus den Boxen, dass mir die Ohren geschlackert haben. Das habe ich definitiv nicht erwartet.

  • Dominanter Bass
  • Hoher Druck 
  • Selbstsicherer Klang

Besonders beim mittlerweile oft verwendeten Inception-Horn fuhr mir das Dröhnen dank des guten Subwoofers in den Bauch. Wenn die AX5140Q-Kombo für eines gemacht ist, dann für Actionkino mit viel Wumms.

Video starten 2:12 Inception - Kino-Trailer zum DiCaprio-Streifen - Kino-Trailer zum DiCaprio-Streifen

Die Tatsache ist top für große Wohnzimmer. Das Quartett kann dadurch richtig laut aufspielen.

Zwei Dinge sind mir ebenfalls positiv aufgefallen:

  1. Dialoge kommen – auch unter Bassbeschuss – erstaunlich klar aus der Soundbar. Hier arbeitet ein dedizierter Center nur dafür und das lohnt sich.
  2. Die Upfiring-Speaker auf Soundbar und Satelliten erzeugen mehr Räumlichkeit, als ich zunächst gedacht hatte. Die sind aber auch notwendig, damit der Bass den Rest der Klangbühne nicht einschnürt.

Das von mir in Tests stets verwendete Top Gun: Maverick machte dank der nach oben gerichteten Lautsprecher eine echt potente Figur, besonders für ein Einsteigergerät.

Musik

Bei Soundbars spielt Musik nur die zweite Geige, allerdings gibt’s bei mir immer Pluspunkte, wenn Klangstangen auch bei Liedern eine gute Figur machen.

Bei der Hisense AX5140Q ist das ein klares: kommt drauf an.

Kraftvolle Musik, also Rock, Pop oder Elektronisches, wo es nicht viel auf Feinheiten ankommt, packt die Kombo ohne Probleme. Auch Songs, die auf Gesang reduziert sind wie etwa Balladen, klingen wohlig warm.

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Musik ist aber ein zweischneidiges Schwert und offenbart die wohl größte Schwäche der Hisense AX5140Q.

Das 4-in-1-Rudel kann Details nicht gut darstellen. Rückblickend betrachtet ergibt das auch Sinn. Die AX5140Q sind auf Effekte getrimmt und präsentiert kraftvollen Klang mit stolz geschwellter Brust. Da fallen Kleinigkeiten eben hinten runter.

  • Der Bass ist stark, aber er spielt sich zu gerne in den Vordergrund.
  • Höhen und Mitten sind nicht immer stabil und neigen dazu, unruhig zu werden.

Fehlendes Fingerspitzengefühl merkt man dann eben bei Liedern wie The Devil Went Down to Georgia der Charlie Daniels Band. Hier werden alle Töne der Tonleiter abgespielt, aber abseits der körperbetonten Mitte klingt der Song dann nicht mehr toll.

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Ist das ein Beinbruch? Nein, ich denke nicht. Die AX5140Q ist fürs Heimkino konzipiert und bei (lauten) Filmen macht sie einen guten Eindruck. Wer allerdings gute Ohren hat oder ausgewogene Musik erwartet, der sollte zu einer ausgewogeneren Alternative greifen (die ich weiter unten im Artikel nenne).

Wissenswertes zum Test
So habe ich getestet

Die Hisense AX5140Q klemmte bei mir rund zwei Wochen am TV. Ich habe sowohl Filme, Serien und Musik als auch Spiele getestet.

Spezifikationen
  • System: 5.1.4-Kanal-System
  • Audioformate: Dolby Atmos, Dolby TrueHD, Dolby Digital Plus, Dolby Digital, DTS:X, DTS-HD Master Audio, DTS, DTS Virtual:X, PCM / Multichannel PCM
  • Anschlüsse: HDMI (eARC), HDMI (2.0 mit Passthrough) Optisch, USB, Klinke, Bluetooth 5.3
  • Bedienung: Bedienung am Gehäuse, Fernbedienung
  • Maße (HxBxT): Soundbar: 5,7 x 102 x 10,8 cm; Subwoofer: 33,5 x 33,5 x 16 cm; Satelliten (je): 20,1 x 10 x 11,9 cm 
  • Gewicht: Soundbar: 2,7 kg; Subwoofer: 5,5 kg; Satelliten (je): 1,4 kg
Preis und Verfügbarkeit

Die Hisense AX5140Q gibt es ab 375 Euro (Straßenpreis) zu kaufen.

Die Hisense AX5140Q ist für euch, wenn …

  • … ihr von den TV-Lautsprechern upgraden wollt und euch eine simple Soundbar zu lasch ist.
  • … ihr vor allem Actionfilme und Bombastkino schaut.
  • … ihr im Einsteigerbereich etwas sucht, das mehr bietet.

Mögliche Alternativen zur Hisense AX5140Q:

  • Klipsch Flexus Core 100: Die Soundbar ist kürzer und breiter, liefert aber einen krassen Bass – und das ohne Subwoofer. Die Soundbar allein spielt ebenfalls kraftvoll auf, allerdings kann der Bass überfordern. Preis: 400 Euro.
  • Samsung HW-Q810GF: Samsungs Soundbar kommt zwar nur mit einem Sub, doch der hat es echt in sich und arbeitet deutlich diffiziler. Die Klangbühne ist gleichermaßen breiter, allerdings ist das Design recht kühl. Preis: 450 Euro.

Ich mache keinen Hehl daraus: Die Hisense AX5140Q ist optimal für Einsteiger und als Upgrade der TV-Lautsprecher, ohne gleich ein ganzes Surroundsystem im Wohnzimmer installieren zu müssen.

Der Sound zeichnet sich vor allem durch Power aus. Natürlich ist das wenig detailreich, aber es erfüllt vollkommen seinen Zweck – vor allem dann, wenn es hauptsächlich scheppern soll. Die 4-in-1-Kombo wird meine Empfehlung für jemanden, der zum ersten Mal daheim upgraden will, ohne das Sparschwein ganz und gar zu plündern.


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