Die Meta Quest 3 und Quest 3S gehören zu den beliebtesten VR-Brillen auf dem Markt. Die Vorzüge der mobilen und autark arbeitenden VR-Brille sind offensichtlich:
Kabelloses und unkompliziertes Gaming mit einer guten Auswahl interessanter Games, aber auch Fitness-Apps und Arbeitsumgebungen.
Die Nachteile liegen aber ebenfalls auf der Hand: Ohne einen leistungsstarken PC kann die Grafik nicht ganz so beeindruckend ausfallen, wie mitunter gehofft.
Aber wie wäre es, wenn ihr für nur wenige Euro ein Tool kaufen könntet, das euch quasi ein Ultra-Grafikoption schenkt, die die Spieleentwickler gar nicht vorgesehen haben? Ein Tool, das jedes native Quest-Game sowohl auf Quest 2, 3 und 3S sichtbar hübscher darstellt – oder alternativ kaum sichtbar schlechter, dafür aber mit längerer Akkulaufzeit? Das gibt es tatsächlich und auf meinen Quests ist es eines der Programme, die immer als erstes installiert werden müssen.
Tool schaltet das volle Potenzial der Meta Quest frei
Auch wenn es natürlich schön wäre, würde Meta uns weiter reichende Performanceoptionen direkt im Quest-Menü anbieten: Dem ist nunmal nicht so. Drittentwickler sorgen dafür für Besserung. Mein Lieblingstool für die Quest ist der Quest Games Optimizer. Eine App, die wirklich genau das macht, was der Name verspricht.
Das für 10 US-Dollar (aktuell im Sale für 6 US-Dollar) bei Itch.io angebotene Programm nutzt von Meta nicht genutzte Leistungsreserven der Quest, um die Grafik zu optimieren oder alternativ den Akku zu schonen.
Meta lässt Leistung liegen und das hat einen Grund
Warum gibt es überhaupt Leistung, die Meta nicht abruft? Die Meta Quest VR-Brillen nutzen eine energiesparende Plattform auf Basis von optimierter Smartphone-Hardware. Der Snapdragon XR2 Gen 2 in Meta Quest 3 und 3S basiert auf dem aus Premium-Smartphones bekannten Snapdragon 8, bietet aber einige Optimierungen speziell für VR und MR. Wird der Prozessor aber voll ausgelastet, steigt der Stromverbrauch unverhältnismäßig stark an.
Meta hat sich daher für einen Mittelweg entschieden: Ein wenig der Performance liegt brach, im Gegenzug erwärmt sich der Chip weniger und der Akku wird spürbar geschont. Da die Akkulaufzeit sowieso immer einer der Kritikpunkte an der Quest-Plattform ist, wollte Meta wohl nichts riskieren.
Ab und zu gibt Meta zudem etwas Leistung frei und ermöglicht Entwicklern, diese per Update ihrer Spiele in höhere Auflösungen oder generell bessere Optik zu stecken. Einfacher ist es jedoch, den Quest Games Optimizer zu nutzen – damit braucht ihr nicht auf Updates eurer Lieblingsspiele zu warten, das Tool ermöglicht euch, für jedes Game ein individuelles Leistungsprofil anzulegen.
Frickelige Installation, mächtiger Funktionsumfang
Allerdings müsst ihr erst einmal den Installationsprozess hinter euch bringen. Dafür gibt es gute Tutorials bei Youtube, in der Kurzfassung:
- Schaltet den Entwicklermodus für die Quest frei
- Installiert das Sideloadingtool Sidequest (mein Platz 2 unter den Must-Have-Apps) und die bei Itch.io gekaufte und heruntergeladene APK-Datei per Sideloading
- Erteilt dem Tool die Berechtigungen im Headset
Eine Installationsanleitung inklusive genauer Erklärung gibt es beispielsweise bei der Zockstube auf Youtube. Mit dem Kanalbetreiber Patrick zusammen bestreite ich einen VR-Podcast namens Realitätsflucht, seinen Tutorials vertraue ich daher.
Link zum YouTube-Inhalt
Keine Sorge, ab jetzt wirds einfacher. Der Quest Games Optimizer agiert als Launcher für eure installierten Quest-Apps. Für jede App könnt ihr einzeln regeln, was der QGO damit anstellen soll. Das Tool ermittelt von sich aus die besten Settings, lässt sie euch aber auch individualisieren.
Mehr Leistung bedeutet aber auch mehr Energieaufnahme. Das erhitzt den Qualcomm-Chip stärker, als Meta es bei der Entwicklung der Quest-Kühlung vorgesehen hat. Vor allem im Sommer oder bei bewegungsintensiven Spielen kann das negativ auffallen. Ausfälle durch Hitzschlag sind mir aber aus der VR-Community nicht bekannt, weder bei Headsets noch bei VR-Nutzern.
Mehr Leistung oder mehr Laufzeit
Es handelt sich auch nur indirekt um Übertaktung, zumindest den Prozessor betreibt der Games Optimizer innerhalb seiner Spezifikationen. Aufgrund fast ausnahmslos positiver Rückmeldungen zum Tool scheint aber auch die Quest selbst mit dem wärmeren Chip klarzukommen.
Alternativ kann der Games Optimizer dem Prozessor aber auch Fesseln anlegen und ihn untertaktet laufen lassen. Im Gegenzug senkt das Tool die Grafikqualität ein wenig, beim Umschauen fällt dann beispielsweise eine etwas matschigere Grafik in den Randbereichen auf.
Ist euch die Optik des Spieles nicht ganz so wichtig, lässt sich so ein gutes Plus an Akkulaufzeit herausholen, auch ohne ein Headstrap mit Erweiterungsakku kaufen zu müssen. Praktisch: Ihr könnt eure Präferenzen im Launcher für jedes Spiel einzeln einstellen und das Spiel dann immer automatisch in den Wunscheinstellungen starten.
Leben ohne QGO: Möglich, könnte aber bessere Grafik haben
Die knapp 10 Euro für den Quest Games Optimizer sind gut investiertes Geld, wenn ihr die volle Kontrolle über die Leistung eurer Meta Quest haben wollt. Das Tool funktioniert auch mit der älteren Quest 2, so richtig aufdrehen kann es aber ab der Quest 3S.
6:47
In Behemoth kämpfen wir tapfer, werden aber vom riesigen Bossmonster zerquetscht
Vor allem dieses günstigere Quest-Modell hat aufgrund der geringeren Auflösung sogar noch mehr freiliegende Ressourcen als die Meta Quest 3, sodass ihr bei vielen Titeln eine deutliche Aufwertung der Grafik verzeichnen werdet.
Natürlich fügt das Programm keine HD-Texturen oder neue Polygone hinzu, es kümmert sich primär um die Auflösung. Und das auch nur bei nativen Quest-Games, nicht wenn ihr via Link SteamVR nutzt. Aber gerade die höhere Auflösung wirkt sich mitunter extrem stark auf die Grafikqualität aus.
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