Manche Geschichten aus Hollywood klingen einfach unglaublich, sind aber wahr. Eine davon betrifft den King of Pop, Michael Jackson, und seine ambitionierten Pläne, Teil der X-Men zu werden.
Lange, bevor Patrick Stewart den ikonischen Professor Charles Xavier im X-Men-Film des Jahres 2000 verkörperte, hatte Jackson seine ganz eigene Vision für die Rolle des mächtigen Telepathen. Ein Treffen mit den Filmemachern im Frühjahr 1999 offenbarte, wie ernst es ihm mit diesem Wunsch war – und wie weit er bereit gewesen wäre, dafür zu gehen.
Der King of Pop als Mutantenchef?
Man stelle sich vor: Michael Jackson, der unbestrittene Star der Musikwelt, sitzt einem Hollywood-Team gegenüber und bewirbt sich für eine Rolle in einem Superheldenfilm. Genau das geschah im Frühjahr 1999, wie The Hollywood Reporter berichtet.
Jackson präsentierte damals seinen Fall mit Sonnenbrille und ohne Händedruck einer Reihe von Produzenten und X-Men-Regisseur Bryan Singer. Er wollte Professor Charles Xavier verkörpern, den Mentor und Anführer der X-Men. Für viele mag das zunächst abwegig klingen, doch Jackson war kein Unbekannter vor der Kamera.
Bereits 1978 spielte er die Vogelscheuche in »The Wiz« und trat in zahlreichen seiner Musikvideos auf, die oft die Länge und Qualität von Kurzfilmen hatten – man denke nur an »Thriller« oder »Bad«. Auch in Filmen wie dem musikalischen Anthologiefilm »Moonwalker« (1988) und dem von Francis Ford Coppola inszenierten und von George Lucas geschriebenen Fantasy-Kurzfilm »Captain EO« zeigte er sein schauspielerisches Talent. Er war also nicht einfach nur ein Musiker, der sich auf fremdes Terrain wagte.
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in X-Men: Zukunft ist Vergangenheit wurde Professor X gleich von zwei Schauspielgrößen verkörpert
Produzentin Lauren Shuler Donner, eine Schlüsselfigur bei der Entstehung der X-Men-Filme, erinnerte sich an das Gespräch mit Jackson. Ihre zentrale Frage an ihn war direkt: »Wissen Sie, dass Xavier ein älterer weißer Mann ist?« Jacksons Antwort kam prompt und zeugte von seiner Entschlossenheit: »Oh ja. Wissen Sie, ich kann Make-up tragen.«
Um seine Fähigkeit zur Verwandlung zu demonstrieren, präsentierte Jackson dem Team seinen Kurzfilm »Ghosts«, in dem er selbst die Rolle eines älteren, weißen Bürgermeisters spielt. Es war eine »aufwendige Präsentation«, die zeigte, wie ernst er die Sache nahm.
Warum es am Ende doch nicht Xavier wurde
Trotz Jacksons Enthusiasmus und seiner kreativen Bewerbung wurde er laut The Hollywood Reporter »nie ernsthaft« für die Rolle in Betracht gezogen. Ein ungenannter ehemaliger Filmmanager nannte als Hauptgrund die zu diesem Zeitpunkt bereits existierenden Anschuldigungen gegen den Sänger wegen Kindesmissbrauchs.
»Michael steckte zu dieser Zeit schon mitten in all seinen Anschuldigungen«, so die Quelle. Der THR-Bericht geht in diesem Kontext auch ausführlich auf die vielen Vorwürfe wegen sexuellen Fehlverhaltens gegen Regisseur Bryan Singer ein, was die Komplexität der Produktionsbedingungen beleuchtet.
Am Ende ging die Rolle des Professor X an Patrick Stewart, der die Figur im Jahr 2000 in »X-Men« zum ersten Mal verkörperte und sie bis zu seinem Abschied in »Logan« (2017) maßgeblich prägte. Stewarts Darbietung wurde ikonisch und ist untrennbar mit der Rolle verbunden.
Weitere Fast-Besetzungen der X-Men
Michaels Jacksons Bewerbung ist jedoch nicht die einzige kuriose Anekdote aus der Casting-Geschichte der X-Men. Auch andere Rollen wären beinahe anders besetzt worden.
So war der damals noch unbekannte Hugh Jackman nicht die erste Wahl für Wolverine. Ursprünglich war Russell Crowe dafür im Gespräch, dann sollte Dougray Scott die Rolle übernehmen. Terminkonflikte führten schließlich dazu, dass Jackman die Chance seines Lebens bekam und zu einem Weltstar avancierte. Auch die Rolle des Cyclops war heiß umkämpft: Bevor James Marsden den Part erhielt, galt Jim Caviezel (später: Person of Interest) als aussichtsreicher Kandidat.
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