WLAN schneller mit nur einer Router-Funktion? Wir erklären euch, was dahinter steckt

Euer WLAN mit nur wenigen Mausklicks am Router beschleunigen? Geht das? Wir verraten euch, was es damit auf sich hat.

WLAN beschleunigen. Funktioniert das so einfach? (Bildquelle: RoshanAdobe Stock – mit KI generiert) WLAN beschleunigen. Funktioniert das so einfach? (Bildquelle: Roshan/Adobe Stock – mit KI generiert)

Eine magische Einstellung für mehr Bandbreite gibt es noch nicht. Leider. Hätte ich mir als Jugendliche auch gewünscht. Da musste ich mir mit Eltern und Bruder unser lahmes WLAN teilen.

Schneller durch eine wichtige Funktion

Was ihr aber tun könnt: festlegen welche Anwendungen und Geräte bevorzugt das Netz nutzen dürfen und welche sich hinten anstellen müssen. Das nennt sich Priorisierung oder Quality of Service (QoS).

Das macht euer WLAN zwar nicht schneller. Wenn euer Netz ausgelastet ist, haben priorisierte Geräte oder Anwendungen aber Vorrang. Das kann sich lohnen.

Die Windows-Updates eures Office-Laptops legen eurer komplettes Netz lahm? Und das ausgerechnet, wenn ihr online zocken wollt? Kein Problem.

So konfiguriert ihr Prios auf der FritzBox

Wir zeigen euch am Beispiel einer FritzBox wie ihr die Priorisierung einstellt. An anderen Routern geht es vom Prinzip her ähnlich. Wenn ihr Probleme dabei habt, lest in der Anleitung eures Routers nach.

Meldet euch auf der Weboberfläche eurer Fritzbox an. Ruft dazu auf fritz.box in einem Webbrowser auf. Loggt ihr euch zum ersten Mal ein, findet ihr das Passwort auf der Rückseite der FritzBox.

Auf die Bedienoberfläche eurer FritzBox gelangt ihr, wenn ihr fritz.box in einen Webbrowser eingebt. Der Rechner, von dem ihr das macht, muss sich im selben Netz befinden wie eure FritzBox. Übers Internet geht es nicht (ohne weitere Einstellungen). (Quelle: Andrea MaurerGameStar Tech) Auf die Bedienoberfläche eurer FritzBox gelangt ihr, wenn ihr fritz.box in einen Webbrowser eingebt. Der Rechner, von dem ihr das macht, muss sich im selben Netz befinden wie eure FritzBox. Übers Internet geht es nicht (ohne weitere Einstellungen). (Quelle: Andrea Maurer/GameStar Tech)

Navigiert zu InternetFilter und zum Tab Priorisierung:

Unter dem Tab Priorisierung seht ihr die verschiedenen Prio-Stufen. (Screenshot: Andrea MaurerGameStar Tech) Unter dem Tab Priorisierung seht ihr die verschiedenen Prio-Stufen. (Screenshot: Andrea Maurer/GameStar Tech)

Oben erscheint die höchste Prio-Stufe Echtzeitanwendungen. Da sollte nur rein, was tatsächlich in Echtzeit ablaufen muss. Z. B. Internettelefonie, was die FritzBox bereits eingestellt hat. Denn zeitverzögert Telefonieren? Nicht sinnvoll.

Die richtige Prio für unseren Gaming-PC ist die Stufe darunter: Priorisierte Anwendungen. Erstellt eine Neue Regel

Unser Spiele-PC soll unter Priorisierte Anwendungen hinzugefügt werden. (Screenshot: Andrea MaurerGameStar Tech) Unser Spiele-PC soll unter Priorisierte Anwendungen hinzugefügt werden. (Screenshot: Andrea Maurer/GameStar Tech)

und gebt den Namen des Geräts ein sowie was priorisiert werden soll. Im Beispiel bekommt beim Spiele-PC Alles Vorrang:

