Wir verraten euch 6 Tipps, damit ihr KI-Texte leichter von menschengemachten unterscheiden könnt

ChatGPT und Co. werden immer besser im Schreiben und damit auch schwerer zu identifizieren. Wir zeigen euch, wie ihr der KI auf die Schliche kommt.

KIs basieren auf LLMs, die lediglich Wörter in Zusammenhang setzen, anstatt zu schreiben. (Bild: Lane Erickson - adobe.stock.com) KIs basieren auf LLMs, die lediglich Wörter in Zusammenhang setzen, anstatt zu schreiben. (Bild: Lane Erickson - adobe.stock.com)

Die Europäische Union hat eine KI-Kennzeichnungspflicht auf den Weg gebracht. Bis die in Kraft tritt, dauert es allerdings noch bis zum Frühjahr 2026. Das bedeutet: Mit KI generierte Texte müssen erst danach kenntlich gemacht werden.

Entsprechend schwer ist es, KI-generierte Texte oder Textpassagen von menschengeschriebenen zu unterscheiden. 

Unser Guide soll euch helfen, KI-Texte aufzuspüren. Wir geben euch einige Tipps an die Hand, woran ihr sie erkennt.

Hinweis: Es gibt nicht den einen Tipp, der einen Text garantiert als KI entlarvt, aber das Zuspiel mehrerer Merkmale macht es wahrscheinlicher, dass es so ist. Daher wird etwas von KI geschriebenes in der Regel immer mehrere der von uns aufgezählten Anzeichen besitzen.

So funktioniert KI-Schreiben

Um die typischen Muster in KI-Texten zu entdecken, hilft es, zu verstehen, wie eine künstliche Intelligenz einen Text zusammenbaut.

Aktuelle KI-Tools basieren auf LLMs (Large Language Models), das heißt, sie wurden mit großen Datensätzen darauf trainiert, die möglichst wahrscheinlichsten Antworten zu geben.

Wenn ihr beispielsweise ChatGPT eine Frage stellt, nimmt die KI diese auseinander. Die Antwort beruht dann auf dem Verständnis der KI, Wörter in Verbindung zu setzen, um eine passende Antwort zu geben.

Das Wichtigste ist: Ganz egal, wie gut eine KI trainiert ist, es lassen sich (bisher) immer Anzeichen finden, dass ein Text mit einem LLM erstellt wurde.

Daran erkennt ihr von KI generierte Texte

Wir geben euch sechs Hinweise an die Hand, woran ihr KI-Texte oder -Textpassagen erkennen könnt.

Beachtet den Schreibstil

Der Schreibstil gibt oft preis, ob ein Text nicht von einem Menschen stammt. Oftmals ruft der Schreibstil bei euch das Gefühl hervor, dass das Geschriebene sich irgendwie »komisch« liest.

Adjektive

Um einen Text möglichst ansprechend zu gestalten, hat ChatGPT einen recht blumigen Schreibstil, der oft vor Adjektiven (Wiewörter) nur so strotzt. Hier ein Beispiel, in dem alle Adjektive gefettet sind:

Madrid ist bekannt für seine beeindruckende Architektur, die eine Vielzahl von Stilen umfasst. Von den majestätischen Barock- und Renaissancebauten, wie dem Königspalast (Palacio Real) und dem Plaza Mayor, bis hin zu den modernen Gebäuden, die die Skyline der Stadt prägen, ist Madrid ein Schmelztiegel der Architektur. Die Stadt hat ihre mittelalterlichen Wurzeln bewahrt, während sie sich zu einer modernen Metropole entwickelt hat.

Synonyme

KI nutzt oft starke Worte, die eine Beschreibung überdramatisch wirken lassen. So ist die Nachtszene in Madrid etwa »legendär«, es hat eine »reiche literarische Tradition« oder »Tapas-Bars sind allgegenwärtig«.

