Krypto-Mining - ASIC-Miner wird teurer, Grafikkarten weiter sinnvoll

Der Hersteller Bitmain nimmt Vorbestellungen für einen ASIC-Miner an, dessen Leistung es mit acht Geforce GTX 1080 aufnehmen kann.

von Georg Wieselsberger,
17.04.2018 10:26 Uhr

DerAntminer E3 nimmt es laut Herstellerangaben mit acht Geforce GTX 1080 auf. (Bildquelle: Antminer)DerAntminer E3 nimmt es laut Herstellerangaben mit acht Geforce GTX 1080 auf. (Bildquelle: Antminer)

Update: Die erste Charge des Antminer E3 ist ein großer Erfolg und bereits ausverkauft, doch wie sich nun zeigt, dürfen PC-Spieler wohl nicht darauf hoffen, dass ASICs tatsächlich große Entlastung auf dem Grafikkarten-Markt mit sich bringen. Während Bitmain den Antminer E3 bisher für 800 US-Dollar verkauft hatte und damit ein sehr gutes Preis-Leistungs-Niveau bot, kann nun die zweite Charge bestellt werden. Der »Antminer E3 Batch2« wird auch erst ab Mitte Juli 2018 ausgeliefert, kostet nun aber gleich 2.006 US-Dollar.

Nachdem Bitmain den Preis um das 2,5-fache angehoben hat, ist auch der direkte Preis-Leistungs-Vergleich zu mehreren Grafikkarten nicht mehr so gut wie zuvor. Andererseits hat sich der Schöpfer von Ethereum, Vitalik Buterin, gegen Veränderungen der Ether-Berechnungen ausgesprochen, die die ASICs wieder nutzlos gemacht hätten. Es gäbe wichtigere Probleme zu lösen, ganz abgesehen von den Schwierigkeiten, die eine solche Anpassung mit sich bringe.

Mit dieser Aussage ist das Risiko, sich einen Antminer E3 zu kaufen, natürlich gesunken – und der Preis gestiegen. Außerdem ist die Anzahl der Antminer E3 beschränkt und pro Kunde werden nur maximal fünf Stück verkauft, sodass viele Miner weiterhin zu Grafikkarten greifen werden.

» Kryptowährungen und Mining – Was ist das und wie funktioniert es?

ASICs als Hoffnung für günstigere Grafikkarten

Originalmeldung: Bisher war es nicht möglich, die Krypto-Währung Ether mit speziellen Chips (ASICs), die nur für diesen Zweck entworfen wurden, zu berechnen. Daher griffen die Miner zu eigentlich für PC-Spieler gedachten Grafikkarten, die sich flexibel programmieren lassen.

Die Berechnungen für Ether waren eigentlich so ausgelegt, dass ein ASIC nur sehr schwer zu entwerfen sein sollte, doch der Hersteller Bitmain hat dieses Problem anscheinend gelöst und nimmt nun Vorbestellungen für seinen Antminer E3 an, der nur 800 US-Dollar kostet, was im Vergleich zu Gaming Grafikkarten sehr günstig wäre und eventuell Entlastung bringen könnte.

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Leistung wie acht Geforce GTX 1080

Die Hashrate, die die Rechenleistung für das Ether-Schürfen angibt, liegt bei 180 MH pro Sekunde bei einem Stromverbrauch von 800 Watt. Diese Rechenleistung entspricht bis zu acht Geforce GTX 1080, die zusammen aber mehr Strom verbrauchen. Außerdem ist Bitmain dafür bekannt, die Rechenleistung der eigenen Produkte sehr konservativ einzuschätzen und mit Optimierungen der Software könnte die finale Leistung sogar noch höher liegen. Das ist sogar eine offizielle Aussage von Bitmain, die zudem bis zur Auslieferung des Antminer E3 im Juli 2018 auch noch eine bessere Energieeffizienz versprechen.

Für 800 US-Dollar und dem Stromverbrauch von 800 Watt könnte die neue Mining-Hardware für viele Krypto-Miner eine sehr attraktive Alternative zu Grafikkarten sein. Bei Bitcoin sind die Mining-Produkte von Bitmain ohnehin schon Marktführer. Allerdings bleiben Grafikkarten noch immer flexibler einsetzbar.

Diskussionen um Maßnahme gegen ASICs

Allerdings besteht die Möglichkeit, dass die Berechnungen für das Schürfen von Ether absichtlich geändert werden, um dafür zu sorgen, dass ASICs nicht verwendet werden können. Die entsprechenden Diskussionen laufen bereits. Das könnte zu einer Hardfork führen, bei der dann eine neue Ether-Währung mit anderer Berechnungsweise abgespalten wird - aber die Rolle der offiziellen ETH-Währung übernimmt. Üblicherweise wird dann auch die alte Version nicht aufgegeben, ist aber deutlich weniger wert.


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