Lenovo Legion Go 2 im Test: Mit keinem Handheld versinke ich tiefer in Spielen

Der Bildschirm ist ein großes Highlight von diesem Handheld, aber das ist nicht alles.

Wenn euch der Bildschirm bei einem Handheld am wichtigsten ist, führt aktuell kein Weg am Lenovo Legion Go 2 vorbei. (Bildquelle: Duy Linh DinhGameStar Tech) Wenn euch der Bildschirm bei einem Handheld am wichtigsten ist, führt aktuell kein Weg am Lenovo Legion Go 2 vorbei. (Bildquelle: Duy Linh Dinh/GameStar Tech)

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Der Lenovo Legion Go 2 ist auf dem Papier einer der besten Handhelds auf dem Markt. Ist er aber so gut, dass es sich lohnt, vierstellige Beträge dafür auszugeben? Schon vor der Speicherkrise startete dieser Handheld bei 999 Euro. Jetzt ist er sogar noch teurer.

Ich habe mir das Modell mit AMD Ryzen Z2 Extreme-Chip näher angeschaut und stelle fest: Es ist wirklich so gut, wie die Specs andeuten – aber eine Kaufempfehlung fällt schwer.

Transparenzhinweis: Lenovo hat mir den Lenovo Legion Go 2 für den Test kostenfrei zur Verfügung gestellt. Lenovo hatte keinen Einfluss auf den Artikelinhalt und bekam keine Einsicht vor dem Erscheinen des Tests. Es bestand keine Verpflichtung zu einem Testbericht.

Herausragend
Lenovo Legion Go 2
Lenovo Legion Go 2
Der Lenovo Legion Go 2 ist einer der besten Handhelds auf dem Markt. Der große OLED-Bildschirm mit variabler Bildwiederholrate überzeugt auf ganzer Linie und die abnehmbaren Controller erweitern die Flexibilität des Handhelds sinnvoll. Der verbaute AMD Ryzen Z2 Extreme-Chip erlaubt es euch, selbst neueste PC-Spiele auf einem Handheld zu genießen. 

Abstriche gibt es beim hohen Gewicht und der vorinstallierten Software. Der momentan sehr hohe Preis macht den Lenovo Legion Go 2 außerdem unerreichbar für den Großteil aller Spieler und Spielerinnen.
  • Herausragender OLED-Bildschirm mit VRR
  • Hohe Gaming-Leistung
  • Lange Akkulaufzeit
  • Abnehmbare Controller mit Maus-Modus
  • Integriertes Trackpad
  • Hohes Gewicht
  • Langsame Lenovo-Software
  • Sehr teuer
Zu Media Markt
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Lieferumfang

Mitgelieferte Tasche: Wie auch der Vorgänger kommt der Lenovo Legion Go 2 mit einer Tragetasche, allerdings handelt es sich dieses Mal nicht um eine Hartschale. Stattdessen bekommt ihr eine weiche Stofftasche, die ein wenig an ein großes Mäppchen erinnert. Sie ist innen mit Schaumstoff gepolstert und bietet so dennoch einen gewissen Grad an Schutz. Die Hartschale des Vorgängers dürfte dennoch besser Schäden vorbeugen.

Übrigens passt der Lenovo Legion Go 2 gerade noch so in die Tasche des Vorgängers, allerdings wird beim Schließen Druck auf die Analog-Sticks ausgeübt. Verwendet also lieber die mitgelieferte Tasche.

Passendes Ladegerät: Nachdem ich feststellen musste, dass die Asus ROG Xbox Ally X hierzulande ohne Ladegerät ausgeliefert wird, ist ein Ladegerät im Lieferumfang leider keine Selbstverständlichkeit mehr. Gerade bei Handhelds ist es wichtig, dass ihr eines mit mindestens 65-Watt-Leistung verwendet, damit das Gerät auch beim Spielen mit genügend Energie versorgt wird. 

Der Lenovo Legion Go 2 wird mit so einem geliefert. Leider ist das USB-Kabel fest am Netzteil verbaut und nicht abnehmbar. Immerhin ist es leicht flexibel, um Kabelschäden vorzubeugen.