Im Vakuum betrachtet sind diese Formulierungen allein kein Hinweis auf KI, treten sie allerdings vermehrt auf, gerade in Kombination mit blumigen Adjektiven, habt ihr mit hoher Wahrscheinlichkeit keinen von Menschen geschriebenen Text vor euch.

Satzstruktur

KI wird, auch ohne dedizierten Prompt, seine Sätze möglichst klar und verständlich formulieren – und das ist auch gut so, damit der Text nachvollziehbar bleibt. Allerdings lassen sich im Verlauf so klare Ähnlichkeiten im Satzbau ausmachen.

Madrid ist bekannt für seine beeindruckende Architektur, die eine Vielzahl von Stilen umfasst.

Madrid ist berühmt für seine Kunstszene und beherbergt einige der weltweit bedeutendsten Museen.

Die Musik spielt eine zentrale Rolle im Leben der Madrilenen.

Alle drei Sätze stammen aus demselben Prompt aus unterschiedlichen Absätzen und sind jeweils der erste Satz. Jeder Satz macht klar, worum es geht (Architektur, Kunst und Museen, Musik), aber sie sind strukturell sehr ähnlich zueinander.

ChatGPT und Co. vermeiden nicht nur Schachtelsätze, sondern auch oft Relativsätze wie »Die Pizza, die ich gestern aß, war lecker«. Das bedeutet: Hat ein Text viele Hauptsätze (und wenige Nebensätze), ist es wahrscheinlicher, dass er nicht von einem Menschen kommt.

Auch auf dem Handy sind KIs mittlerweile zu Hause. (Bild: Adobe Stock - Tada Images) Auch auf dem Handy sind KIs mittlerweile zu Hause. (Bild: Adobe Stock - Tada Images)

Haltet Ausschau nach häufig genutzten Wörtern und Phrasen

Da ChatGPT und Co. auf LLMs beruhen, die vor allem Wörter im Zusammenhang verwenden, die oft in einer Beziehung stehen, nutzt die KI beim Schreiben entsprechende Wörter oder Phrasen öfter als es ein Mensch tun würde.

  • Zusammengefasst: Fragt ihr ChatGPT nach einer Erklärung, wird die KI am Ende ihre Ausführungen noch einmal kurz schildern und diese so gut wie immer mit »zusammengefasst« oder »zusammengefasst lässt sich sagen« beginnen.
  • Wenn (in Szenarien): ChatGPT gibt bei Fragen mittlerweile gerne Aufzählungen an die Hand. Beschreibt die KI Szenarien, beginnen diese oft mit »wenn« nach dem Doppelpunkt (z.B.: »Telefonanruf: Wenn sowohl der Arbeiter …«, »Brief: Wenn der Grund für …«)
  • »Bietet viele Vorteile«: Oft wird die KI Gegenargumente nutzen, um den Nachteil oder Vorteil der Sache zu bewerten, nach der gefragt wurde. Das tut sie entweder mit »Obwohl HDMI viele Vorteile bietet« oder »HDMI bietet viele Vorteile, aber …«.

Das sind nur drei von mehreren Phrasen, die ChatGPT nutzt. Je öfter ihr KI-generierte Texte lest und verwendet, desto mehr dieser Ähnlichkeiten werden euch auffallen.

In englischen Texten gibt es noch einige Wörter und Phrasen mehr, welche KIs gerne verwenden:

  • »Let's delve into its meaning« (deutsch: auf den Grund gehen)
  • »This experience underscores …« (deutsch: unterstreichen)
  • »a testament to« (deutsch: ein Zeugnis für etwas sein oder von etwas zeugen)

Argumentationen

Das gilt vor allem bei längeren Texten wie Aufsätzen mit Behauptungen, Begründungen und Belegen. KI allein kann eine Behauptung aufstellen und diese begründen, aber wird sie niemals ausreichend belegen können.

