Würde ich vor dem Apple Store stehen und ein MacBook Pro kaufen, wäre ich in drei Minuten wieder draußen

Das neue MacBook Pro hat nur einen Vorteil: das Display. Und selbst der ist nicht immer gegeben.

Kaum zu glauben: Apple hat ein MacBook mit Touch-Steuerung vorgestellt. (Bildquelle: Apple) Kaum zu glauben: Apple hat ein MacBook mit Touch-Steuerung vorgestellt. (Bildquelle: Apple)

Angenommen, mein Bankkonto gibt grünes Licht für ein nagelneues MacBook Pro direkt von Apple. Und angenommen, es muss ein Laptop mit »Pro-Chip« sein.

Dann wäre das ein ziemlich kurzer Ausflug in den Apple Store – und ich käme mit dem alten Modell wieder heraus. Trotz Tandem-OLED-Display mit Touch-Steuerung und trotz des leuchtenden Apple-Logos auf der Rückseite. Letzteres hat mir durchaus ein lautes »Cool!« entlockt.

Neu kostet der Touch-Mac nämlich stolze 3.300 Euro. Der hohe Aufpreis gegenüber dem »alten« Modell lohnt sich in meinen Augen einfach nicht.

Patrick Schneider
Patrick Schneider

Patrick ist seit 2010 MacBook-User, oder doch seit 2011? Er weiß es inzwischen nicht mehr genau. Fest steht: Windows nutzt er seit einer gefühlten Ewigkeit nicht mehr und ein Wechsel kommt für ihn auch nicht infrage. Unser Autor ist nicht nur an macOS gewöhnt, er hat auch viel Zeit und Geld in Form von Apps investiert. Anders sieht es beim Smartphone aus. Dort setzt er inzwischen wieder voll auf Android.

MacBook OLED mit Touch: Ein zu hoher Aufpreis

Aktuell gefällt mir Apple. Das Unternehmen traut sich mehr und präsentiert zum Jahresende ein neues Produkt nach dem anderen. Das MacBook Pro mit OLED-Display teilt jedoch ein gewisses Manko mit dem iPhone Duo: den extrem hohen Preis und die günstigeren Alternativen.

Beim neuen Apple-Laptop kommt die Konkurrenz aus den eigenen Reihen. Das MacBook Pro mit M5-Pro-Chip ist seit Anfang 2026 auf dem Markt.

Direkt bei Apple kostet es 400 Euro weniger als das neue Modell mit »PROLED«-Display (Achtung, Marketingname). Bei Händlern spart ihr inzwischen sogar teilweise über 800 Euro.

Der zentrale Unterschied: Das neue MacBook Pro setzt auf ein OLED-Display statt auf ein LCD mit Mini-LED-Hintergrundbeleuchtung. Das bedeutet:

  • sattere Farben (P3-Farbraum und Adobe-RGB)
  • höherer Kontrast
  • punktuell helleres Display (bis zu 2.000 Nits statt 1.600 Nits)
  • kein Blooming (kleine Lichthöfe um helle Elemente auf dunklem Hintergrund)
  • Touch-Steuerung im OLED-Display integriert

Die Notch verabschiedet sich wohl jetzt auch beim MacBook. (Bildquelle: Apple) Die Notch verabschiedet sich wohl jetzt auch beim MacBook. (Bildquelle: Apple)

Statt einer Notch-Aussparung seht ihr eine kleine Dynamic Island. Diese versteckt die Suche, Statusinformationen, Live-Aktivitäten und die neue Siri, auf die wir vermutlich ohnehin noch länger warten müssen.

Ansonsten sind die technischen Daten nahezu identisch: gleicher Prozessor, gleicher Arbeitsspeicher, gleiche SSD. Einzig beim Gewicht legt der Neue spürbar vor. Mit 1,38 statt 1,60 Kilogramm ist er gut 200 Gramm leichter. Das ist nett, aber für mich keine 800 Euro nett.

Ihr zahlt im Grunde also 400 Euro Aufpreis für das bessere Display mit Touch-Steuerung. Wenn ihr den Apple-Laptop an einen Monitor anschließt, sind die Vorteile weitgehend obsolet, es sei denn, ihr verwendet das PROLED wirklich als Zweitdisplay.

Dabei ist das Mini-LED-Display der bisherigen MacBooks absolute Spitzenklasse. Die Farben, Kontraste und Helligkeiten sind so gut, dass kaum Wünsche offen bleiben.

Mein Rat: Nehmt das ältere Modell und steckt das gesparte Geld lieber in einen richtig guten Monitor. Davon habt ihr am Schreibtisch deutlich mehr.

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Wer vom besseren Display profitiert

Klar, Tandem-OLED spielt seine Karten gekonnt aus: mehr Farben, höhere Kontraste – und das bei höherer Helligkeit.

Aber wer braucht das?

Am meisten profitieren Fotografen und (HDR-)Filmer, die auf eine möglichst hohe und treue Farbabstimmung angewiesen sind und viel unterwegs arbeiten. Profis werden aber ziemlich sicher bereits einen entsprechenden kalibrierten Monitor im Büro haben.

MacBook Neo 13
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Trotz der Preiserhöhung von Apple noch ein verdammt guter Deal.
749 €

Und dann wäre da noch das Touch-Display. Apple positioniert das MacBook ausdrücklich nicht als iPad-Ersatz – und da gehe ich mit. Trotzdem könnte die Touch-Steuerung für iPad-gewohnte Personen einen Vorteil sein – und da lehne ich mich jetzt mal ganz weit aus dem Fenster.

Präsentationen, UI-Elemente vergrößern und verkleinern oder mal eben in Photoshop zoomen – da sehe ich durchaus Potenzial. Trotzdem bleibe ich skeptisch und solange ich die Steuerung nicht selbst ausprobiert habe, tue ich sie als Gimmick ab.


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Tim Cook sagte schließlich vor über einem Jahrzehnt: »Man kann einen Toaster und einen Kühlschrank kombinieren, aber das wird den Nutzer vermutlich kaum erfreuen.«

Bald steht der Kühlschrank-Toaster im Apple Store. Ob er sich durchsetzt oder ihn dasselbe Schicksal ereilt wie die Touchbar, wird die Zukunft zeigen. Vorbestellt könnt ihr das neue MacBook bereits heute zu einem Preis von rund 3.300 Euro.


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