Nachdem die Pro-Serie und das MacBook Air ihr jährliches Update von Apple erhalten haben, wurde vor wenigen Minuten das neue MacBook Neo vorgestellt. Bei diesem Gerät handelt es sich um das lange erwartete Entry-Level-Notebook, mit dem der Hersteller preisbewusste Anwender ansprechen und Boden im gewinnträchtigen Bildungssektor gutmachen möchte.
Angeboten werden zum Start zwei Versionen, die sich primär in der Größe der SSD und der Integration von Touch ID unterscheiden.
Das kann das kleinste Apple Notebook
Über die Hardware wurde in den vergangenen Wochen viel spekuliert. Letztlich lag die Gerüchteküche zumindest in einigen Punkten richtig. Spekuliert wurde zuletzt über ein 12,9-Zoll-Display, geworden sind es am Ende dann doch 13 Zoll. Die maximale Helligkeit des IPS-Panels gibt Apple mit 500 Nits an. Damit liegt sie auf dem gleichen Niveau wie beim neuen MacBook Air. Die erreichbare Helligkeit sollte für den problemlosen Einsatz in helleren Umgebungen ausreichen.
Viele Gerüchte gab es über den Prozessor, bis zuletzt hielten sich Gerüchte, dass vielleicht der aus dem aktuellen iPhone 17 bekannte A19 Pro Chip zum Einsatz kommen könnte. Dem ist nicht so, Apple verbaut den älteren A18 Pro, der etwa die Leistung des M1-Chips erreicht.
Beim Arbeitsspeicher werden zumindest bisher ausschließlich 8 GB angeboten, ich hätte zumindest noch mit einer 16-GB-Option gerechnet. Immerhin gibt es gegen Aufpreis eine 512-GB-SSD, die Basis muss sich mit 256 GB begnügen.
Das Macbook Neo verzichtet auf die Beleuchtung der Tastatur
Wie zu erwarten hat Apple die Hintergrundbeleuchtung der Tastatur eingespart, bei der teuren Variante mit 512-GB-SSD gibt es aber immerhin den Touch-ID-Fingerabdrucksensor. Gespart wurde auch bei den Schnittstellen, das Neo bietet insgesamt zwei USB-C-Ports, die über USB 3 und das langsame USB 2.0 angebunden sind.
Beim WLAN-Standard greift der Hersteller auf den älteren WiFi-6E-Standard zurück, wirklich daran stören dürften sich wohl nur die wenigsten Anwender. Interessant ist das Gewicht des Neo, mit 1,23 kg wiegt es exakt so viel wie das neue M5 MacBook Air (13 Zoll).
Bei der Akkulaufzeit quetscht Apple beachtliche 16 Stunden aus dem kleinen 36,5-Wh-Akku, in der Vergangenheit haben sich die vom Hersteller angegebenen Werte immer bestätigt. Die lange Laufzeit verdankt das kleine Notebook natürlich in erster Linie seiner besonders effizienten Smartphone-CPU.
Mit dem Neo beweist Apple endlich mal wieder mehr Mut zur Farbe! Das Notebook bekommt ihr in den Farben Silber, Rosa, Zitrus und Indigo. Dabei wirkt die Farbgebung zumindest auf den Bildern deutlich kräftiger als das, was wir in den letzten Jahren so aus Cupertino gesehen haben.
Und was kostet der Spaß?
Wie gesagt, es gibt aktuell zwei Versionen des MacBook Neo:
- 256-GB-SSD für 699 Euro
- 512-GB-SSD und Touch ID für 799 Euro
Zum Vergleich, im Preisvergleich bekommt ihr die folgenden vergleichbaren Apple Notebooks:
- MacBook Air (13 Zoll) mit M1-Chip, 8 GB RAM und 256-GB-SSD für 740 Euro
- MacBook Air (13 Zoll) mit M2-Chip, 16 GB RAM und 256-GB-SSD für 749 Euro
- MacBook Air (13 Zoll) mit M4-Chip, 16 GB RAM und 256-GB-SSD für 868 Euro
Das MacBook Air M2 mit 16-GB-RAM für 749 Euro erscheint mir hier momentan die bessere Alternative zu sein. Die Leistung ist höher, der RAM größer und die Akkulaufzeit vergleichbar. Bleibt halt nur die Frage, wie lange es dieses Auslaufmodell noch geben wird.
Etwas fehlt noch
Der primäre Grund, das MacBook Neo auf den Markt zu bringen, war die Idee, Google Marktanteile im Bildungssektor streitig zu machen. Auch wenn das Neo für ein Apple Notebook geradezu spottbillig ist, 699 Euro dürfte für den angepeilten Bereich noch zu teuer sein. Die beliebten Chromebooks gehen zum Teil schon für unter 200 Euro über den Ladentisch. Klar, die sind nicht so schick, nicht so nobel verarbeitet und bieten meist auch weniger Leistung, aber sie sind eben deutlich billiger.
Daher rechne ich damit, dass es noch eine Version mit 128 GB SSD für den Bildungsbereich geben könnte, die für normale Anwender nicht angeboten wird. Die Größe der SSD wäre die einzige sinnvolle Stellschraube, an der Apple noch drehen kann, um den Preis weiter zu senken.
Eine Halbierung der Kapazität könnte dann in einem Preis von 599 Euro resultieren, wenn der Hersteller aggressiv in den Markt drängt und auf Marge verzichtet, wären vielleicht sogar 499 Euro denkbar. Aber selbst das ist noch deutlich teurer als ein Chromebook, ob Apple seinem Konkurrenten Google damit wirklich nennenswerte Anteile im Bildungssektor abnehmen kann, erscheint fraglich.
Fazit
Wenn ihr deutlich mehr Leistung von einem Notebook erwartet, könnte das MacBook Pro mit M5-Prozessor vielleicht das richtige Gerät für euch sein. Meinen Test dazu findet ihr hier: MacBook Pro M5 im Test: Laptop-Perfektion mit unerwarteten Sparmaßnahmen
Mit dem MacBook Neo hat Apple ein heißes Eisen für preisbewusste Käufer im Feuer! Die Produkte des Herstellers standen in der Vergangenheit für vieles, aber nicht unbedingt für niedrige Preise. Die Leistung und die Ausstattung sollten für die täglichen Aufgaben der meisten Anwender ausreichen. Es bleibt nur die Frage, ob sich Fans der Marke noch mit einem Gerät anfreunden möchten, das nur 8 GB RAM hat.
Im Bildungssektor dürfte es Apple meiner Meinung nach schwer haben, die Chromebooks sind eben noch mal ein gutes Stück günstiger und letztlich kommt es in diesem Bereich in erster Linie auf den Preis an. Warten wir mal ab, irgendwas wird man sich in Cupertino ja mit dem Neo gedacht haben.
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