Komfort und Verarbeitung

Matter Kunststoff: Das Gehäuse und die Controller bestehen jetzt aus einem matten Kunststoff, der sich richtig wertig anfühlt. Ich war zuerst besorgt, ob dieses Material anfällig für Fingerabdrücke und Verfärbungen ist, aber erfreulicherweise konnte ich das bisher nicht bestätigen. Das Gehäuse bleibt schön schwarz und Fingerabdrücke größtenteils unsichtbar.

Hier sind die drei Lenovo-Handhelds von oben nach unten nach Komfort sortiert. (Bildquelle: Duy Linh DinhGameStar Tech) Hier sind die drei Lenovo-Handhelds von oben nach unten nach Komfort sortiert. (Bildquelle: Duy Linh Dinh/GameStar Tech)

Controller und Kickstand wirken robuster: Wie auch beim Vorgänger sind die Controller beim Legion Go 2 abnehmbar. Im Vergleich zum Vorgänger sitzen sie etwas straffer am Gehäuse und wirken nicht so wackelig. 

Bei meinem Lenovo Legion Go 1 hat sich der linke Controller nach einigen Monaten immer lockerer angefühlt. Mein erster Eindruck der neuen Controller ist positiv, aber die Langzeiterfahrung wird zeigen, ob sie in dieser Hinsicht wirklich besser sind.

Auch der Kickstand ist richtig robust. Dank des hohen Widerstands kann er den Handheld stufenlos in mehreren Winkeln aufstellen.

Der Kickstand ist zwar kleiner als beim Vorgänger, aber nicht schlechter. (Bildquelle: Duy Linh DinhGameStar Tech) Der Kickstand ist zwar kleiner als beim Vorgänger, aber nicht schlechter. (Bildquelle: Duy Linh Dinh/GameStar Tech)

Endlich keine Handschmerzen mehr, aber trotzdem nicht perfekt: Die Controller des Legion Go 1 waren vorn ziemlich kantig und auf Dauer unbequem und fast schon schmerzhaft. Eben darum habe ich mir sogenannte Komfort-Grips für den Handheld gekauft. Lenovo hat beim Nachfolger deutlich nachgebessert und die neuen Controller abgerundet. 

Die Form der neuen Controller ist dennoch nicht perfekt. Im Gegensatz zu anderen Handhelds und Controllern haben sie eine ungewöhnliche Form, die nach unten hin schmaler wird. Dadurch muss man die Handgelenke etwas nach innen rotieren oder man greift den Handheld nur im oberen Bereich und lässt die Handflächen in der Luft »hängen«. 

Der Lenovo Legion Go S ist bis heute der bequemste Handheld, den ich je getestet habe, und der Legion Go 2 leider ein kleiner Rückschritt.

Weil die Griffe nach unten hin schmaler werden, füllen sie die Handfläche nicht aus, es sei denn ihr rotiert die Unterarme nach innen. (Bildquelle: Duy Linh DinhGameStar Tech) Weil die Griffe nach unten hin schmaler werden, füllen sie die Handfläche nicht aus, es sei denn ihr rotiert die Unterarme nach innen. (Bildquelle: Duy Linh Dinh/GameStar Tech)

Überraschend leicht, trotzdem schwer: Mit angebrachten Controllern wiegt der Handheld stolze 920 Gramm. Trotz des hohen Gewichtes ist der Legion Go 2 leichter als man zuerst vermuten mag. Ich habe das Gerät einigen Kollegen und Kolleginnen in die Hand gedrückt und alle waren über das Gewicht überrascht: »Leichter als gedacht!«. 

Trotzdem: 920 Gramm sind 920 Gramm. Nach einer Weile bemerkt man das Gewicht, weil die Arme ermüden. Beim Spielen mit dem Legion Go 2 habe ich deswegen immer meine Ellbogen irgendwo abgestützt oder per Kickstand auf einen Tisch abgestellt.

