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Seite 2: MicroVolts im Test - Aufstand im Spielzeugland

Aber nicht nur dadurch wird jede an sich mögliche Dynamik im Keim erstickt. Besonders das unpräzise Waffenhandling und die unausgeglichene Waffenstärke fallen negativ auf und trüben den Mehrspieler-Spaß. Dabei motiviert der schnelle Waffenwechsel, den wir durch Drücken von »Q« oder durch Scrollen mit dem Mausrad vollziehen, eigentlich dazu, jede Waffe auszuprobieren.

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Dass später sowohl wir als auch ein Großteil unserer Mitspieler nur noch mit der Gatling Gun über die Karte laufen, kann hingegen kein Zufall sein – und tut der Spielbalance überhaupt nicht gut. Darüber hinaus hätten wir uns auch ein Klassensystem à la Team Fortress 2 gewünscht, das Teamwork gefördert und dem Spiel eine energiegeladene Komponente verpasst hätte.

Ansonsten bietet MicroVolts mit seinen neun Modi zwar Abwechslung, sticht aber nicht aus den üblichen Standards heraus. Ob sich die 16 Spieler im Team-Deathmatch über den Haufen schießen, im Zombie-Modus gegenseitig infizieren oder im Nahkampf-Modus eins über den Schädel ziehen – das ist Standardkost, die sich nicht sehr unterschiedlich anfühlt und von der wir schon weitaus bessere Umsetzungen gespielt haben.

Die Grafik: unsauber

Auf den bunten Karten von MicroVolts fühlen wir uns wie in einer riesengroßen Spielzeug-Welt. Auf den bunten Karten von MicroVolts fühlen wir uns wie in einer riesengroßen Spielzeug-Welt.

Wenn uns die Mechanik zu langweilig wird, dient MicroVolts nur noch als niedliche Sightseeing-Tour für den Kindskopf in uns. Denn hier liegt eine der wenigen Stärken des Spiels: Die 16 unterschiedlichen Karten sind liebevoll gestaltet und geben uns das Gefühl, ein Spielzeug zu sein in einer großen Welt, die erkundet werden will.

Mit glänzenden Augen begutachten wir deswegen den Ideenreichtum der Schachbrett-, Müllhalden- oder Spielzeugflotten-Karten und vergessen unseren milden Ärger darüber, dass die Details zwar trotz veralteter Grafik hübsch anzusehen, aber auch komplett statisch sind.

Zudem gibt‘s in MicroVolts auch Elemente, die so gar nicht hübsch anzusehen sind. Besonders im unübersichtlichen Menü fällt auf, wie unsauber NQ Games gearbeitet hat. Da wäre zum einen die schlechte Lokalisierung des Titels, dank der wir gruselige Fenster wie »Zeig nicht wieder die Meldung« wegklicken müssen.

Schlimmer wird’s nur, wenn wir manchen Text gar nicht erst erkennen können, weil die Buchstaben aus Platzmangel bis zur Unleserlichkeit aneinander gequetscht wurden. Als uns dann bei der Charakterauswahl auch noch hässlich ausgefranste Texturen entgegenflimmern, haben wir irgendwie kaum noch Lust auf MicroVolts.

Das Bezahlsystem: unfair

Spätestens mit dem Bezahlsystem ist es mit der Lust an MicroVolts komplett vorbei. Das hat zwei Gründe: Zum einen können wir mit einer Investition von 4 bis 10 Euro diverse spezielle Gegenstände kaufen. Dazu gehört zum Beispiel der Superkleber für rund 10 Euro, der garantiert, dass ein Upgrade unserer Waffe auch zu 100% funktioniert.

Im MicroVolts-Store kaufen wir uns diverse Items wie den Superkleber, der uns ein sicheres Waffen-Upgrade verspricht. Im MicroVolts-Store kaufen wir uns diverse Items wie den Superkleber, der uns ein sicheres Waffen-Upgrade verspricht.

Uns wird somit suggeriert, dass wir diesen teuren Gegenstand unbedingt brauchen, um kein Risiko einzugehen oder beim Upgrade wertvolle Ressourcen zu verschwenden. Bewusst wird hier also durch schlecht kalkulierbare Prozentwertungen mit unserer Unsicherheit gespielt.

Noch viel nerviger finden wir das Waffen-Leihsystem des Spiels. Wollen wir uns nicht nur mit den Standard-Wummen durch die Karten ballern, borgen wir uns spezielle Waffen gegen eine Summe Geld – für einen Tag, eine Woche oder einen Monat.

Der Zeitzähler startet allerdings nicht mit der ersten Nutzung, sondern sofort beim Kauf. Entscheidend ist auch nicht die effektive Spielzeit, sondern die real ablaufende Zeit. Wenn wir uns also eine schicke Schrotflinte für einen Tag leihen, müssen wir sie nach exakt 24 Stunden wieder hergeben – egal, ob wir sie in der Zeit genutzt haben oder nicht.

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