Ein spezielles Tablet ist für mich das beste Gadget überhaupt und ich wünschte, ich könnte es jedem empfehlen

Unser Autor Patrick hat sich lange vor seinem finalen Fazit zum reMarkable 2 gedrückt. Dabei hält er dem Tablet nach bald zwei Jahren noch immer die Treue.

Das reMarkable 2 war eines der ersten Produkte, die Patrick für GameStar Tech getestet hat. Das reMarkable 2 war eines der ersten Produkte, die Patrick für GameStar Tech getestet hat.

»Ein ungewöhnliches Tablet lässt mich wohl nie wieder zu Papier greifen«, lautete damals die Überschrift meines Testartikels zum reMarkable 2. Stimmt, seitdem habe ich tatsächlich kein Papier mehr für Notizen oder sonstige Kritzeleien in die Hand genommen.

Und immer noch stimmt auch, was unter anderem im Fazit zu lesen ist: Das reMarkable 2 ist das beste Gadget, das ich bisher testen durfte.

Aber …

Jedes Mal, wenn der digitale Notizblock bei einem Hausbesuch die Blicke auf sich zieht, bringe ich es nicht über die Lippen zu sagen: »Das solltest du dir zulegen!«, obwohl ich es liebend gerne tun würde. Das liegt zum großen Teil in der Natur des Tablets.

Patrick Schneider
Patrick Schneider

Unser Autor Patrick testet eigentlich hauptsächlich Smartphones und Wearables. Trotzdem lässt er es sich nicht nehmen, auch mal Nischenprodukte abseits des Mainstreams zu testen. Das reMarkable 2 hat er für immer in sein Herz geschlossen. Umso schmerzhafter, dass er es seinen Freunden und Bekannten nicht bedenkenlos weiterempfehlen kann.

reMarkable 2: Ein einzigartiges Tablet

Zum Release war das Tablet etwas ganz besonderes. Denn vergleichbare Produkte gab es so gut wie nicht. Inzwischen tummeln sich einige Konkurrenten auf dem Markt, wie etwa der Kindle Scribe von Amazon.

Was das reMarkable 2 so einzigartig machte? Es setzte nicht wie ein iPad oder ein Android-Tablet auf ein herkömmliches Display. Der Ersatz in Form eines E-Ink-Displays hatte einige Vorteile, aber auch ein paar Nachteile:

  • Das Schreiben und Zeichnen auf dem reMarkable 2 fühlte sich beeindruckend an, fast wie auf Papier – nein, sogar besser. Dafür sorgten der Stift und die Oberfläche des Displays.
  • Das Tablet kam ohne Hintergrundbeleuchtung aus, was es potenziell augenfreundlicher machte und gleichzeitig zu einer exzellenten Akkulaufzeit beitrug. Je nach Nutzung sprach man von drei bis fünf Wochen. Zu späterer Stunde sollte allerdings die Schreibtischlampe eingeschaltet werden.
  • Apps, Widgets oder ähnliches gab es auf dem Tablet eigentlich nicht, also keine Ablenkung, keine Benachrichtigungen, keine Anrufe. Das reMarkable 2 ist zum Arbeiten da.

All die Punkte kann ich so auch heute noch unterschreiben.

Wobei: Beim letzten Punkt habe ich etwas verschwiegen. Eine App gibt es für das E-Ink-Tablet. Allerdings für Smartphone, Windows und Mac, damit man seine Daten vom reMarkable 2 mit anderen Geräten austauschen kann, was ganz praktisch ist.

Das Menü ist einfach gehalten. Kein unnötiger Schnickschnack, der vom Arbeiten abhält. Das Menü ist einfach gehalten. Kein unnötiger Schnickschnack, der vom Arbeiten abhält.

Der größte Nachteil: Die Reaktionszeiten des Tablets sind träge, was aber vor allem bei der Navigation durch das Menü zum Tragen kommt. Das Zeichnen und Notieren mit dem Stift funktioniert einwandfrei.

Gespeichert werden die Daten lokal, auf den Servern des Herstellers oder wahlweise über einen anderen Cloud-Anbieter. Zur Auswahl stehen Dropbox, Google Cloud oder OneDrive.

Das Versenden von Dateien funktioniert auch in die andere Richtung. Dateien aus Microsoft Office oder Google Chrome können als PDF auf dem reMarkable 2 gespeichert und bearbeitet werden. Die Synchronisation mit der App funktioniert fast sofort, ohne lange Wartezeiten.

Und ja, auch eBooks können gespeichert und schließlich auf dem Tablet gelesen werden. Die E-Ink-Technologie ist also nicht das einzige, was das reMarkable 2 mit Kindle, Tolino und Co gemeinsam hat.

