Das größte Problem von Wireless-Headsets ist längst behoben – warum manche Profi-Spieler trotzdem auf Kabel setzen

Latenz bei Gaming-Headsets ist heute fast ein Mythos geworden. Warum manche Profis trotzdem auf Kabelverbindungen setzen.

Latenzen spielen 2026 bei kabellosen Gaming-Headsets mit Funk keine Rolle mehr. (Bildquelle: Razer, Adobe Stock) Latenzen spielen 2026 bei kabellosen Gaming-Headsets mit Funk keine Rolle mehr. (Bildquelle: Razer, Adobe Stock)

Immer wieder ein Thema: Müssen Spielerinnen und Spieler bei kabellosen Geräten wie Gaming-Headsets mit Verzögerungen rechnen?

Was noch vor einigen Jahren durchaus ein wichtiger Faktor für die Kaufentscheidung war, muss die Gaming-Community heute im Grunde nicht mehr beschäftigen.



Im Jahr 2026 ist die Latenzlücke zwischen kabelgebundenen und kabellosen Gaming-Headsets technisch so klein geworden, dass sie für Spielerinnen und Spieler praktisch nicht mehr wahrgenommen werden können.

Während Kabel theoretisch immer noch unendlich schnell sind, haben moderne Funk-Technologien die Grenze der Unspürbarkeit erreicht.

VerbindungsartLatenz (Verzögerung)Gaming-Relevanz
Kabel (Klinke/USB)0 bis 5 MillisekundenGeringste Latenz und somit die sicherste Wahl. Aber die Bewegungsfreiheit ist limitiert.
Funk (2,4-GHz-Dongle)10 bis 25 MillisekundenNicht vom menschlichen Gehör wahrnehmbar. Auch Experten hören keinen Unterschied zum Kabel. 10 ms sind der aktuelle Rekord, 15 bis 25 ms gelten als Funk-Standard.
Bluetooth (moderne Spezial-Modi)30 bis 40 MillisekundenFür Casual-Gamer vollkommen okay, für Profis grenzwertig aber auch knapp in Ordnung.
Bluetooth (Standard)bis zu 100 MillisekundenFür Spielerinnen und Spieler ungeeignet und deutlich zu hören. Ton und Bild laufen nicht mehr synchron.

Verzögerungen unter 30 bis 40 Millisekunden können vom menschlichen Gehirn in der Regel nicht mehr als getrennte Ereignisse wahrgenommen werden. Da fast alle modernen 2,4-GHz-Headsets bei 10 bis 15 Millisekunden liegen, sind sie de facto latenzfrei.

Mit der Entwicklung von Bluetooth 5.3 und LC3-Codec (ein Bluetooth-Audiostandard, der darauf optimiert ist, hohe Klangqualität bei niedrigen Datenraten und geringem Stromverbrauch zu liefern) wurde die Latenz im Bluetooth-Bereich zwar stark gesenkt, erreicht aber immer noch nicht die Werte von Funk-Dongles.

Warum manche E-Sportler Kabelgeräte benutzen

Dennoch setzen manche E-Sport-Profis noch immer auf Kabelverbindungen.

Der Grund dafür ist weniger die Latenz als vielmehr die Ausfallsicherheit. Nur, wer mit seinem Gerät am Kabel hängt, kann sichergehen, dass kein leerer Akku, keine Funkstörungen (bei Großevents mit vielen Teilnehmenden und zig Signalen) oder andere Diskrepanzen das Spiel vermasseln.


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Aktuell läuft noch immer unsere große Community-Umfrage: Sind Headsets mit Kabel 2026 bei euch schon ausgestorben?.

Unter dem Artikel begründen viele von euch ihre Wahl. Einzelne bestätigen, dass mögliche Latenzen zu ihrer Entscheidung beigetragen haben. So schreibt philster42:

Habe bisher immer nur Kabel verwendet unter anderem weil ich davon ausging, dass kabellos eventuell Latenzen mit sich bringt, was bei Rhythmusspielen eventuell relevant sein könnte. Hat jemand Infos darüber, ob das wirklich ein Thema ist?

Insbesondere Rhythmusspiele wie Metal: Hellsinger sind auf eine verzögerungsfreie Übertragung angewiesen. Der Gedanke, speziell bei derartigen Titeln ein kabelgebundenes Gaming-Headset zu benutzen, liegt also nahe. Wer jedoch nicht aus den hier im Artikel beschriebenen Gründen auf ein Kabelheadset angewiesen ist, kann ganz entspannt zu einem modernen kabellosen Gerät greifen.

Bis nächste Woche könnt ihr noch an der Umfrage zum Thema teilnehmen. In einer Auswertung werde ich nicht nur die Ergebnisse, sondern auch eure Kommentare auswerten. Nehmt gerne noch teil und diskutiert in den Kommentaren mit.

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