Der LED-Kinomarkt (ja, den gibt's wirklich) wird von Samsung und LG dominiert. Die Hersteller aus Südkorea bekommen jetzt allerdings verstärkt Konkurrenz aus China, wo diverse Unternehmen aufs internationale Parkett drängen.
Das ist passiert: Wie die Seite TrendForce schreibt, werden Display-Hersteller in China durch die Regierungspolitik gestützt, weswegen sie sich nach neuen Märkten umschauen. Firmen wie China Film Global Technology Limited (CFGDC), HUAXIA LEYARD, QSTECH, Unilumin und LOPU planen im Ausland Kinosäle mit LED-Leinwänden zu versehen.
Ein Kino in Dinkelsbühl hat laut der Quelle bereits zugeschlagen und zehn Bildschirme gekauft.
Nun stellt sich die Frage: Sind LED-Leinwände besser als klassische Projektoren?
Projektor vs. LED
Um die Antwort vorwegzunehmen: Ja, ich finde, dass LED-Leinwände besser sind. Die sind mittlerweile übrigens gar nicht mal so selten. Eine genaue Zahl habe ich nicht gefunden, aber Samsung hat seine Onyx getauften Leinwände in allerhand Kinos installiert, zum Beispiel im Cinecitta Nürnberg und dem Traumpalast Esslingen.
Letzteres war 2018 das erste deutsche Kino, das eine LED-Leinwand bekommen hat (4KFilme) – und ich war dabei und konnte mich überzeugen. Bis heute habe ich bereits etliche Filme auf diesen riesigen TVs gesehen.
Vorteile von LED-Leinwänden
Im Grunde genommen ergeben sich die Vorteile von LED-Leinwänden durch die Nachteile von Projektoren.
- Echteres Schwarz: Durch die vielen kleinen LEDs an der Leinwand, können die recht präzise angesteuert und ausgeschaltet werden. Das Ergebnis: tieferes Schwarz und höhere Kontraste.
- Höhere Lichtausbeute: Das Licht bei LED-Leinwänden kommt von vorne; das Licht aus dem Projektor sehen wir durch die Projektion nur indirekt. Dadurch entsteht eine höhere Lichtausbeute für unsere Augen.
- Gleichmäßige Ausleuchtung: Bei Projekten gibt es baubedingt Helligkeits- und Farbverluste an den Bildrändern, vor allem bei großen Leinwänden, bei LED-Bildschirmen nicht.
- Gleichbleibende Helligkeit: Die LEDs sind immer so hell, wie der gezeigte Inhalt es braucht. Umgebungslicht spielt bei Projektoren eine große Rolle, da reicht schon, dass Nachzügler die Saaltür öffnen, damit das Bild blass wird.
Folgende Vorteile entstehen vor allem für die Kinobetreiber, ich möchte sie aber dennoch nicht unerwähnt lassen.
- Projektorräume sind überflüssig.
- LED-Leinwände sind in verschiedenen Größen erhältlich und somit auf viele Räume anpassbar.
Nachteile von LED-Leinwänden
Natürlich ist nicht alles eitel Sonnenschein. LED-Leinwände haben auch Nachteile, die aber vor allem Kinobetreiber betreffen. Einen großen Pferdefuß gibt es für uns Kinofans dann aber doch.
Das größte Problem ist die fehlende Kinoästhetik. Projektoren machen Bilder weicher, als sie sind (was durch die Bildgröße in Verbindung mit der Auflösung begünstigt wird). Man spricht da von einer Kinoästhetik, die TVs nicht haben.
LED- oder OLED-Fernseher arbeiten mit mehr Helligkeit und höherer Schärfe aufgrund der Kombination von Bildschirmdiagonale und Auflösung. Dadurch wirkt das Bild »digitaler« (und manch einer würde sogar sagen: künstlicher).
Ein Kinosaal mit einer LED-Leinwand ist also wirklich wie auf einem großen TV einen Film zu schauen. Dadurch geht das Feeling für den einen oder anderen Zuschauer verloren.
Weitere Nachteile für Betreiber:
- Hohe Anschaffungskosten
- Pixelausfälle sind nicht leicht zu beheben.
- Größenbegrenzung bei sehr geräumigen Sälen
Wie wirkt so eine LED-Leinwand?
Ich bin regelmäßiger Kinogänger gewesen, habe mich aber nie an Projektoren geklammert (auch nicht im Wohnzimmer). Die oben angesprochene Kinoästhetik ist mir egal, weswegen ich von den Leinwänden durchaus begeistert bin.
Mittlerweile habe ich Filme mehrmals in LED-Kinosälen gesehen und würde die einem Projektor so gut wie immer vorziehen.
Man glaubt vor der Vorführung nicht, dass man wirklich einen Unterschied sieht, aber man tut es. Ich bin mir sicher, dass bei einer blinden Sichtung, die wenigsten den Finger drauflegen könnten, was anders ist, aber das Bild ist auffällig ... anders.
- Kontrastreicher
- Knalliger
- Direkter (in Ermangelung eines passenderen Wortes)
Es gibt für mich allerdings eine Ausnahme. Wenn ich die Wahl hätte, zwischen einer riesigen Leinwand, wie sie beispielsweise das Cinemagnum in Nürnberg mit 29 Metern Diagonale hat, und einem kleinen Saal mit LED-Leinwand, würde ich ersteres bevorzugen.
Schiere Größe ist im Kino für mich einfach unschlagbar.
Warten wir mal ab, ob MicroLED vielleicht die Wende bringt. Die Technik ist für modulare Bildschirme in riesiger Größe gemacht, die Technologie dahinter stagniert derzeit aber.
Wenn ihr die Möglichkeit habt, schaut euch gerne mal einen Film auf einer LED-Leinwand im Kino an. Mich würde interessieren, wie ihr das empfindet.
Habt ihr schon mal einen Film im Kino auf einer LED-Leinwand gesehen? Wenn ja: Wie war euer Gefühl dabei? Schreibt es gerne in die Kommentare.

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