Eine magische Einstellung für mehr Bandbreite gibt es noch nicht. Leider. Hätte ich mir als Jugendliche auch gewünscht. Da musste ich mir mit Eltern und Bruder unser lahmes WLAN teilen.
Schneller durch eine wichtige Funktion
Was ihr aber tun könnt: festlegen welche Anwendungen und Geräte bevorzugt das Netz nutzen dürfen und welche sich hinten anstellen müssen. Das nennt sich Priorisierung oder Quality of Service (QoS).
Das macht euer WLAN zwar nicht schneller. Wenn euer Netz ausgelastet ist, haben priorisierte Geräte oder Anwendungen aber Vorrang. Das kann sich lohnen.
Die Windows-Updates eures Office-Laptops legen eurer komplettes Netz lahm? Und das ausgerechnet, wenn ihr online zocken wollt? Kein Problem.
So konfiguriert ihr Prios auf der FritzBox
Wir zeigen euch am Beispiel einer FritzBox wie ihr die Priorisierung einstellt. An anderen Routern geht es vom Prinzip her ähnlich. Wenn ihr Probleme dabei habt, lest in der Anleitung eures Routers nach.
Meldet euch auf der Weboberfläche eurer Fritzbox an. Ruft dazu auf fritz.box in einem Webbrowser auf. Loggt ihr euch zum ersten Mal ein, findet ihr das Passwort auf der Rückseite der FritzBox.
Navigiert zu Internet → Filter und zum Tab Priorisierung:
Oben erscheint die höchste Prio-Stufe Echtzeitanwendungen. Da sollte nur rein, was tatsächlich in Echtzeit ablaufen muss. Z. B. Internettelefonie, was die FritzBox bereits eingestellt hat. Denn zeitverzögert Telefonieren? Nicht sinnvoll.
Die richtige Prio für unseren Gaming-PC ist die Stufe darunter: Priorisierte Anwendungen. Erstellt eine Neue Regel
und gebt den Namen des Geräts ein sowie was priorisiert werden soll. Im Beispiel bekommt beim Spiele-PC Alles Vorrang:
Dagegen kommt der Office-PC zu den Hintergrundanwendungen – die niedrigste Prio:
Im Zweifelsfall lahm?
So bekommt der Office-PC allerdings nicht nur bei Windows-Updates die niedrigste Prio, sondern auch für alles andere.
Priorisiert besser Anwendungen über ihre Ports. Wir zeigen es euch am ersten Doom, das Port 666 nutzt. Auf Wikipedia gibt es eine Liste der Portnummern.
Um Anwendungen zu priorisieren, müsst ihr die Ports der Anwendung kennen. So einfach wie bei Doom ist es nicht immer. Welche Anwendung welchen Port und Protokoll nutzt, dazu liefert euch die Windows-Firewall am PC Anhaltspunkte.
Zudem können verschiedene Anwendungen die gleichen Ports nutzen. Alle Updates – egal von welchem Gerät zu den Hintergrundanwendungen verfrachten? Schwierig, da die Windows-Updates u. a. die Ports 80 und 443 nutzen. Nur die benötigt ihr auch fürs Surfen im Netz.
Spürbare Performance durch sinnvolle Priorisierung
So ganz leicht ist es mit der Priorisierung nicht. Und tatsächlich schneller machen könnt ihr euer WLAN damit auch nicht. Einzelne Anwendungen oder Geräte dagegen schon, wenn euer Netz ausgelastet ist. Und das kann sich schon spürbar auswirken.
Übrigens, die Priorisierung gilt nicht nur fürs WLAN, sondern für euer gesamtes Netz. Betrifft also auch Geräte, die per Kabel mit eurem Router verbunden sind.
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