Tech-YouTuber nutzt Gaming-Hardware zum Kochen: Was kühlt, kann auch erhitzen – Physik-Trick mit metallischem Beigeschmack

Ein Millionen-YouTuber demonstriert, wie sich Technik aus Serverzentren und Gaming-PCs in der Küche einsetzen lassen und uns so bei der Essenszubereitung enorme Mengen Energie sparen lassen.

Symbolbild: Technologie, die beim Gaming für Kühlung sorgt, enthüllt in der Küche respektable Qualitäten bei der Erhitzung.
(Bildquelle: Adobe Firefly, generative KI) Symbolbild: Technologie, die beim Gaming für Kühlung sorgt, enthüllt in der Küche respektable Qualitäten bei der Erhitzung. (Bildquelle: Adobe Firefly, generative KI)

Seinen Gaming-PC in die Küche zu schleppen, stellt wohl nie einen cleveren Einfall dar: Hitze, Wasser, Fette, Öle und jede Menge spitzer Gegenstände bereiten kaum eine stressfreie Umgebung. Doch steckt in jedem PC Technik, die an Herd, Backofen und Grill chronisch unterschätzt wird.

Der YouTuber The Action Lab führt vor, wie sich mit Methoden, die den Rechner kühl halten, Essen schneller und bei geringerem Energieaufwand warm bekommen lässt.

Hauptsache schneller und energiesparender heiß!

The Action Lab demonstriert anhand eines Experiments sowie der Vorführung einer Pfanne, was zum einen Heatpipes und zum anderen Kühlrippen zum schnellen und effizienten Erhitzen von Essen beitragen können.

Video starten 35:29 Gaming-PC aufrüsten 2025: So klappt es richtig

Denn neue Materialien und gewiefte Konstruktionen haben auch nach etlichen Jahrtausenden des Schlemmens das Potenzial, unseren Umgang mit Nahrung zu revolutionieren, wie zum Beispiel diese neuartigen Prototyp-Kühlschränke mit künstlichen Muskeln.

Uns geht es an dieser Stelle allerdings rein um physikalische Grundlagen und ihre theoretische Ausschöpfbarkeit in der Küche, nicht aber um eine zwangsläufige Sinnhaftigkeit in der Breite.

Fall 1: Heatpipes als Grillbeschleuniger

Der YouTuber möchte ein rohes Stück Fleisch auf dem Grill schneller gar bekommen, als es durch einfaches Drauflegen möglich ist. Hierzu bohrt er mehrere Heatpipes durch ein Teststück.

Wie funktioniert eine Heatpipe? Kühlkörper von Hardware, zum Beispiel Grafikkarten oder CPUs können auf verschiedene Weisen aktiv gekühlt werden. Das geschieht in den meisten Fällen entweder durch von Lüftern bewegte Luft oder seltener durch Wasser in abgedichteten Leitungen. Damit Flüssigkeit oder Gas die Hitze aber überhaupt von der schuftenden Hardware wegschaffen kann, muss diese möglichst schnell über eine größere Fläche fernab des Mikrochips verteilt werden.

Hierfür kommen verschiedene Metalle infrage – oder eben Heatpipes. Letztere bestehen nur äußerlich aus wärmeleitendem Metall. Innen drin befindet sich eine Flüssigkeit, die bei Erhitzung verdampft und zum kühleren Ende zieht. Dort kondensiert sie wieder und fließt zurück, wobei die exakten Mechanismen/Flüssigkeiten je nach Modell unterschiedlich sein können.

Im Kern geht es immer darum, mittels eines sogenannten Arbeitsmediums die Hitze schneller abzutransportieren als es reines Metall könnte.

Parallel daneben harrt ein Stück unversehrtes Grillgut dem Beginn des Tests. Sobald das Gerät eingeschaltet wird, zeigen angebrachte Thermometer rasch einen Unterschied: Die Temperatur in dem Heatpipe-Steak steigt erheblich rascher auf ein hohes Niveau als im normalen Stück.

Logisch: Nicht nur haben die Kühlstäbe die äußere Struktur geöffnet, sondern sie tragen die Hitze an mehreren Stellen direkt ins Gewebe, wodurch es sich nicht nur von außen, sondern auch zeitgleich von innen erhitzt wird.

Dementsprechend schneller kann der YouTuber die präparierten Steaks durchgegrillt herunternehmen und probieren.

Sein Fazit: lecker, wenn auch mit einer Spur metallenen Beigeschmack – und nach nur rund 2⁄3 der Zeit, die das Normalo-Steak bis durch und kross brauchte.

Fall 2: Pfanne mit Rippen

Kühlrippen dienen bei elektronischen Geräten dazu, um mittels dünner, wärmeleitender Bleche die Oberfläche zu maximieren. Hierdurch kann so viel Luft wie möglich mit Metall in Kontakt kommen und quasi Hitze beim Vorbeischrammen mitnehmen.

Disclaimer: Das Video von The Action Lab wurde gesponsert. Es hat nach unserer Ansicht aber keinen Einfluss genommen, um die grundsätzliche (physikalische) Aussage zu verwässern.

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The Action Lab verwendet zur Vorführung eine spezielle Pfanne, deren Unterseite zerklüftet, wie eine verwitterte Klippenlandschaft ausschaut. Das Prinzip dahinter ähnelt dem der Kühlrippen. Nur soll halt keine Wärme an die Luft abgegeben, sondern von ihr aufgenommen werden. Das Konstrukt schaut abstrus aus, ergibt jedoch Sinn – vor allem bei Gasherden, die mit offenen Flammen arbeiten.

Denn wie der YouTuber per Spezialkamera zeigt, strömt bei herkömmlichen Pfannen ein erheblicher Teil der erhitzten Luft ungenutzt am Rand vorbei. Bei der Rippen-Pfanne blockt die Fangstruktur an der Unterseite die Luft/Flammen-Pfade. So entzieht sie die Wärmeenergie effizienter, dank deutlich größerer Oberfläche.

Bei einem Test konnte er Wasser in so einer Pfanne fast zweieinhalbmal schneller zum Kochen bringen als in einer handelsüblichen.

Heute im Gaming-PC morgen in jeder Küche?

Natürlich spiegeln die gezeigten Experimente nicht den Alltag in der durchschnittlichen Küche im deutschsprachigen Raum wider. Doch zeigen beide Fälle Ansätze, die vielleicht manch einen überraschen.

Eventuell mag solch eine Heatpipe-Durchbohrung Inspirationen bieten, um neuartige Grill-Geräte zu erfinden. Das vorsätzliche Zerstechen des Grillgutes stellt wahrscheinlich für die wenigsten eine appetitliche Lösung dar, um Energie zu sparen.

Jetzt seid ihr dran: Fallen euch noch Ansätze für die obigen Kühlelemente in der Küche ein? Oder kennt ihr vielleicht Anwendungen, wo diese Ideen schon zum Aufheizen Verwendung finden? Schreibt uns beides gerne in die Kommentare!

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