Wofür verwende ich das reMarkable 2?

Ich benutze das reMarkable 2 fast ausschließlich für meine Arbeit. Steht ein neuer Test an, wird das E-Ink-Tablet gezückt und alle Gedanken werden ausnahmslos darauf festgehalten.

Kaum ein anderes elektronisches Gerät ist so dünn wie das Tablet von reMarkable. Es will fast überallhin mitgenommen werden, passt es doch einfach zu gut in jede Tasche.

Als Schreibvorlage verwende ich entweder das klassische »Blatt mit Linien«, das mich an alte Schulzeiten erinnert, oder das »Storyboard«.

Storyboard Neben dem Storyboard gibt es unzählige weitere Templates. Ich benötige für meine Arbeit längst nicht alle.

Linien Für längere Notizen greife ich auf ein klassisches Template zurück.

Das Storyboard verwende ich vor allem, wenn längere Artikel anstehen. Die freien Felder über den Linien bieten genügend Platz für kleine Skizzen.

Dann gibt es noch das »Notizbuch«, quasi ein freier Notizblock, auf dem ich To-Dos für die nächsten Tage notiere.

Beim Tippen dieser Zeilen muss ich schmunzeln. Warum? Weil es hier eigentlich nichts mehr zu erzählen gibt. Tatsächliche Kritikpunkte am Produkt selbst über den oben genannten hinaus finde ich nicht. Für Alana ist die Art von Tablet auch abseits der Arbeit ein nützliches Werkzeug:

Der Kindle Scribe ist eigentlich nach dem Laptop mein wichtigstes Arbeitsgerät. Er ist immer dabei, egal ob im Home Office oder im Büro. Ich plane damit den Tag, alle Meetings, mache Notizen und kritzle für Konzepte herum. Nur als To-do-Liste verwende ich ihn nicht mehr, da bin ich wieder auf digital umgestiegen.

Auch cool: Den Kindle Scribe benutze ich oft als Spielleiterin von DnD.

Eine Nische - aber eine verdammt Gute!

Gut, da ist noch die Frage: »Warum das alles?« Ich könnte doch genauso gut mein iPad mit dem Apple Pencil in die Hand nehmen oder auf dem Mac die App »Notion« öffnen und meine Notizen dort bearbeiten.

Stimmt.

Aber auf keinem anderen Gerät mache ich das so gerne und konsequent wie auf dem reMarkable 2.

Bereits bei meinem Review zum Galaxy Flip4 kam das reMarkable 2 zum Einsatz. Wie doch die Zeit vergeht. Bereits bei meinem Review zum Galaxy Flip4 kam das reMarkable 2 zum Einsatz. Wie doch die Zeit vergeht.

  • Ich kann mich auf meine Arbeit konzentrieren, ohne von Nachrichten abgelenkt zu werden. Zur Erinnerung: Auf dem reMarkable 2 gibt es keine aufploppenden Nachrichten, Termine oder andere Ablenkungen.
  • Ich habe mein Gadget eigentlich immer dabei. Ich schalte es kurz ein und kritzle los. Meine Gedanken gehen unterwegs nicht verloren.
  • Das Schreibgefühl kann ich kaum in Worte fassen, außer dass es nahezu perfekt ist. Es macht Spaß, seine Gedanken und Notizen zu hinterlassen. Klingt emotional, ist es auch – und noch dazu rein subjektiv.
  • Der Hersteller versorgt das Tablet regelmäßig (fast monatlich) mit Updates, die neue Funktionen enthalten.

Aber jetzt mal Hand aufs Herz: Wer benutzt schon ein Tablet, nur um seine Notizen festzuhalten?

Besser formuliert: Wer benutzt schon ein Tablet, nur um Notizen festzuhalten – und gibt dafür eine ordentliche Stange Geld aus? Meine Freundin zum Beispiel. Sie hat das reMarkable 2 vor zwei Jahren selbst gekauft:

Ich habe von dem Tablet durch ein YouTube-Video erfahren. Das hat mich sofort angesprochen, weil ich genau die Zielgruppe bin. Ich lasse mich super schnell ablenken und habe eine riesige Zettelwirtschaft.

Außerdem hasse ich es, Informationen digital aufzubereiten. Ich bin der Typ Mensch, der alles noch gerne handschriftlich festhält.

Carolin Z.

Das Tablet steht und fällt mit dem individuellen Nutzen

Das Tablet kostet mindestens 430 Euro. Wenn ihr den praktischen »Model Marker Plus« euer Eigen nennen wollt, steigt der Preis auf satte 480 Euro. Den »optionalen« Stift braucht ihr zum Kritzeln, und ja, er ist beim Einkauf wirklich optional. Ohne ihn könnt ihr das Tablet aber nicht bedienen.