Einige Bedienelemente »irritieren«: Der rechte Controller kann im FPS-Modus auch als Vertikal-Maus verwendet werden, weshalb zwei Zusatztasten seitlich integriert sind, die als Maustasten fungieren. Beim Spielen im Handheld-Modus betätigt man diese ständig, was ein wenig irritiert. Immerhin kommt es nicht zu versehentlichen Eingaben, da sie standardmäßig nicht belegt sind.

Was etwas nerviger ist, ist das eingebaute Trackpad. Beim Spielen berühre ich es oft mit meiner Handfläche. Einige Spiele erkennen die Mausbewegung und schalten auf HUD-Elemente für Maus und Tastatur um. Das ist nichts Dramatisches, aber erwähnenswert.


Controller-Features

Driftresistente Analog-Sticks: Lenovo verbaut Hall-Effekt-Sticks, die dank geringerem mechanischen Verschleiß nicht so anfällig für Stick-Drift sind. Dank der Glättungsringe sind sie außerdem butterweich in der Bedienung. Der Widerstand der Sticks ist für meinen Geschmack etwas zu gering, aber das ist Geschmackssache.

Verbessertes D-Pad: Das Steuerkreuz ist tellerförmig und verwendet Membranschalter. Es erforderte deutlich weniger Aktivierungsdruck als beim Vorgänger und selbst in Fighting Games konnte ich damit präzise Eingaben machen. Ohne taktiles Feedback lässt sich allerdings schwer beurteilen, wann eine Eingabe wirklich registriert wird. In dieser Hinsicht bleibt der Zotac Zone mein Favorit für Tekken und Co.

Das D-Pad ist eine große Verbesserung zum Vorgänger. (Bildquelle: Duy Linh DinhGameStar Tech) Das D-Pad ist eine große Verbesserung zum Vorgänger. (Bildquelle: Duy Linh Dinh/GameStar Tech)

Vier Extra-Tasten und ein Mausrad: Auf der Rückseite findet ihr ganze vier frei belegbare Tasten. Mein Highlight ist aber das Mausrad auf der Rückseite des rechten Controllers. Das funktioniert nicht nur im FPS-Modus, sondern auch im Handheld-Modus. Damit kann man zum Beispiel durch den Steam-Shop oder Webseiten scrollen, ohne den Touchscreen nutzen zu müssen. Auch in Spielen funktioniert es, wenn das Spiel gleichzeitig Maus- und Controller-Eingaben unterstützt.

Menü-Tasten mit neuer Position: Die Menütasten (klassisch als Start und Select bekannt) befanden sich beim Vorgänger unten links, was eine etwas ungewöhnliche Position für diese war. Beim Legion Go 2 befinden sie sich dort, wo sie sich befinden sollten: oben links und oben rechts. 

Extra-Tasten für Windows-Steuerung: Unten links befinden sich jetzt zwei praktische Tasten. Eine ruft sofort den Windows-Desktop auf und die andere öffnet die Alt-Tab-Ansicht, um schnell zwischen Apps und Spielen zu wechseln. Zusammen mit dem eingebauten Trackpad, dem Mausrad und dem großen Touchscreen wird der Lenovo Legion Go 2 zu einem der besten Handhelds für die Bedienung von Windows 11.

Gut, aber nicht das beste Trackpad: Nicht jeder PC-Handheld hat ein Trackpad eingebaut, weshalb es mich freut, dass bisher jeder Lenovo Handheld eines hatte – auch wenn das vom Lenovo Legion Go S lächerlich winzig ist.

Das Trackpad vom Legion Go 2 ist groß genug, um es auch zum Spielen zu verwenden, allerdings verfügt es nicht über das präzise haptische Feedback vom Steam Deck. Stattdessen vibrieren die Rumble-Motoren des rechten Controllers. Der Rechtsklick wird außerdem durch langes gedrückt halten ausgelöst, was etwas umständlich ist.

Das Trackpad hat leider nicht das präzise haptische Feedback vom Steam Deck. (Bildquelle: Duy Linh DinhGameStar Tech) Das Trackpad hat leider nicht das präzise haptische Feedback vom Steam Deck. (Bildquelle: Duy Linh Dinh/GameStar Tech)


Auf der nächsten Seite sprechen wir über das Highlight vom Legion Go 2: den Bildschirm.

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