Microsoft hat kürzlich ein neues Forschungspapier veröffentlicht und ein zugehöriges Patent angemeldet, das eure Videokonferenzen künftig verbessern soll. Das Patent scheint zumindest nicht explizit auf die hauseigene Teams-Software zugeschnitten zu sein und nimmt sich die Funktionsweise von VR-Headsets als Vorbild.
Von der »Sehgrube« zum Videotelefonat
Bei der »fovea centralis« handelt es sich (vereinfacht formuliert) um den Bereich des schärfsten Sehens des menschlichen Auges. Außerhalb dieses Retinabereichs wird eure Wahrnehmung zunehmend unschärfer.
- Diese biologische Eigenschaft von Säugetieren machen sich bereits VR-Headsets zunutze: Mithilfe von Augentrackern wird der Punkt der Fovea (auch als »Sehgrube« bezeichnet) bestimmt. sodass das gezeigte Bild im Zentrum eures Sichtfelds mit höchster Qualität gerendert wird.
- Alles, was sich im peripheren Sichtfeld befindet, wird mit niedrigerer Auflösung gerendert. Damit agieren die jeweiligen Headsets effizienter im Sinne der Performance.
- Die Meta Quest Pro, Apple Vision Pro oder PlayStation VR2 sind Beispiele für solche Headsets, die »dynamisches foveatisches Rendering« in ihrer Featureliste führen.
Dieses Prinzip stellt Microsoft nun in seinem »Blickgerichtete Videostreamverarbeitung« getauften Patent vor.
Ein System auf Basis von Künstlicher Intelligenz soll mithilfe der Webcam, über die ihr an der jeweiligen Videokonferenz teilnehmt, wahlweise abschätzen oder vorausahnen können, wohin ihr gerade blickt. Hier soll die Qualität des jeweiligen Videostreams erhöht werden, während die anderen Konferenzteilnehmer in niedrigerer Auflösung weiter gezeigt werden.
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Die Forscher veranschaulichen das Patent am Beispiel von drei zeitgleichen Videostreams, die sich in zwei 1080p- sowie ein 720p-Video aufteilen und mit verschiedenen Frameraten laufen.
- Derzeit würde eine solche Konfiguration die höchstmögliche Qualität unter Berücksichtigung der verfügbaren Bandbreite liefern, was unter Umständen zu einem minderwertigen Gesamtbild führen kann.
- Mithilfe des Patents soll jedoch explizit und ausschließlich der Stream in voller 1080p/60fps-Qualität gezeigt werden, während die beide weiteren Videos in eurem peripheren Blickfeld in 360p/24fps weiterlaufen.
Damit sollen die Voraussetzungen bei der Bandbreite minimiert werden; zeitgleich werde diese insbesondere dort zugewiesen, wo sie derzeit benötigt wird.
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