Alle Anwendungen auf unserem Spiele-PC werden bevorzugt behandelt. Klickt auf den Übernehmen-Button, um die Einstellung zu speichern. (Quelle: Andrea MaurerGameStar Tech) Alle Anwendungen auf unserem Spiele-PC werden bevorzugt behandelt. Klickt auf den Übernehmen-Button, um die Einstellung zu speichern. (Quelle: Andrea Maurer/GameStar Tech)

Dagegen kommt der Office-PC zu den Hintergrundanwendungen – die niedrigste Prio:

Alle Anwendungen vom Office-PC packt ihr zu den Hintergrundanwendungen. (Quelle: Andrea MaurerGameStar Tech) Alle Anwendungen vom Office-PC packt ihr zu den Hintergrundanwendungen. (Quelle: Andrea Maurer/GameStar Tech)

Im Zweifelsfall lahm?

So bekommt der Office-PC allerdings nicht nur bei Windows-Updates die niedrigste Prio, sondern auch für alles andere.

Priorisiert besser Anwendungen über ihre Ports. Wir zeigen es euch am ersten Doom, das Port 666 nutzt. Auf Wikipedia gibt es eine Liste der Portnummern.

Listen Um einzelne Anwendungen zu priorisieren statt alles auf einem Rechner, müsst ihr eine neue Anwendung auf der FritzBox erstellen. Wechselt dazu zum Tab Listen und wählt Netzwerkanwendung hinzufügen. (Quelle: Andrea Maurer/GameStar Tech)

Neues Protokoll Im Beispiel wollen wir Doom in die Liste der Netzwerkanwendungen eintragen. Gebt als Namen Doom an und klickt auf Neues Prototokoll ... (Screenshot: Andrea Maurer/GameStar Tech)

Protokolle und Ports .... und wählt bei Protokoll UDP, beim Quellport beliebig und gebt bei Zielport den Doom-Port 666 an. Bei anderen Anwendungen kann euch ein Blick in die Wikipedia-Liste oder die Windows-Firewall auf eurem Rechner verraten, was ihr eintragen müsst. Speichern mit Klick auf den Button Übernehmen.

Doom auf der Liste Doom wurde nun erfolgreich als Netzwerkanwendung auf der FritzBox hinzugefügt. (Screenshot: Andrea Maurer/GameStar Tech)

Priorisierung Zurück im Tab Priorisierung könnt ihr nun Doom über eine Neue Regel Vorrang gewähren. (Screenshot: Andrea Maurer/GameStar Tech)

Neue Regel Dazu gebt ihr als Netzwerkgerät z. B. den Spiele-PC an und wählt als Netzwerkanwendung Doom aus. Speichert mit Klick auf den Button Übernehmen. (Screenshot: Andrea Maurer/GameStar Tech)

Um Anwendungen zu priorisieren, müsst ihr die Ports der Anwendung kennen. So einfach wie bei Doom ist es nicht immer. Welche Anwendung welchen Port und Protokoll nutzt, dazu liefert euch die Windows-Firewall am PC Anhaltspunkte.

Zudem können verschiedene Anwendungen die gleichen Ports nutzen. Alle Updates – egal von welchem Gerät zu den Hintergrundanwendungen verfrachten? Schwierig, da die Windows-Updates u. a. die Ports 80 und 443 nutzen. Nur die benötigt ihr auch fürs Surfen im Netz.

Spürbare Performance durch sinnvolle Priorisierung

So ganz leicht ist es mit der Priorisierung nicht. Und tatsächlich schneller machen könnt ihr euer WLAN damit auch nicht. Einzelne Anwendungen oder Geräte dagegen schon, wenn euer Netz ausgelastet ist. Und das kann sich schon spürbar auswirken.

Übrigens, die Priorisierung gilt nicht nur fürs WLAN, sondern für euer gesamtes Netz. Betrifft also auch Geräte, die per Kabel mit eurem Router verbunden sind.

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