Die KI wird wahrscheinlich kurze Absätze generieren, die zwar oberflächliche Punkte enthalten, welche aber nie ohne weiteres Nachhaken tiefer in das Argument eintauchen. Nachstehend ein Beispiel aus ChatGPT zum Prompt »Erkläre mir, wie sich CO₂ negativ auf die Umwelt auswirkt«.

An diesem Beispiel erkennt ihr, dass ChatGPTs Belege nicht wirklich tief reichen. An diesem Beispiel erkennt ihr, dass ChatGPTs Belege nicht wirklich tief reichen.

Jeder Absatz ist mehr eine Zusammenfassung dessen, was er eigentlich aussagt, doch nie greift die KI tiefer, wenn man nicht nachhakt.

Das liegt an den LLMs, denn die wissen nicht, worüber sie argumentieren, sondern setzen einfach nur Wörter in Reihe, von dem das System glaubt, dass sie zusammengehören.

Checkt die Fakten

Wie bereits mehrmals erwähnt, sind LLMs nicht in der Lage, Fragen dediziert zu beantworten, sondern setzen nur Wörter zusammen. Das bedeutet auch: KI wird manchmal Dinge behaupten, die nicht wahr sind.

LLMs wie ChatGPT wissen nicht, wovon sie sprechen. Zwar werden Daten und Fakten öfter stimmen als nicht, aber es kam auch schon vor, dass KIs Kleber für Pizza vorgeschlagen haben (Business Insider) und von der Richtigkeit der Zutat überzeugt waren.

KI schreibt fehlerlos

ChatGPT mag manchmal Fakten erfinden, aber es macht keine Schreibfehler. Lest ihr einen Text, in dem absolut keine Fehler stecken, weder Vertipper noch grammatikalischer Natur, dann könnte das auch ein Hinweis auf KI sein.

Menschen machen schlichtweg Fehler und selbst wenn mehrere Augen auf einen Text schauen, rutscht vielleicht immer noch ein Tippfehler durch. Das wird mit KI nicht passieren.

Wenn ihr euch also nicht sicher seid, ob ihr einen KI-Text vor euch habt, könnte grammatikalischer und rechtschreibtechnischer Perfektionismus ein Hinweis sein.

Wenn ihr euch unsicher seid, nutzt einen KI-Detektor

Solltet ihr euch unsicher sein, ob ein Text von einem Menschen stammt, könnt ihr eine der vielen KI-Erkennungsseiten im Internet nutzen, wie zum Beispiel zerogpt.

Diese Tools erkennen KI relativ zuverlässig und markieren auch in einem längeren Text die Stellen, die nicht von Menschenhand stammen.

KI erkennt Den Text über Madrid hat das Tool eindeutig als KI identifiziert.

Mensch erkannt Die Erklärung über LLMs stammt von einem Menschen.

KI-Detektoren sind nie eine hundertprozentige Garantie. Betrachtet sie mehr als eine Hilfestellung, wenn ihr euch unsicher seid. 


Wir verraten euch 8 Tipps, damit ihr KI-Kunst leichter von Menschen gemachter unterscheiden könnt


Texte von künstlicher Intelligenz werden zunehmend realistischer. Doch noch hinterlassen ChatGPT, Gemini und Co. genügend Hinweise für uns, um zu erkennen, dass sie nicht aus der Feder eines Menschen stammen. 

Es sei allerdings gesagt: Wenn jemand mutwillig verschleiern möchte, dass er einen Text nicht selbst geschrieben hat und weiß, wo man entsprechend selbst Hand anlegen muss, ist es fast unmöglich, KI zu identifizieren. Zumindest so lange, wie die Kennzeichnungspflicht der EU nicht in Kraft tritt.

zu den Kommentaren (11)

Kommentare(11)
Kommentar-Regeln von GameStar
Bitte lies unsere Kommentar-Regeln, bevor Du einen Kommentar verfasst.

Nur angemeldete Benutzer können kommentieren und bewerten.