Bereits jetzt ist absehbar, dass im Jahr 2025 vor allem mehr praktische Anwendungen für KI im Vordergrund stehen werden, aber sich auch die Technik dahinter kontinuierlich weiterentwickelt. Obwohl die Möglichkeiten, wie sie KI weiterentwickeln kann, für eine exakte Vorhersage viel zu vielfältig sind, wagen wir trotzdem einen Blick in die Kristallkugel für ein paar ausgewählte Beispiele.
1. KI für besseres Gameplay
Eine KI, die mit einem Nutzer Dungeons und Dragons spielt, ist längst Realität, aber bisher gab es noch vergleichsweise wenig Anwendungen für (moderne) KI in Videospielen. Das Potenzial dahinter ist allerdings gewaltig, wie bereits die Community selbst demonstriert:
Bereits jetzt gibt es etwa eine Mod für Skyrim, durch die ihr euch mit NPCs normal unterhalten könnt. Diese merken sogar, was um sie herum passiert. Etwas weiter gedacht liegt ein dynamischer Erzähler à la Bastion nahe, oder etwa ein Game Director, der das Spielgeschehen wie in Left 4 Dead dynamisch kontrolliert. KI kann hier eben noch mehr Möglichkeiten bieten.
Gerade Indie-Entwickler könnten solche relativ neuen Techniken dabei schneller und besser in Projekte einbinden, als etwa große Studios, die oft mehrere Jahre an einem Projekt arbeiten. Im Jahr 2025 ein AAA Spiel mit KI als Kernelement sehen wir deshalb noch nicht.
Zum Entwicklungsstart von Spielen, die 2025 erscheinen, war der ganz große Boom, ausgelöst von ChatGPT vor zwei Jahren, schlicht noch nicht absehbar. Für spannende Indie-Projekte sind wir allerdings sehr optimistisch.
Über den Autor: Tim schreibt gerade seine Doktorarbeit über generative künstliche Intelligenz zusammen (KI, mal mir ein Bild von einer Katze, die Einrad fährt!
), nachdem ihn die Leidenschaft für Computerspiele in die Informatik gelockt hat.
Er begeistert sich, zum Leidwesen seines persönlichen Umfelds, für die Erklärung von künstlicher Intelligenz.
2. Triumphzug der Videogeneratoren
Im Jahr 2024 wurden die ersten Videogeneratoren vorgestellt, die tatsächlich brauchbare Ergebnisse geliefert haben: hohe Auflösung und Qualität, und dazu immer plausiblere Videos. Was auf Bildern schon länger gut klappt, hat bei Video Generatoren deutlich länger gedauert, weil eben nicht nur die Optik unserer Welt, sondern auch das Verhalten gelernt werden muss. Etwa wie ein Ball springt oder ein Stück Kleidung beim Rennen Falten wirft.
Wo das Erzeugen von Videos eher ein cooles Gimmick ist, bietet das Editieren von existierenden Videos dutzende Anwendungszwecke, etwa in der Werbeindustrie. Das Problem dabei: Es gibt schlicht keine großen Datensätze mit Beispielen (Vorher / Anweisung / Nachher), auf denen eine KI trainiert werden kann.
Die ersten Schritte, um das zu überwinden, gehen aber bereits etwa Meta mit ihrem aktuellen Ansatzmit einigen Tricks lassen sich künstlich solche Trainingsdaten erzeugen.
Nach den ersten Schritten rechnen wir 2025 mit einer großen Explosion von immer mehr hochqualitativen Videos und auch mit immer mehr nützlichen Anwendungen wie textbasiertem Editieren. Gerade für kleinere Filmschaffende könnte das bereits dieses Jahr ganz neue Möglichkeiten schaffen.
3. Smarte (und nützliche) KI Assistenten mit guter Anbindung
Bisherige KI Assistenten sind häufig eine extra Anwendung: Wir brauchen etwas, tippen es in ein Eingabefeld ein, und bekommen eine Lösung, die wir dann weiter versenden können.
Gerade Smartphone Hersteller wie Google und Apple wollen allerdings weg von diesem Pfad, hin zu einem persönlichen Assistenten
, der aktiv allerlei Dinge erledigen kann. Etwa einen Friseurtermin bei unserem Stammladen so buchen, dass er in unseren Kalender passt.
Für das nächste Jahr, jetzt, wo die Technik hinter vielen textbasierten Assistenten für viele praktische Zwecke bereits nutzbar und (wir schreiben das bewusst in Anführungszeichen) ausgereift
ist, ist eine deutlich stärkere und nahtlose Einbindung naheliegend. Okay Google, bestell mir etwas zu essen
könnte also in diesem Jahr Realität werden.
