KI-Hype statt Privatsphäre: Meta bringt mit seinen neuen Abo-Modellen zahlreiche Features – aber nicht die, nach denen wir gefragt haben

Mit »Meta One« gibt es nun vier Abo-Modelle für WhatsApp, Facebook und Instagram, die sich an eine ganz bestimmte Zielgruppe richten.

Meta bringt neue Abo-Modelle auf den Markt, die für WhatsApp, Facebook und Instagram geeignet sind. (Bildquelle: Julio Lopez auf Unsplash) Meta bringt neue Abo-Modelle auf den Markt, die für WhatsApp, Facebook und Instagram geeignet sind. (Bildquelle: Julio Lopez auf Unsplash)

In der Vergangenheit hat sich Meta bereits an verschiedenen Abonnements ausprobiert und für gemischte Reaktionen gesorgt.

Nun gibt es eine große Ankündigung, die WhatsApp, Instagram und Facebook betrifft und sich vor allem um KI, Personalisierung und Reichweite dreht.

In einem Instagram-Post hat Metas Produktmanagerin, Naomi Gleit, gleich vier neue Bezahl-Modelle vorgestellt.

Neben dem Plus-Abonnement gibt es nun auch ein Premium-Modell mit KI sowie die Meta One-Abonnements, die sich vorrangig an KI-Nutzer, Creator und Unternehmen richten.

Ein wichtiger Dämpfer vorab: Die neuen Meta One-Abos sind aktuell noch in der Testphase und in Europa, und somit auch Deutschland, nicht verfügbar. Es ist jedoch davon auszugehen, dass die Features auch bald bei uns eingeführt werden.

Reichweite, Personalisierung und KI: Das steckt hinter den neuen Abo-Modellen

Mit den neuen Angeboten bekommt ihr diverse KI-Features und nützliche Tools, um eure Reichweite zu erhöhen und euren digitalen Auftritt zu verbessern. Die neuen Modelle werden künftig unter der Dachmarke Meta One gebündelt.

Mit diesem Schritt will sich der Konzern finanziell von der Abhängigkeit von Werbeeinnahmen befreien und zusätzliche Finanzierungsmöglichkeiten auftun.

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Auch das Ansprechen neuer Zielgruppen ist eine Strategie, der Meta mit den neuen Angeboten nachgehen will. Daher liegt der Fokus unter anderem auf künstlicher Intelligenz.

Damit bringt Meta mit den Abo-Modellen zwar zahlreiche Änderungen, doch keine einzige, die sich um das Thema Datenschutz dreht.

Features, die sich User schon seit Jahren wünschen, werden ebenfalls nicht berücksichtigt oder hinter den kostenpflichtigen Modellen versteckt.

Plus-Pläne für tiefere Einblicke und soziale Selbstdarstellung

Die Plus-Tarife richten sich an alle, die zusätzliche Funktionen zur Personalisierung und Analyse ihrer Beiträge wollen.

Instagram und Facebook mit Plus-Abo:

Mit den Plus-Abos auf Instagram und Facebook könnt ihr beispielsweise die Gesamtzahl eurer Story-Wiederholungen einsehen oder einmal pro Woche einen Story-Post für mehr Reichweite hervorheben lassen. Hinsichtlich des Designs könnt ihr exklusive animierte Reaktionen, benutzerdefinierte App-Icons und spezielle Schriftarten für eure Profile verwenden.

Im Endeffekt könnt ihr euer Profil damit zwar auffallender gestalten, zahlt dafür aber monatlich 3,99 US-Dollar (umgerechnet ca. 3,40 Euro).

WhatsApp mit Plus-Abo:

In Metas Messenger könnt ihr mit dem etwas günstigeren Abo für 2,99 US-Dollar im Monat (in Deutschland für 2,49 Euro) eure App weiter personalisieren und so etwa eigene App-Designs, Klingeltöne und Premium-Sticker verwenden.

Beim Datenschutz ändert sich mit der Plus-Funktion jedoch absolut nichts und ihr müsst das zusätzliche Werbefrei-Abo abschließen. Mit dem Plus-Abo kommt nur die Möglichkeit zum Gestalten hinzu, die andere Messenger-Dienste – wie etwa Signal – komplett kostenlos und standardmäßig anbieten.

Meta One bringt künstliche Intelligenz für Privatpersonen und Unternehmen

Auch bei den Profi-Modellen gilt: Die Meta One-Tarife für KI und Business starten erst einmal als Testlauf in ausgewählten Ländern wie Singapur oder Saudi-Arabien. In Europa und Deutschland müssen wir uns noch gedulden, ein zeitnaher Start ist aber absehbar.

