Das Jahr des Linux-Desktops ist ein Meme in der Linux-Gemeinde. Es wurde oft prophezeit, aber Linux hat sich noch nicht wirklich durchgesetzt. Doch ich denke, dass sich die Zeiten ändern: Linux ist reif für die Masse!
Ich selbst benutze Linux seit über einem Jahr täglich und finde, dass es entgegen seinem Ruf nicht mehr nur das Betriebssystem für Freaks und Enthusiasten ist. Jeder kann von Windows wegkommen! Und ich glaube, für die meisten ist es sogar die bessere Wahl!
Meine lange Linuxreise
Wie kam mein Wechsel zustande? Das war nicht immer so. Meine Reise mit dem Betriebssystem war lang und von mehr als einer Frustration geprägt. Der Weg begann 2018. Ich war frisch nach Japan ausgewandert und auf der Suche nach einem Job in der IT-Branche.
Daher dachte ich, dass es von Vorteil wäre, mich etwas näher mit Linux zu beschäftigen. Meine Wahl fiel damals auf das oft angepriesene Ubuntu.
Täglicher Gebrauch? Nie im Leben! Ubuntu war … ein Horror. Ich werde es als die komplizierteste PC-Erfahrung in Erinnerung behalten, die ich je hatte. Damals hatte ich meine Freude daran. Aber für einen Anfänger und für den täglichen Gebrauch war es ziemlich ungeeignet. Für die simpelsten Dinge musste ich zum Terminal (der Kommandozeile) greifen.
Und wie man durch die Installation einer Schriftart ein ganzes Betriebssystem zerstören kann, ist mir bis heute ein Rätsel.
Verschiedene Distros ausprobieren! Im Laufe der Jahre habe ich dann ein wenig Distro-Hopping betrieben: Das heißt, ich habe verschiedene Varianten von Linux ausprobiert. Mit Manjaro habe ich gelernt, dass Linux auch sehr einfach sein kann. Auch wenn ich diese Distribution aufgrund einiger Dramen heute nicht mehr empfehlen würde.
Linux entwickelt sich weiter! Meine Geschichte soll vor allem zwei Dinge zeigen: Zum einen, dass Linux in seiner Entwicklung nicht in den 90ern stecken geblieben ist, sondern auch Wert auf die User Experience legt. Zum anderen ist Linux nicht gleich Linux. Es gibt große Unterschiede von Distribution zu Distribution. Nur weil man etwa mit Ubuntu nicht klarkam, trifft das nicht direkt auf jedes Linux zu.
Mein Linux-Durchbruch!
Im Jahr 2023 stieß ich schließlich auf EndeavourOS: Die Distro ist im Grunde ein grafischer Installer für das oft als sehr komplex beschriebene Arch. Und es nimmt dem Ganzen etwa 90% seines Schreckens.
Mit wenigen Klicks wähle ich eine grafische Oberfläche aus - ich habe mich für KDE Plasma entschieden, das auch das Steam Deck im Desktop-Modus nutzt - und gebe an, welche Programme ich vorinstalliert haben möchte.
In wenigen Minuten ist eine komplette Linux-Installation inklusive Grafikkartentreiber und Steam startklar! Und obwohl es als terminal-centric
beschrieben wird, verbringe ich mysteriös wenig Zeit im Terminal.
Es ist nicht alles Gold: Wer EndeavourOS eine Chance geben will, sollte gewarnt sein: Es kommt nicht ohne Nachteile. Als Rolling-Release-Distribution bekommt es immer die allerneuesten Updates.
Der Nachteil ist, dass dadurch hier und da Kleinigkeiten kaputt gehen. Ich persönlich merke davon im Alltag wenig. Aber es ist etwas, was man bei der Wahl der Distro berücksichtigen sollte.
Format C: Der komplette Umstieg war dann fließend. Irgendwann stellte ich fest, dass ich Windows seit Wochen nicht mehr benutzt hatte. Ich sah also keinen Grund mehr, das Betriebssystem von Microsoft für den Notfall installiert zu lassen:
Ich löschte die Partition. Das ist mittlerweile ungefähr ein Jahr her. Es war ein befreiendes Gefühl.
Was läuft besser als auf Windows?
Kein Jonglieren mit Downloads: Der bequemste Unterschied zu Windows ist der Paketmanager von Linux. Vorbei sind die Zeiten, in denen ich mir jedes Programm mühsam über diverse Webseiten herunterladen musste - obwohl ich das natürlich immer noch kann!
Stattdessen habe ich hier eine Art Shop wie auf dem Smartphone. Nur dass hier alles kostenlos ist und ich keinen Account brauche. Aber dazu hat mein Kollege Alexander Köpf schon genug gesagt:
Schneller und sauberer: Mein Linux ist zudem sauberer und viel schneller einsatzbereit als Windows. Außerdem sieht es dank einiger simpler Anpassungen für mich ansprechender aus. Am oberen Bildschirmrand habe ich eine Leiste mit Systeminformationen. Unten hingegen eine mit den Programmen, die ich am häufigsten benutze.
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