Übrigens: Unseren Experten Tim Elsner seht ihr übrigens im folgenden Tech Talk, wie er mit Jan und Maxe über KI-Mythen spricht und sie bustet
:
44:19
»Künstliche Intelligenz ist die neue Elektrizität« - Wir busten mit einem Experten 5 Mythen zu KI
4. Die Jagd nach dem heiligen Gral
Das ultimative Ziel der Entwicklung, eine starke KI, die alles an Aufgaben verstehen und tun kann, was Menschen können (auch oft AGI genannt), steht uns wohl 2025 nicht bevor. Allerdings erleben wir gerade, wie einige erste Schritte in diese Richtung aussehen könnten.
Als kleines Beispiel: Aktuelle KI-Modelle wie ChatGPT setzen seit Längerem darauf, Sachverhalte ausführlicher zu erklären. Ähnlich wie bei einem Menschen, der etwa eine Matheaufgabe Stück für Stück löst (5 + 3+8 = 8 + 8 = 16
), macht ein KI-Assistent wie ChatGPT weniger Fehler, wenn eine Aufgabe ausführlicher gelöst wird.
Das geschieht häufig durch ein genaueres Erklären der Aufgabenstellung, gefolgt von einer detaillierten Lösung in vielen Schritten. Etwa ChatGPT Version o1 tut genau das. Allerdings ist das Ausformulieren in menschlicher Sprache natürlich nicht ideal – und genau hier kommen Neuerungen ins Spiel, die dem KI-Modell einen frei nutzbaren Raum zu denken
geben, der nicht an Wortfetzen gebunden ist.
Auch hier ist zwar Fortschritt zu erwarten, aber keine echten Wunder. Das Grundprinzip bleibt schließlich das Wortfetzen-für-Wortfetzen vorhersagen, was viele Forschende für eine Sackgasse halten (siehe X-Post unten). Für eine echte Revolution bräuchte es vermutlich komplett neue Ansätze, schließlich basieren im Kern quasi alle aktuellen KI Assistenten auf einer Arbeit von 2017.
Link zum Twitter-Inhalt
Was KI selbst dazu sagt
Wir haben natürlich auch einen KI-Chatbot gefragt, wie KI selbst die Entwicklung für 2025 sieht. Dabei gab es eine Reihe von Punkten, die die KI (wie wir finden, plausibel) als wichtig ansieht. Der Fokus ist dabei aber etwas praktischer, fast schon langweiliger, als in unserer Vorhersage. Die Aussagen lassen sich grob so zusammenfassen:
- Weiterer Aufstieg von generativer KI: Darunter fallen sowohl KI Chatbots als auch Modelle, die etwa Bilder oder Videos erstellen. Praktische Anwendungszwecke wie Produktvorschauen werden ebenso genannt wie etwa generierte Musik nach Benutzerwunsch.
- Mehr Fokus auf Ethik und Gesetzen: Stärkere Regulierung und mehr verlangte Transparenz auf Seiten von Anbietern sowie eine Kennzeichnungspflicht für KI generierte Inhalte.
- Stärkere Automatisierung am Arbeitsplatz
- Mehr Blick auf Nachhaltigkeit: Der riesige Energiebedarf, um ein KI-Modell zu trainieren und zu betreiben, ist bereits jetzt im Fokus von Hardware-Herstellern und Forschern gleichermaßen.
Egal ob in kleinen oder großen Schritten, im Jahr 2025 wird unserer Erwartung nach einiges Spannendes an Entwicklungen passieren, mit denen wir gerade nicht einmal rechnen können. Vor allem erwarten wir, dass KI in unserem täglichen Leben immer präsenter wird, etwa durch bessere Integration in das Smartphone.
Ihr seid neugierig, wie KI in der Spieleindustrie unser liebstes Hobby sonst noch verändern kann? Dann können wir euch nur unseren GameStar Talk zu dem Thema empfehlen:
GameStar Talk: Zerstört KI die Kreativität im Gaming?
Wie habt ihr im letzten Jahr die Entwicklung von künstlicher Intelligenz wahrgenommen? Fandet ihr die Entwicklungen eher überschaubar, oder seid ihr (wie der Autor) völlig fasziniert von der Geschwindigkeit, in der es neue Entwicklungen gibt? Was interessiert auch am meisten, an den Entwicklungen? Verratet uns gern eure Meinung in den Kommentaren!
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