Die Basisversion von Meta AI ist bereits seit Längerem in WhatsApp eingebaut und bleibt auf allen Meta-Plattformen für euch kostenfrei nutzbar. Wenn ihr die künstliche Intelligenz allerdings häufiger und mit besseren Antworten nutzen wollt, müsst ihr zwischen zwei Tarifen wählen:

  • Meta One Plus ($7,99 / ca. 7,40 Euro im Monat)
  • Meta One Premium ($19,99 / ca. 18,50 Euro im Monat)

Beide Versionen bieten euch die gleichen Grundfunktionen und lassen euch mit einer intelligenteren Version der Meta KI schreiben. Auch Bilder und Videos können mit den Abo-Varianten erstellt werden, wobei die Premium-Funktion bessere Ergebnisse verspricht.

Der Premium-Tarif schaltet zudem zusätzliche Rechenkapazität frei, wodurch eure Anfragen schneller und vor allem genauer beantwortet werden. Für Nutzer von Metas KI-Brillen sollen in den kommenden Wochen noch weitere Vorteile angekündigt werden.

Zusätzliche Abo-Modelle für Creator und Unternehmen:

Neben den Tarifen für private Personen gibt es zwei weitere Abo-Modelle, die sich an Creator und Firmen richten, die ihre Reichweite vergrößern und ihre Accounts besser verwalten wollen.

  • Meta One Essential ($14,99 / ca. 14,00 Euro im Monat):
    • Schutz vor Identitätsdiebstahl: Beinhaltet das Verified-Abzeichen (blauer Haken) und eine erweiterte Linksammlung für das Profil.
  • Meta One Advanced ($49,99 / ca. 46,00 Euro im Monat):
    • Enthält die Features von Essential
    • Reichweiten-Boost: Höhere Platzierung in Facebook und Instagram mit auffälligerer Sichtbarkeit in der Suchleiste und vereinfachten Follow-Möglichkeiten.
    • Tools & Analysen: Verbesserte Werkzeuge zur Konkurrenz- und Zielgruppenanalyse, leichterer Team-Zugang.
    • Urheberschutz: Benachrichtigung, wenn eigene Inhalte von anderen Nutzern wiederverwendet werden.

Laut Metas Produktchefin, Naomi Gleit, befinden sich die KI- und Business-Pläne noch in der Experimentierphase. Langfristig sollen jedoch alle Angebote unter der Marke Meta One zusammengeführt, kontinuierlich aktualisiert und um weitere Funktionen ergänzt werden.

Aaron Hofmann

Meinung des Autors:

Die neuen Gestaltungsmöglichkeiten der Plus-Tarife sollten aus meiner Sicht ein normales, kostenloses Update für alle sein. Eine Bezahlschranke für simple Personalisierung fühlt sich wie ein schlechter Scherz an.

Besonders dreist finde ich das doppelte Bezahlsystem: Ihr zahlt extra für ein bisschen Optik, müsst für Werbefreiheit und besseren Datenschutz aber noch ein weiteres Abo abschließen.

Auch die KI-Features wirken wie ein reines Aufspringen auf den Hype-Zug, nur um irgendwie mitzuspielen. Längst etablierte KI-Modelle haben sich als fähige Werkzeuge bewiesen und werden häufiger genutzt als Metas KI.

Dass der Konzern seine KI preislich dennoch in einer ähnlichen Liga wie OpenAIs ChatGPT, Googles Gemini oder Protons Lumo ansiedelt, ist eine echte Ansage – erst recht mit Blick auf Metas schlechten Ruf beim Datenschutz.

Zuletzt hinterlässt das käufliche Ranking im Feed einen faden Beigeschmack. Zwar sind solche Funktionen keine Seltenheit mehr, doch wenn auch Privatpersonen ihre Posts durch bloßes Bezahlen künstlich sichtbarer machen können, gilt auf den Plattformen künftig ein unschönes Prinzip: Wer mehr Geld hat, bekommt mehr Aufmerksamkeit.

Wichtige Abgrenzung: Das Abo ohne Werbung

Die neuen Abos solltet ihr nicht mit dem bereits existierenden Abo-Modell verwechseln, das Meta unter anderem in Europa anbietet – auch als Werbefreies-Abo bekannt.

Dieses wurde aufgrund strenger EU-Gesetze eingeführt. Hier zahlt ihr eine Gebühr, damit eure eigenen Daten nicht für Werbezwecke getrackt werden und die Plattformen komplett werbefrei sind.



Die neuen Abo-Pläne rollen global aus und existieren neben dem werbefreien Abo. Wer auf mehr Privatsphäre, weniger Datenspeicherung oder das Abschalten von Tracking hofft, geht bei den neuen Plus-, Premium- und Meta One-Modellen komplett leer aus.

Bei den Änderungen handelt es sich um reine Werkzeuge zur Reichweiten- und Funktionssteigerung für Unternehmen, Meta-Enthusiasten und Creator.

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