Dazu kommt noch wahlweise eine Hülle (die man meiner Meinung nach nicht unbedingt braucht) und das monatliche Abonnement von 2,99 Euro pro Monat.

Immerhin bekommt man beim Kauf des Tablets das Abo für ein ganzes Jahr gratis dazu. Was genau beinhaltet das Abo-Modell »Connect«?

  • Unbegrenzter Cloud-Speicher
  • Synchronisation der App mit dem reMarkable 2
  • Austausch des Gerätes bei Defekt innerhalb von drei Jahren

So sieht die App auf dem PC aus. Einfach und schlicht, wie das Tablet. So sieht die App auf dem PC aus. Einfach und schlicht, wie das Tablet.

Wer diese Features nicht benötigt, kann getrost darauf verzichten.

Was ich mit der langen Einleitung zur Preisgestaltung eigentlich sagen will: Der individuelle Nutzen muss den hohen Preis rechtfertigen.

Wer plant, das Tablet in seinen (Arbeits-)Alltag zu integrieren, den wird das E-Ink-Tablet höchstwahrscheinlich nicht enttäuschen – nein, wahrscheinlich sogar glücklich machen. Mich zumindest hat das Gerät in den fast zwei Jahren noch nie im Stich gelassen und ich möchte es nicht mehr missen.

Wer es nur sporadisch nutzt, hat im schlimmsten Fall über 500 Euro für ein Tablet ausgegeben, das einem hin und wieder ein paar Blätter Papier erspart. Für Teamleiter Mirco ist es aber genau das, nämlich der ideale Papierersatz:

Ich benutze das reMarkable 2 als Papierersatz für meine täglichen Notizen am Schreibtisch, da es durch den sparsamen Akku praktisch immer einsatzbereit ist (im Gegensatz zu meinem iPad Pro).

Ich benutze das Tablet vor allem für Brainstormings und zum Sortieren von Ideen, da ich dabei nicht wie beim iPad abgelenkt werde.

Tipp: Das reMarkable 2 hat laut Hersteller 100 Tage Zeit, euch zu überzeugen. In dieser Zeit könnt ihr das Gerät kostenlos zurückgeben.

Die Tastatur ist hervorragend, wenn ihr sie braucht

Die optionale Tastatur für stolze 200 Euro möchte ich nur kurz erwähnen (sie ist wirklich optional), da sie mich innerlich noch mehr zerreißt als das Tablet selbst.

Mit der Tastatur kann man wie auf einem Laptop oder Tablet Texte tippen, was erstaunlich gut funktioniert. Das Tippgefühl ist hervorragend und auch längere Texte lassen sich problemlos und ohne Ablenkung schreiben. Außerdem ist die Konstruktion des Ständers sehr gut durchdacht.

Tastatur #1 Die Tastatur ist klein und handlich. Ich habe die Einleitung und weitere Zeilen auf dem reMarkable 2 getippt. Eure Texte könnt ihr über die App auf den PC ziehen oder euch per E-Mail zukommen lassen.

Tastatur #2 Für meine Hände ist die Tastatur gerade noch groß genug.

Tastatur #3 Das Cover ist sehr durchdacht und flexibel.

Tastatur #4 Möchtet ihr vom Tippen zurück zum Zeichnen, kann die Tastatur weiter gekippt werden.

Es macht sogar Spaß, darauf zu tippen und es kommt ein nostalgisches Schreibmaschinengefühl auf.

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Wenn da nur nicht wieder das Geldproblem wäre, denn der Preis macht das optionale Tastaturcover zu einer Nische für ein Produkt, das bereits nischiger nicht sein könnte.

Fazit: Warum ist das Tablet für mich das beste Gadget?

Patrick Schneider

Beim reMarkable 2 kann ich (fast) nur den Preis kritisieren. Alles andere macht das Tablet in meinen Augen ausgezeichnet. Hier und da gibt es vielleicht noch Verbesserungspotenzial, zum Beispiel die manchmal träge Reaktionszeit.

Aber selbst das stört mich nicht, denn das Arbeiten mit dem Tablet ist absolut entschleunigend. Und nach fast zwei Jahren nehme ich das Gadget immer noch gerne in die Hand, auf Reisen mit und habe großen Spaß daran, wie am ersten Tag.

Das hat bisher kaum ein anderes Gerät geschafft. Ich tue mich dennoch äußerst schwer damit, es Freunden und Verwandten zu empfehlen, weil der Nutzen so begrenzt und eben individuell ist. Soweit meine Meinung, was sagt ihr zum E-Ink-Tablet?

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